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Der immense Stellenwert von Asch-Scham

Was lässt sich im Qur’an und in den prophetischen Aussagen über die Bedeutung des größeren Syriens finden? Sayyid Muhammad Ibn ‘Alawi Al-Maliki

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(iz). Das arabische Wort Asch-Scham1 bedeutet „der Norden“ in Relation zum Hidschaz [der Region von Medina, Mekka und Dschidda; der Geburtsregion des Islam] und bedeckt die Gebiete des heutigen Syriens, Palästinas [und Israels], des Libanons und Jordaniens – vom Euphrat bis zum Sinai. Ibn Hibban sagte: „Asch-Scham beginnt in Balis [östlich von Aleppo] und endet in ‘Arisch Misr [an der Grenze zu Ägypten].“2 Die lexikalische und geografische Einbeziehung von Al-Quds (Jerusalem) in Asch-Scham in der Sprache der Araber wird durch die Überlieferung von Salman Al-Farsi bestätigt, der Christen in Persien fragte: „Wo liegt der Ursprung eurer Religion?“ Diese antworteten: „In Asch-Scham.“ Im zeitgenössischen Verständnis wird Asch-Scham häufig mit dem alten Damaskus gleichgesetzt. Das arabische Wort für das letztere ist Dimaschq, was einem authentischen Hadith zu entnehmen ist.

Im Noblen Qur’an

Allah segnete das Land von Asch-Scham, als Er sagte: „Preis sei Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener von der Heiligen Moschee zu der Fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Al-’Isra’, 1)

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, berichtete über diese Begebenheit: „Mir wurde der Buraq [ein himmlisches Reittier] gebracht, ein großes weißes Reittier, größer als ein Esel, aber kleiner als ein Maultier. Es konnte seine Hufen auf die fernste Grenze seines Blickes setzen. Ich bestieg ihn, bis ich an das geheiligte Haus [Bait Al-Maqdis] kam. Ich band es an jenen Ring, den auch die Propheten vor mir benutzten. Ich betrat die Moschee und betete dort zwei Rak’as.“

Die Kommentatoren des Qur’an sind sich darin einig, dass durch die Anführung des prophetischen Berichts, wonach „der weit entfernte Ort der Anbetung, dessen Nachbarschaft Wir segneten“ Allahs Heiligtum in Al-Quds in Asch-Scham liegt. Ka’b Al-Ahbar sagte: „Allah hat Asch-Scham vom Euphrat bis zu Al-’Arisch [das heißt die ägyptische Grenze] gesegnet.“ Allah, der Erhabene, sagte auch: „Wahrlich, Wir bereiteten den Kindern Israels eine wahrhaftig schöne Heimstätte und versorgten sie mit guten Dingen.“ Die Gelehrten unter den Tabi’in [die Nachfolgegeneration, die nach den Prophetengefährten kam] erklärten, dass die „schöne Heimstätte“ Asch-Scham bedeutet.

Der Herr der Welten sagt weiterhin im Qur’an: „Und Salomo (machten wir) den Wind (dienstbar), der in seinem Auftrage in das Land blies, das Wir gesegnet hatten.“ (Al-Anbija, 81) Ibn ‘Abdussalam sagte, dass die Gelehrten unterschiedlicher Ansicht seien, ob dieser Segen in der Gegenwart der Propheten und Gesandten besteht oder in einem Reichtum an Ernten und Wasser.

Allah schwört im Qur’an: „Bei der Feige und der Olive, beim Berg Sinai.“ (At-Tin, 1-2) „Die Feige“ bedeutet Asch-Scham, „die Olive“ Palästina, welches ebenfalls in Asch-Scham liegt, genauso wie der Sinai. All diese drei Dinge stehen für Orte, die wiederum für Propheten stehen, namentlich Ibrahim, Isa (Jesus) und Musa (Moses).

Prophetische Aussagen

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, nannte Asch-Scham das reinste von Allahs Ländern. Der Ort, an dem Religion, Glauben und Sicherheit in Zeiten der Zerwürfnisse zu finden sind. Und die Heimat der Heiligen (Aulija, die Freunde Allahs), um derentwillen Allah die Versorgung der Menschen und Sieg für die Muslime über ihre Feinde herabsandte.

