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Das Inselreich brennt

Indonesien: Beobachter gehen von rund 100.000 Opfern des Smogs aus. Von Nika Knight

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Foto: TOMS Indonesie | Public Domain

Mehr als 100.000 Menschen sollen durch Erkrankungen infolge der verheerenden Waldbrände vom vergangenen Jahr in Indonesien gestorben sein. Das geht aus einer Studie von Forschern der US-Universitäten Columbia und Harvard hervor.

(Common Dream News). Während illegale Rodungsbrände wieder unzählige Morgen tropischer Torfflächen in Indonesien verbrennen, haben neue Forschungen ergeben, dass im letzten Jahr rund 100.000 Menschen an den Folgen der Feuersbrünste starben. Ursache dafür waren zumeist giftige Gase.

Jährlich werden diese Flächen in Brand gesetzt, um billig und bequem tropische Moorflächen in Ackerland zu verwandeln. Auf diesen entstehen dann Plantagen für Palmöl und Papierholz. Obschon formal verboten, scheiterte Indonesien historisch daran, dieser zerstörerischen Praxis Einhalt zu gebieten.

Ein indonesischer Forscher beschrieb die Brandrodungen des letzten Jahres als „ein Verbrechen gegen die Menschheit“. Und die US-Raumfahrtbehörde NASA charakterisierte die außer Kontrolle geratenen Feuer als die schlimmste Klimakatastrophe auf der Welt in dieser Zeit.

Und doch berichtete die indonesische Regierung im letzten Jahr von nur 19 Todesfällen durch die Feuerwalze, die Schulen zur Schließung zwang und Flüge in den Nachbarländern Malaysia, Singapur und Thailand unmöglich machte. Eine Studie, die im Fachmagazin „Environmental Research Letters“ veröffentlicht wurde, „kombiniert Satellitendaten mit Modellen über die Gesundheitsfolgen des Rauchs sowie den Ergebnissen der Messstationen für Luftverschmutzung“, schrieb der „Guardian“.

Diese Daten veranlassten die Forscher zur Schätzung, wonach 100.300 Menschen am giftigen Smog starben, der 2015 die Region wochenlang verhüllte. Sie schätzen 91.600 Tote in Indonesien, 6.500 in Malaysia und 2.200 in Singapur. Nach Ansicht von anderen Fachleuten seien die Zahlen konservative Schätzungen.

Greenpeace sagte in einer Pressemitteilung: „Die Kosten für die menschliche Gesundheit in dem neuen Bericht sind eine konservative Schätzung. Die Studie beinhaltete nicht die Folgen des Giftgemischs, die Teil des Smogs bildeten – wie Kohlenstoffmonoxide, Formaldehyd, Wasserstoffcyanid, Arsen und viele andere. (…) Schäden für Kinder und Schwangerschaften wurden nicht mit einbezogen, obwohl der Bericht anmerkte, dass es zu erheblichen Auswirkungen für Kinder kommen werde.“

Die Umweltschutzorganisation führte auch die Aussagen von Dr. Nursyam Ibrahim an. Ibrahim ist stellvertretender Vorsitzender der Sektion von West Kalimantan in der Medizinischen Vereinigung Indonesiens. Die größten Auswirkungen der Inhalation von Rauchteilchen, die bei den Torffeuern entstünde, beträfen empfindliche Gruppen wie Alte, Schwangere, Babys und Kinder. Die Ärztevereinigung forderte alle interessierten Parteien auf, gemeinsam Feuer zu vermeiden. Die Qualität der indonesischen Humanressourcen sei in Gefahr. Die Kosten sind nicht natürlich nicht auf Menschen begrenzt. Orang-Utans seien zu Tausenden vertrieben worden und erkrankten, als ihre Lebensräume in Rauch aufstiegen.

Und die Katastrophe setzt sich fort. Die Feuersaison in Indonesien hat wieder richtig begonnen. Im letzten Monat war Singapur erneut von toxischen Rauchwolken bedeckt. In den letzten Wochen sollen auch relativ unberührte Zonen in Papua angesteckt worden sein. (CCL 3.0)

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