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Das Lehrgedicht „Al-Murschid Al-Mu’in” von Ibn ‘Aschir enthält wesentliche Elemente des Islams. Von Dr. Asadullah Yate

Was wir über den Din wissen müssen (9)

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(iz). Imam ‘Abdulwahid ibn ‘Aschir war ein bekannter marokkanischer ­Gelehr­ter des 11. Jahrhunderts nach der Hidschra. In seinem bekannten Lehrgedicht „Al-Murschid Al-Mu’in” sind die drei Teilelemente des Islam – ­Islam, Iman und Ihsan – verständlich und kompakt zusammengefasst.

Im folgenden Abschnitt geht es um die Usul, die Prinzipien des Din, deren Furu’ (Zweige) dem Muslim dabei helfen, ans Ziel zu gelangen.

48. Das Urteil im Gesetz ist dass die Ansprache unseres Herrn Handlung seitens des Mukallaf erfordert, dies bedenket!

Ibn ‘Aschir spricht im folgenden über die Urteile der Scharia, und diese Urteile ergeben sich daraus, dass unser Herr uns direkt anspricht, beziehungsweise über die Zunge Seines Gesandten. Er ruft uns auf, etwas zu tun oder nicht zu tun. Dies führt dazu, dass der Mukallaf zur Handlung angehalten ist. Mukallaf ist eine Person, welche die Pubertät erreicht hat, egal ob männlich oder weiblich, die geistig gesund ist und die natürlich Muslim ist. Der Herr spricht also den Mukallaf an und fordert bestimmte Dinge von ihm.

49. Handlung, die erforderlich ist, oder erlaubt, oder die ausgeführt wird aufgrund eines Grundes (Sabab), einer Bedingung (Schart), oder eines Verbotes (Nahjun).

Entweder verlangt Er etwas, oder Er erlaubt es, dass bestimmte Dinge getan werden, oder Er legt dem Mukallaf durch einen Grund eine Verantwortung auf. Das bedeutet, um ein Beispiel zu nennen: Der Grund, warum wir das Dhuhr-Gebet beten, tritt ein, wenn die Sonne den Zenith überschritten hat. Und eine Bedingung für die Verrichtung des Dhuhr-Gebetes, das durch den Grund eintritt, dass die Sonne den Zenith überschritten hat, ist dass man zuvor die rituelle Waschung (Wudu’) durchgeführt hat. Oder auch etwas, das einen davon abhält, etwas zu tun.

Zum Beispiel, wenn man im Zustand der Dschanaba, der größeren rituellen Unreinheit ist, so hält einen dies von der Durchführung des Gebets ab. Wenn man das ‘Asr-Gebet bereits gebetet hat, so hält dies davon ab, irgendwelche weiteren Gebete durchzuführen, bevor die Zeit des Maghrib-Gebetes eintritt, weil in dieser Zeit Gebete mit Ausnahme von Pflichtgebeten nicht zulässig sind. Es gibt also Gründe, Bedingungen oder auch Dinge, die die Durchführung bestimmter Handlungen, die in der Scharia angelegt sind, untersagen.

50. Die Unterteilungen der Urteile in der Scharia sind fünf: Verpflichtend (Fard), Empfohlen (Nadb), Verpönt (Makruh), Verboten (Haram) und

51. Erlaubt (Ibaha). Ein absoluter Befehl ist verpflichtend, und jene, die nicht verpflichtend sind, sind empfohlen, so beachtet dies!

52. Was eine Untersagung (Nahi) beinhaltet, ist verpönt, und wenn diese absolut ist, dann ist es ein Verbot. Das Erlaubtsein bedeutet, dass es erlaubt ist, es entweder zu tun oder nicht zu tun, und dies vollendet die fünf.

Es gibt also das Fard, was eine absolute Verpflichtung ist; man muss es tun, und wenn man es nicht tut, ruft man den Zorn und die Bestrafung Allahs auf sich. Dann das, was empfohlen ist, zu tun – wenn der Diener Allahs dies tut, wird er belohnt; wenn er es aber unterlässt, wird er nicht bestraft. Vor der Verpflichtung (Fard) gibt es kein Entfliehen, man muss es tun, gemäß dem göttlichen Befehl. Das, was sich eine Stufe unterhalb dieses absoluten Befehls befindet, ist empfohlen (Mandub) zu tun. Sodann das Verpönte; man soll es vermeiden, doch behinhaltet es keine Bestrafung, wenn es getan wird. Das Verbotene hingegen zieht Bestrafung durch Allah nach sich. Erlaubt (Mubah) ist, was zulässig ist, was man tun oder lassen kann, ohne dass es Bestrafung oder Belohnung mit sich bringt; zum Beispiel das Sitzen auf einem Stuhl.

53. Das Verpflichtende ist von zweierlei Art: das Kollektive (Fard Kifaja) und das Individuelle (Fard ‘Ain), und das Empfohlene beinhaltet diese beiden Arten hinsichtlich der Sunna (Kifaja und ‘Ain). Es ist eine auf der muslimischen Gemeinschaft liegende Verpflichtung, das Gebet für eine verstorbene Person durchzuführen. Wenn einige aus der Gemeinschaft dies übernehmen, entfällt die Verpflichtung für die anderen. Ein anderes Beispiel ist jemand, der zum Beispiel Fiqh unterrichtet für jene, die es nicht kennen. Es ist ausreichend, dass einige aus der Gemeinschaft diese Aufgabe der Lehre übernehmen. Fard ‘Ain hingegen ist eine individuelle Verpflichtung, die auf jedem einzelnen Muslim liegt, also für jeden ­Einzelnen, für jeden Mukallaf, individuell verpflichtend ist. Ibn ‘Aschir sagt weiter, dass das Empfohlene (Mandub) auch die Sunna des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, beinhaltet. Und auch die Sunna ist in zwei Bereiche, die des Kifaja und die des ‘Ain, ­unterteilt.

Es ist zum Beispiel eine Sunna, vor dem Gebet den Adhan und die ‘Iqama zu rufen, aber wenn einer dies übernimmt, so ist diese Empfehlung erfüllt und für die anderen Anwesenden nicht mehr gegeben. Zur Sunna ‘Ain gehören all die vielen Aspekte der prophetischen Vorbilds, die Allah und Sein Gesandter uns angehalten haben, zu tun.

Zum Beispiel die Sunna-Gebete vor und nach den Pflichtgebeten, das Witr-Gebet, das nächtliche Gebet, sowie all die Sunnas, die mit dem guten Verhalten (Adab) zu tun haben, oder sich gegenseitig zu helfen und so weiter. Man wird nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn man sie unterlässt, aber wenn man sie tut, so wird man belohnt.

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