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Das Glück im Stillen

Studie aus Mannheim erkennt einen Zusammenhang zwischen Zufriedenheit und Einheitsdenken

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Foto: WisconsinMuslimJournal.org

(iz). Glauben wir dem Hype und der, im Modus der Dauerempörung gehaltenen Erregungszuständen, scheint es um die Muslime und ihre Lage in Deutschland rundum schlecht bestellt. Regelmäßig wechseln sich Meldungen von Übergriffen mit anderen negativ konnotierten Dingen ab. Verstärkt wird dieser Seinsmodus durch einen innermuslimischen „Diskurs“, in dem eben seit einiger Zeit die Beschreibung des Negativen eine dominante Rolle einnimmt. Gleichzeitig bieten gemeinschaftliche Stimmen (noch) zu selten eine Möglichkeit des kathartischen Umgangs mit diesen Phänomenen an.

Doch ist das so? Vergleichbar zur „Islam­kritik“ der „Panikmacher“ (P. Bahners) funktioniert diese Konstruktion unseres Welt- und Erfahrungsbildes in signifikanter Höhe dem Modell einer subjektiven Collagetechnik. Wie bei jeder Aufmerksamkeitsökonomie gehen auch hier der funktionierende Alltag und die vielen, bestehenden Erfolgsmodelle einer gelungenen muslimischen Existenz unter. Und wie ist es um die Zufriedenheit deutscher Muslime bestellt?
Hierzu veröffentlichte die Amerikanische Psychologische Vereinigung Anfang April eine interessante, mehrteilige Studie der Universität Mannheim. In einer ersten, vorbereitenden Erhebung fand die verantwortliche Forscherin ein signifikantes Verhältnis zwischen dem Gefühl des Einsseins und der Lebenszufriedenheit.

In einer zweiten Studie schaute Dr. Laura Marie-Edinger-Schons, die Autorin der Studie, auch auf den Aspekt der Religion. In verschiedenen philosophischen und religiösen Texten – insbesondere in der islamischen Lebensweise – gehört das Einheitsdenken zum Kernbestand der Lehre. Teilnehmer der Erhebung kamen aus einer Vielzahl religiöser Hintergründe – wie Protestanten, Katholiken, Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten und Atheisten. Letztere machten ein Viertel der Befragten aus.

Obwohl Frau Dr. Edinger-Schons den Aspekt des Einsseins als unabhängig und auch getrennt von „Religion“ sieht, ergab die Mannheimer Studie, dass muslimische Befragte den größten Durchschnitt bei den Zufriedenheiten hatten – und Atheisten den niedrigsten. Sie habe es nicht überraschend gefunden, dass sich bei Atheisten die geringsten Werte für Einssein finden ließen, sondern wie stark diese bei unterschiedlichen Religionen variierten, „wo Muslime die höchsten Werte zeigten“.

Nicht nur Studien wie die Mannheimer, sondern die Alltagserfahrung so vieler Menschen belegen die Wahrnehmung einer Trennung von „Diskurs“ und dem Leben. Es ist an uns, dass wir letzterem wieder die Bedeutung verleihen, die ihm zukommt.

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Sulaiman Wilms

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