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Das Lehrgedicht „Murschid Al-Mu’in“ von Ibn ‘Aschir enthält wesentliche Elemente des Islams. Von Dr. Asadullah Yate

Was wir über den Din wissen müssen (5)

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(iz). Imam ‘Abdulwahid ibn ‘Aschir war ein bekannter marokkanischer Ge­lehr­ter des 11. Jahrhunderts nach der Hidschra. In seinem bekannten Lehrgedicht „Al-Murschid Al-Mu’in“ sind die drei Teilelemente des Islam – Islam, Iman und Ihsan – verständlich und kompakt zusammengefasst.

26. Wären die Eigenschaften der Unabhän­gig­keit und Nichtbedürftigkeit nicht notwen­di­gerweise die Seinen, dann müsste Er be­dürf­tig sein, und wäre Er nicht Einer, dann hätte Er keine Macht.

Wenn Er nicht der Eine und Einzige wäre, dann müsste es jemanden zweites ge­ben, der Ihm die Macht streitig ­­­ma­chen würde, und Seine Macht wäre ­ein­geschränkt. Aber Er ist Einer in Sei­nem Wesen, Einer in Seinen Eigenschaf­ten und Einer in Seinen Handlungen. ­Allah sagt im Qur’an, dass Er uns und unsere Handlungen erschaffen hat. Alle Eigenschaften in der Schöpfung gehen aus ­Sei­nem Wesen, Seiner Essenz hervor, und alle Handlungen, alle Bewegungen in der Schöpfung leiten sich aus Seinen Ei­genschaften hervor; alle sind Aspekte Seiner Einheit.

27. Wäre Er nicht der Lebendige, Wollende, Wissende und Mächtige, dann würde man die Welt nicht sehen. Mit anderen Worten: Wenn Er nicht die Eigenschaften hätte, die notwendig sind, um die Welt in die Existenz zu bringen. Die Welt ist ein Resultat ­Seiner Lebendigkeit, und dass Er ihr Leben gegeben hat. Sie ist ein Ergebnis Seines Wil­lens, denn wenn Er etwas will, so sagt Er: „Sei! Und es ist“.

Allah ist Wissend, und die Welt ist mit Wissen erschaffen, sie geht aus Sei­nem Wissen hervor, und sie kommt mit Macht in die Existenz. Und Allah hat auch die Macht, die Lebensspanne für jedes Ding in der Schöpfung zu bestimmen, wie auch dessen Größe, Form, Farbe und so weiter.

28. Jede Folgerung aus diesen sechs Annahmen ist absolut falsch und nichtig, daher ist auch jegliche derartige Annahme ebenfalls falsch und nichtig.

Wenn Allah nicht die Eigenschaften der Unabhängigkeit und Nichtbe­dürf­tig­keit hätte, dann müsste Er abhängig und bedürftig sein. Diese Folgerung, wie alle anderen ähnlichen aus diesen An­nah­men, sind absolut unmöglich und un­gül­tig, und daher müssen die ihnen voraus gehenden Annahmen ebenfalls unmög­lich und nichtig sein. 29. Und der Beweis Seines Sehens, Hörens und Sprechens erfolgt durch Überlieferung, und weiterhin durch Ableitung von Seiner Perfektion.

Der Gesandte Allahs, Segen und Friede auf ihm, hat bestätigt, dass Allah so ist, dass Er die Eigenschaften des Sehens, Hörens und Sprechens besitzt. Und dies ist natürlich auch durch die qur’anische Überlieferung bestätigt, und zwar mutawatir, vielfach überliefert, sozusagen von Tausenden von Tausenden überliefert, und so weiter, bis letztlich vom Gesandten Allahs, vom Engel Dschibril. Ein weiterer Beweis, dass Allah diese drei Eigenschaften hat, besteht darin, dass Perfektion notwendigerweise eine Eigenschaft Allahs ist. Wenn Er diese drei Eigenschaften nicht hätte, würde das Nichtperfektion des Schöpfers bein­hal­ten. Da Seine Perfektion aber notwendig ist, denn Er ist Allah, muss Er diese ­Ei­gen­­schaften haben. Seine Perfektion ­setzt dies voraus.

30. Wenn das Mögliche unmöglich oder auch zwingend wäre, dann würden die Wirk­lichkeiten und Wahrheiten notwendigerweise auf den Kopf gestellt.

Mit anderen Worten, wenn es absolut notwendig oder zwingend wäre, dass Allah Seinen Gesandten sendet, wenn Allah quasi dazu verpflichtet und es nicht nur eine Möglichkeit wäre, so würde dies unser ganzes Verständnis dessen, wer ­Allah ist, umkehren, denn Allah hat die Möglichkeit, den Propheten oder die Propheten insgesamt zu senden, wenn Er es will; Er sendet sie durch Seine Gna­de, Seine Weisheit, Seine Großzügigkeit. Es ist aber nicht zwingend für ihn, dies zu tun. Wenn es beispielsweise für den Schnee auf einmal unmöglich wäre, zu schmel­zen, wenn die Sonne schiene, dann wür­de dies das ganze Verständnis dessen, was in der Schöpfung möglich ist, durch­einander bringen. Es gibt also bestimmte Gesetzmäßigkeiten in der Schöpfung, und wenn man das Unmögliche möglich machen oder das Mögliche zwingend notwendig machen würde, so würde un­ser Verständnis davon, wer Allah ist und was die Schöpfung ist, zerstört ­werden.

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