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Das SCHLAGWORT: über die Salaf As-Salihin

Diffamierung einer Generation

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(iz). Egal, ob angezählte Ex-Boxer oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch.

Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können.

Schaikh Abdalhaqq Bewley beschreibt in einem Buch über die fünf Säulen des Islam die Salaf als „die korrekt ­handelnden, ersten Generationen“. Seine Ehefrau, Aisha Bewley, die zu den führenden Gelehr­tinnen unserer Zeit gehört, definierte die Salaf (auch As-Salaf Salihin) als „frühe Generationen der Muslime; üblicherweise die Prophetengefährten (Sahabas), deren Nachfolger (Tabi’un) sowie deren Nachfolger (Tabi’ut-Tabi’in)“. In der Neuzeit sei der Begriff von modernen Gruppen unter Führung von Al-Afghani [eigentlich Al-Imrani] und Muhammad ‘Abduh zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernom­men worden.

So gehörte Imam Malik, Imam von Medina (der Heimstätte der Hidschra), zur dritten Generation der Salaf. Durch ­diese Bindung repräsentierte er die lebendige prophetische Sunna, wie sie von den Einwohnern von Medinas überliefert ­wurde. Er war auch als „Imam der Imame“ bekannt, da Imam Muhammad Asch-Schaibani Al-Hanafi, Imam Asch-Schafi’i (und durch diesen Imam Ahmad ibn Hanbal) unter seinen Schülern waren.

Schaikh Dr. Abdalqadir bettet in einem Text die Salaf in das medinensische Modell ein. Sie seien untrennbar mit der gesegneten Stadt selbst verbunden. Ihre Anbetung sei eine einheitliche Lebensweise gewesen, die durch „aufs stärkste bestätigte Hadithe“ gestützt wurde. „Medina war im sprichwörtlichen ­Sinne der Ort des Dins.“ Und, so möchte man hinzufügen, die Salaf ihr menschlicher Ausdruck.

Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“ (Von Malik Özkan)

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