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Demonstrationen in Ägypten

Brutale Niederschlagung der Proteste durch Sicherheitskräfte

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Foto: kremlin.ru

Berlin (dpa). Zum ersten Mal seit Jahren ist es wieder zu größeren Protesten gegen die politische Führung in Ägypten gekommen. Über das Wochenende forderten Hunderte Ägypter den Sturz des Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Oppositionsmedien berichteten von Demonstrationen auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo sowie in Alexandria, Suez und Mansura.

Seit der Machtübernahme durch das Militär im Jahr 2013 hatte es kaum noch größere Proteste oder Demonstrationen in Ägypten gegeben. Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sind dort sehr eingeschränkt. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden in vergangenen Jahren Zehntausende aus politischen Gründen festgenommen und Hunderte zum Tode verurteilt. Das Militär hatte den damaligen Präsidenten Mohammed Mursi im Juni 2013 nach Massenprotesten abgesetzt.

Bei den Protesten am Freitag setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein. In Kairo seien mehrere Demonstranten von der Polizei festgenommen worden, berichtete die unabhängige Website Mada Masr. Am Samstag kam es in Suez zudem zu kleineren Protesten, wie auf Videos im Internet zu sehen war. Am Sonntag, der in Ägypten den Beginn der neuen Arbeitswoche markiert, war am Tahrir-Platz in Kairo das übliche Treiben zu beobachten. Teils waren dort Sicherheitskräfte postiert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch rief die Führung in Ägypten auf, die friedlichen Proteste nicht zu verhindern. Die Behörden sollten zudem alle Festgenommenen unverzüglich freilassen, teilte die Organisation am Samstag mit. Al-Sisis Sicherheitskräfte hätten erneut brutale Methoden angewandt, um friedliche Proteste kleinzuhalten, sagte der stellvertretende Nahost- und Nordafrikadirektor von Human Rights Watch, Michael Page. „Die Behörden sollten erkennen, dass die Welt zuschaut und alle Schritte unternehmen, um eine Wiederholung früherer Gräuel zu verhindern.“

Zu den Protesten hatte unter anderem der im Exil lebende ägyptische Bauunternehmer und Schauspieler Mohammed Ali in der vergangenen Woche aufgerufen. In mehreren Videos, die er auf seiner Facebookseite veröffentlicht hatte, warf er dem Präsidenten und der ägyptischen Armee Korruption vor. Ali hatte selbst nach eigenen Angaben 15 Jahre mit der ägyptischen Armee zusammengearbeitet. In der vergangenen Woche hatte Präsident Al-Sisi die Vorwürfe zurückgewiesen.

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