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Halal-Fashion: Das Interesse wird sich lange halten

Warum engagieren sich die globalen Modemarken auf dem Markt für Halal-Fashion?

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Foto: Archiv

„Es handelt sich um eine ganz andere Einstellung. Das ist ein anderes Publikum mit sehr unterschiedlichem Konsumverhalten. Und wenn eine Marke das begreift, dann wird sie erfolgreich sein … kann man dieses Publikum erreichen, bindet man diese Verbraucherinnen ein Leben lang an sich.“

(AJE). Burberry, Dolce & Gabbana und DKNY versuchen derzeit alle, auf dem am schnellsten, wachsenden Markt zu reüssieren – dem für „islamische“ Mode. Was als Nischengeschäft einer Branche begann, die wohlhabende Kundinnen mit einmaligen Aktionen für religiöse Anlässe bediente, wächst mittlerweile zu einem globalen Trend für Käuferinnen, die sich konservativ kleiden wollen.

Laut dem Pew Research Center sind Muslime die am schnellsten wachsende religiöse Hauptgruppe der Welt. Schätzungen zufolge werden sie bis 2050 ­weltweit 2,7 Milliarden sein, was 29,7 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Und wenn es um den Sektor der sogenannten Modest Fashion geht, dann ­belaufen sich die Schätzungen für Wachstumsraten bis 2023 auf fünf Prozent pro Jahr. Das Gesamtvolumen dieses Marktes soll sich dann auf 324 Milliarden Euro belaufen.

Derzeit ist die Türkei der größte Kunde für diesen Bereich: 25 Milliarden Euro. Gefolgt wird sie von den Vereinten Arabischen Emiraten sowie Indonesien. Es handelt sich hier aber nicht um einen Trend, der überall gleich passt. Was in Indonesien beliebt ist, muss nicht die gleiche Anziehung im Nahen Osten entwickeln.

„Das ist keine neue Sache, keine vorüberziehende Laune. Es gibt dieses Interesse seit Anfang an und es wird bestehen“, meinte Alia Khan, Vorsitzende des Islamic Fashion Design Council, über den Anstieg dieser Modebranche. „Es ist vielmehr überraschend, dass wir jahrelang keine Plattform dieser Art beobachten konnten.“

Khan schreibt dieses Interesse den sozialen Netzwerken sowie der Präsenz „muslimischer Fashionistas“ sowie „einflussreichen Influencerinnen“ zu. Sie hätten viel damit zu tun, dass sich die globalen Bekleidungsmarken dem Thema zugewandt hätten.

„Die Chancen sind seit Langem da. Wir haben diesen Verbrauchermarkt bereits seit erheblicher Zeit. (…) Muslimische Konsumentinnen sind eigentlich heißbegehrte Kundinnen. Schließlich sind sie wahrgenommen worden und erhalten ein zustimmendes Nicken von Marken wie D&G, DKNY, Victoria Beckham, Tommy Hilfiger – sie sind alle dabei. Zara ist mit seiner eigenen Ramadan-Kollektion auf den Markt gekommen.“

„Marken, die dieses Publikum verstehen, müssen eine gewisse Sorgfalt walten lassen“, sagt Khan. „Es ist eine völlig andere Denkweise, es ist ein anderes Publikum, es ist ein anderes Verbraucherverhalten. Und wenn die Marke das verstehen kann, werden sie Erfolg haben.“

Nach Ansicht von Khan haben einige der vorgestellten Ramadan-Kollektionen nicht ganz „den Punkt getroffen“. Die Konsumentinnen hätten das reflektiert. Es habe einen erheblichen Verkehr in den sozialen Medien gegeben. Die ­Fashionistas hätten sich nicht repräsentiert gefühlt. „Es gibt gewisse Richtlinien, die respektiert werden müssen. Für die Unternehmen ist das eine lebenslange Reise.“

Einige der am meisten auf die Bedürfnisse der VerbraucherInnen ausgerichteten Personen sind natürlich junge muslimische UnternehmerInnen. „Die jungen muslimischen Designer und Start-ups, die Erfolg haben, tun dies, weil sie diesen Markt verstehen und vielleicht sind sie auch der Markt“, betont Alia Khan.

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