Der Prophet sagte: „Segen auf Asch-Scham, Segen auf Asch-Scham, Segen auf Asch-Scham.“ Man fragte ihn, warum, und er entgegnete: „Weil die Schwingen des Engels des Barmherzigen sich darüber breiten.“ Ibn ‘Abdussalam sagte: „Dies ist eine Bestätigung der Tatsache, dass Allah bestimmte Engel mit der Wacht über Asch-Scham und seinem Schutz betraut hat.“ Der Prophet sagte: „O Allah, segne uns in unserem Scham und unserem Jemen!“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs! Und unserem Nadschd!“ Er antwortete nicht, sondern sagte wieder: „O Allah, segne uns in unserem Scham und unserem Jemen!“ Sie sagten erneut: „O Gesandter Allahs! Und unserem Nadschd!“ Der Prophet antwortete nicht, sondern sagte erneut: „O Allah, segne uns in unserem Scham und unserem Jemen!“ Sie sagten wieder: „O Gesandter Allahs! Und unserem Nadschd!“ Der Gesandte Allahs: „Von dort werden große Unruhen und Streitigkeiten kommen und von dort wird der Kopf von Schaitan erscheinen.“ In einer Überlieferung findet sich der Zusatz: „Und in ihm [dem Nadschd] befinden sich neun Zehntel alles Schlechten.“ Ibn Athir definierte An-Nadschd wie folgt: „Nadschd ist ein erhöhtes Gebiet und es ist ein spezifischer Name für das, was außerhalb des Hidschaz liegt und an den Irak grenzt.“ An-Nawawi sagte: „Nadschd ist das Gebiet, welches zwischen Jurasch (im Jemen) bis zu den ländlichen Gebieten außerhalb von Kufa (im Irak) liegt, und seine westliche Grenze ist das Hidschaz.“

Alle bestehende Erklärungen [der anerkannten Gelehrten] belegen, dass diejenigen, die der Ansicht sind, dass das Nadschd im Gebiet des heutigen Irak liegt, sich irren, da Nadschd zu jener Zeit – dies gilt auch heute noch – die gesamte Region östlich von Medina meint. Der Prophet sagte: „Während ich schlief, sah ich, wie die Säule des Buches unter meinem Kopf weggenommen wurde. Ich fürchtete, dass es fortgenommen würde, so folgte ich ihr mit meinen Augen und sah, dass sie in Asch-Scham eingegraben wurde. Wahrlich, in Zeiten des Streits wird der Glauben in Asch-Scham sein.“ Der Prophet wiederholte den letzten Satz drei Mal.

Ibn ‘Abbas fragte Ka’b Al-Ahbar: „Welche Eigenschaften des Propheten findest du in der Thora niedergeschrieben?“ Ka’b antwortete: „Wir finden ihn mit dem Namen Muhammad ibn ‘Abd Allah, seinen Geburtsort Mekka, seinen Ort der Auswanderung Tabah (das heißt Medina) und sein Königreich Asch-Scham. Er verwendet weder eine rüde Sprache, noch führt er sich wild auf den Marktplätzen auf. Er vergilt Schlechtes nicht mit Schlechtem, sondern vergibt und verzeiht.“ In einer anderen Version fügt Ka’b hinzu: „Seine Gemeinschaft sind die Lobpreisenden. Sie loben Allah in jedem glücklichen und unglücklichen Augenblick und verherrlichen Ihn in jedem Augenblick. Sie reinigen ihre Glieder, binden ihre Leibtücher und reihen sich zum Gebet wie zu der Schlacht auf. Das Geräusch in ihrem Orten der Anbetung ist wie das der Bienen. Ihre Rufer [zum Gebet] können in der Luft der Himmel gehört werden.“

Schuraih ibn ‘Ubaid sagte, dass die Leute von Asch-Scham in Anwesenheit von ‘Ali ibn Abi Talib erwähnt wurden, während er im Irak war [und sich in einer Auseinandersetzung mit ihnen befand]. Einige Leute sagten zu ihm: „Verfluche sie, O Regierender der Gläubigen.“ Er antwortete: „Nein, denn ich hörte den Gesandten Allahs sagen: ‘Die Stellvertreter (Al-Abdal) sind in Asch-Scham und es sind vierzig Männer. Jedes Mal, wenn einer von ihnen stirbt, bringt Allah einen anderen an seiner Stelle hervor. Durch sie bringt Allah den Regen, gibt uns Sieg über unsere Feinde und verhindert die Bestrafung der Leute von Asch-Scham.“

Der Prophet sagte: „‘Isa ibn Mariam wird bei dem weißen Minarett östlich von Damaskus herabsteigen, zwei leicht gefärbte Roben tragen und seine Hände auf die Flügel zweier Engel legen. Wenn er seinen Kopf bewegt, wird Wasser von ihm tropfen, und wenn er ihn erhebt, werden Perlen von ihm abfallen.“

‘Ata’ Al-Khurasani sagte: „Als ich mich entschied fortzugehen, beriet ich mich mit den Leuten des Wissens, die in Mekka, Medina, Kufa, Basra und Khurasan waren und fragte, wohin ich mit den von mir Abhängigen gehen sollte. Alle von ihnen sagten: ‘Nach Asch-Scham.’“

Quelle: Der Text ist eine gekürzte Fassung (ohne Fußnoten) eines Teils einer Aufsatzsammlung (Al-Sayyid Muhammad Ibn ‘Alawi Al-Maliki, The Prophets in Barzakh …, As-Sunna Foundation of America, 1999)

1 Aus Gründen eines fehlenden geeigneten Gegenstücks blieb das Wort unübersetzt.

2 Balis liegt rund 100 Kilometer östlich von Aleppo an der südöstlichen Schleife des Euphrats, während ‘Arisch Misr die erste ägyptische Stadt jenseits der Grenze zu Asch-Scham an der Küste des Mittelmeers ist. Die Definition wurde von Gelehrten wie As-Sujuti bestätigt.

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