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Das Mondlicht der Mongolei

Aysegül Bunsuz berichtet über den Stand der WEFA-Waisenhilfe in dem zentralasiatischen Land

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Foto: WEFA, Autorin

(WEFA). Sie heißt Aysaula und ist erst 15 Jahre alt. Bis vor drei Jahren lebte sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem 12- jährigen Bruder in einer 1-Zimmer Wohnung. Heute ist sie in einem Waisenhaus in der Mongolei untergebracht, welches von der humanitären Hilfsorganisation WEFA e.V. unter dem Waisenpatenschaftsprojekt unterstützt wird. Trotz der Sehnsucht nach ihrer Mutter und ihrem Bruder wollte sie sich die Ausbildung, welche im Waisenhaus angeboten wird, nicht entgehen lassen.

Aysaula sagt, dass sie ihre Lehrer und Freunde liebt: „Sie sind alle wie meine Familie. Jeder hier hilft sich gegenseitig. Meine Lehrer sind sehr nett. Sie kümmern sich sehr um uns.“

An manchen Wochenenden kommt ihre Familie, um sie zu besuchen. An­ anderen Wochenenden wiederum geht Aysa­ula selber nach Hause, um mit ihnen Zeit zu verbringen. Mit tränenreichen Augen erzählt sie, dass ihre Mutter ständig Kopf- und Nierenschmerzen hat und fügt hinzu: „Mein größter Traum ist, dass meine Mutter nie krank wird und immer bei uns bleibt.“

Wir möchten, dass Aysaula uns ein wenig über die Gegend erzählt, in der sie lebt.

„Wir leben in der Stadt Bajan-Ölgii. Jeder baut hier sein eigenes Haus.  Zual­lererst bereiten die Männer eigenhändig die riesengroßen Ziegelsteine zu und mit diesen errichten sie ihre Häuser. Im Winter ist es hier sehr kalt. Die Temperaturen sinken bis zu einem Wert von minus 50 Grad.  Die finanzielle Situation der Menschen ist ebenfalls nicht gut. Die meisten Menschen sind arbeitslos oder arbeiten unter sehr schweren Bedingungen. Diejenigen, die krank werden und nicht die Möglichkeit haben sich behandeln zu lassen, kommen ums Leben. Mein Vater soll auch in der Kälte unter schweren Zuständen gearbeitet haben. Danach wurde er schwer krank und starb. Ich vermisse meinen Vater so sehr“, sagt sie mit weinender Stimme.

Ihre Augen füllen sich mit Tränen. Dann reißt sie sich zusammen und fängt an mit einem halb traurigen und halb lächelnden Gesicht die Erinnerung an ihren Vater zu erzählen. „Mein Vater starb, als ich 4 Jahre alt war. Aber ich erinnere mich an die guten Zeiten, die ich mit ihm verbracht habe. Zum Beispiel gingen wir einmal zusammen picknicken. Ich erinnere mich, wie mein Vater dort mit mir spielte und mich liebevoll in seinen Armen hielt.“

Aysaula besucht momentan die 9. Klasse und liebt die Schule sehr. Sie sagt, dass ihr Lieblingsfach Türkisch ist, weil sie später gern in der Türkei studieren möchte. Sie möchte Lehrerin werden. Auf die Frage „Warum?“ antwortet sie mit hoffnungsvollen Augen: „Ich möchte ein Waisenhaus eröffnen und mich um die Waisenkinder kümmern. Ich möchte, dass sie wissen, dass sie nicht allein sind, auch wenn ihre Eltern nicht bei ihnen sind.“

Wir fragen Aysaula nach der Bedeutung ihres Namens. “Mondschein”, sagt sie mit einem warmen Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie hat wirklich ein wunderschönes Gesicht, das wie ein Mondlicht leuchtet, entsprechend der Bedeutung ihres Namens. Ihre liebste Eigenschaft ist, dass sie sehr barmherzig ist und erinnert uns hierbei an den Hadith „Wer nicht barmherzig ist, wird keine Erbarmung erhalten.“

„Lächeln“ sagt sie schnell im Anschluss, „Ich liebe es, zu lächeln“ und mit strahlenden Augen fügt sie noch hinzu, „Der Mensch ist schön, wenn er lächelt.“ Aysaula bedankt sich bei ihren Paten, die ihr durch die WEFA geholfen haben und appelliert an alle Kinder der Welt:  “Seid immer glücklich, dankbar und lächelt immer.“

Eine Person, Gruppe oder Organisation kann regelmäßig die Bedürfnisse von Waisenkindern für nur 35€ im Monat erfüllen und eine Waisenpatenschaft eingehen. WEFA hilft vorrangig in Kriegsgebieten und in Regionen, in denen die Menschen Naturkatastrophen ausgesetzt sind und in Armut leben. In 22 Ländern und Regionen werden für die Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Bildung und Gesundheit der Waisen gesorgt. Sponsoren werden neben einem Foto des Waisen über seine Herkunft, die Stadt, in der sie/er lebt, ihr/ihr Alter und ihren/seinen Namen informiert. Diese Informationen werden per E-Mail oder postalisch zur Verfügung gestellt. Einmal im Jahr erhalten die Waisenpaten Berichte über Waisen. Durch die Patenschaft unterstützt die WEFA Internationale Humanitäre Organisation regelmäßig fast 4.000 Waisenkinder in 22 Ländern.

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