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Das geschnitzte Mushaf von Palembang

Die traditionelle Holzkunst hat eine lange Tradition in Indonesien und vor allem Möbel werden mit den schönen Schnitzereien verziert

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Foto: Autorin

(iz). Palembang liegt im südlichen Sumatra und ist die viertgrößte Stadt Indonesiens. In Indonesien ist der Ort vor allem durch seine kulinarische Spezialität, Pempek, eine Art herzhafter Fischkuchen aus püriertem Fisch und Tapioka bekannt. Außerhalb Indonesiens, und vor allem im Yemen, ist Palembang bekannt als eine Gegend, wohin der viele Nachfahren der Habaib, der Nachfahren des Propheten Muhammad, Allahs Friede und Segen auf ihm, ausgewandert und dort sesshaft geworden sind. Noch heute sind viele traditionell islamische Rituale, die dort begangen werden, fast identisch mit denen in Hadhramaut im Yemen. Zwei Beispiele sind der Prophetengeburtstag, Maulid, und die feierliche Erinnerung an den Tod großer islamischer Gelehrter, bekannt als Haul.

Seit mehr als fünf Jahren ist Palembang auch bekannt für seinen riesigen Qur’an, der in handwerklicher Meisterarbeit in Holz geschnitzt und mit der traditionellen Lackkunst veredelt ist. Das Holz für dieses Meisterwerk stammt von dem Tembesu Baum, dessen lateinischer Name Fagraea fragrans lautet. Der Tembesu Baum ist immergrün und in Südostasien beheimatet. Das Holz ist bekannt für seine Härte und wird deshalb für das Schnitzerei­handwerk verwendet. Die gelblichen ­Blüten des Baumes verströmen einen außergewöhnlichen Duft.

Die traditionelle Holzkunst hat eine lange Tradition in Palembang und vor allem Möbel werden mit den schönen Schnitzereien verziert. Jede Holztafel, aus der die Suren des Qur’an geschnitzt sind, hat eine Höhe von über 1.70m, ist 140 Zentimeter breit und zweieinhalb Zentimeter dick. Alle 30 Dschuz wurden so in Holz geschnitzt und damit wurden 40 Kubikmeter Holz mit den schönen Versen des Qur’an versehen. Wenn alle 630 Holztafeln nebeneinander gestellt werden, ergibt dies eine Breite von neun Metern. Neben den arabischen Buchstaben wurde der Holzqur’an auch mit den für Palembang typischen Blumenmotiven verschönert.

Ende des Jahres 2011 wurde das Gesamtkunstwerk beendet und die Richtigkeit von den islamischen Gelehrten abgesegnet. Davor wurde es für die Öffentlichkeit drei Jahre lang in einem Raum der zentralen Mesjid Agung in Palembang ausgestellt. In diesen drei Jahren sollten vor allem diejenigen aus der Bevölkerung, die den Qur’an auswendig in ihren Herzen tragen, jeden Buchstaben des geschnitzten Qur’an anschauen und eventuelle Fehler dem Moscheekomitee melden. Insgesamt sieben Jahre dauerte die Fertigstellung. Am 30. Januar 2012 wurde dann der Al Qur’an Raksasa, wie er im Indonesischen genannt wird, vom damaligen Indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono eingeweiht. Heute kann man den Riesen-Qur’an in der Islamschule Pondok Pesantren Al Ihsaniyah Gandus Palembang bewundern. Es wird gesagt, dass der Al-Qur’an Akbar in Palembang der größte Qur’an der Welt sei, der auf Tembesu Holz geschnitzt worden ist.

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