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Das Ende der Zeiten: Die übermäßige Beschäftigung mit dem Verborgenen kann gefährlich werden. Von Abdassamad Clarke

Einen Palmsetzling pflanzen

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(iz). Was ist mit jenen Leuten los, die ihr komplettes Verständnis vom Islam auf unsichtbare Fragen aufbauen, die weit vom zentralen Kern des Dins entfernt sind? Dies sind Menschen, die ihren Glauben auf kommende Dinge ­basieren, die zum Ende der Zeiten geschehen ­werden. Dazu zählen unter anderem das Auftauchen von Dadschdschal, das Kom­men von ‘Isa ibn Mariam, Friede sei mit ihm, das ­Erscheinen von Jadschudsch und Madschudsch und die Zeit des Mahdi.

Allah sagt im Qur’an: „Er verfügt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie, außer Ihm. Und Er weiß, was auf dem Festland und im Meer ist. Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß; und (es gibt) kein Korn in den Finsternissen der Erde und nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre.“ (Al-An’am, 59)

Imam Al-Qurtubi sagte über diesen Vers: „In den prophetischen Aussagen wurde überliefert, dass, als dieser Vers offenbart wurde, zwölftausend Engel mit ihm herabstiegen. Imam Al-Bukhari überlieferte von Ibn ‘Umar vom Prophe­ten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden, geben, dass jener sagte: ‘Es gibt fünf Schlüssel zum Verborgenen: Niemand weiß, was die Gebärmütter enthalten, außer Allah; und niemand weißt, was morgen geschehen wird, außer Allah; und niemand weiß, wann der Regen kommt; außer Allah; und niemand weiß, in welchem Land eine Person sterben wird, außer Allah; und niemand weiß, wann die Stunde kommt, außer Allah.“ Im Sahih Al-Muslim findet sich folgende Aussage von ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein: „Wer behauptet, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, uns darüber unterwiesen hätte, was morgen geschehen wird, hat eine große Lüge über Allah verbreitet. Denn Allah, der Erhabene, sagt: ‘Sprich: Niemand in den Himmeln und der Erde kennt das Verborgene, außer Allah.’ (An-Naml, 65)“

Bei Allah, dem Erhabenen, liegt das Wissen über das Verborgene. In Seinen Händen sind die Wege, die dorthin führen und niemand verfügt über sie, ­außer Ihm. Von wem Er will, dass dieser Wissen davon hat, dem wird Er Kenntnis darüber geben. Und wenn Er dies nicht will, wird Er das Verborgene verschleiern. Nichts davon wird in vollen Details zuteil werden, außer Seinen Propheten. Der Beweis dafür findet sich in Seinen Worten: „Allah hat euch keinen Zugang zum Verborgenen gegeben. Aber Allah erwählt von Seinen Gesandten, wen Er will.“ (Al ‘Imran, 179) Und Er sagte: „(Er,) der Kenner des Verborgenen – Er enthüllt niemandem das, was bei Ihm verborgen ist, außer dem Gesandten, den Er bewilligt; da lässt Er vor ihm und hinter ihm Wächter einhergehen.“ (Al-Dschinn, 26-27)

Was die ‘Ulama betrifft, so sind sie die Erben der Propheten. Allah sagte in ­einem weiteren, entscheidendem Vers: „Er ist es, Der das Buch auf dich herab gesandt hat. Dazu gehören eindeutige Verse – sie sind der Kern des Buches – und andere, mehrdeutige. Was aber diejenigen angeht, in deren Herzen (Neigung zum) Abschweifen ist, so folgen sie dem, was davon mehrdeutig ist, im Trachten nach Irreführung und im Trachten nach ihrer Missdeutung. Aber niemand weiß ihre Deutung, außer Allah. Und diejenigen, die im Wissen fest gegründet sind, sagen: ‘Wir glauben daran; alles ist von unserem Herrn.’ Aber nur diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.“ (Al ‘Imran, 7)

Imam Al-Qurtubi meinte hierzu: „Dschabir ibn ‘Abdallah sagte, was sich auch mit den Ansichten von Asch-Scha’bi, Sufjan At-Thauri und anderen deckt: ‘Die eindeutigen Ajats des Qur’ans sind jene, deren Interpretationen bekannt sind und deren Bedeutungen und Kommentare verstanden werden. Wohingegen jene, deren Interpretation missverständlich ist, solche sind, zu denen niemand unter den Leuten, die Allah für Sein eigenes Wissen auserwählt hat, Zugang hat.’ Einige haben geäußert: ‘Dies gilt beispielsweise für: Die Zeit, in der die Stunde kommen wird, das Erscheinen von Jadschudsch und Madschudsch, der Dadschdschal und ‘Isa. Aber auch die einzelnen Buchstaben, die zu Anfang einiger Suren stehen.’ Dies ist das beste, was über die Ajats gesagt wurde, deren Interpretation offen ist.“

Imam Muslim überlieferte, dass ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, sagte: „Der Gesandte Allahs, möge ­Allah ihn segnen und Frieden gewähren, ­rezitierte: ‘Es ist Er, Der das Buch auf dich von Ihm herab sandte: (…) Aber nur die Verständigen begreifen dies.’ Danach sagte der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: ‘Wenn du Leute siehst, die dem folgen, was in der Interpretation [des Qur’ans] mehrdeutig ist, dann dies jene, die Allah benannt hat. Also hüte dich vor ihnen.’“

Dies ist keine bloße Kritik an Leuten, die zu viel über die Zeit der letzten ­Stunden, Dadschdschal, den Mahdi und das Auftauchen von Jadschudsch und Madschudsch sprechen, sondern vielmehr eine Erinnerung zur Rückkehr an die klaren Inhalte des Din des Islams, Imans und Ihsan, wie sie im Hadith von Dschibril – dem Kern aller Hadithe – dargelegt wurden.

Das übermäßige Gerede über Verbor­genes ist gefährlich für die Muslime, weil es die Leute daran hindert, sich mit Angelegenheiten zu beschäftigen, die für uns verpflichtend sind.

Was das Ende der Zeit betrifft, so gab uns der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, den folgenden Rat, der von Anas überliefert wurde: „Wenn die Letzte Stunde kommt und jemand unter euch einen Palmensetzling in der Hand hält und wenn es in seiner Macht ist, nicht aufzustehen, bis er ihn gepflanzt hat, so soll er ihn pflanzen.“

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Abdassamad Clarke

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