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Der Pfad zu Allah

Nur durch Wissen kann die Reise zum Herrn der Welten gelingen. Von Schaikh ‘Ali Laraki

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Allah, der Erhabene, sagt im Qur’an: „Sprich: O mein Herr, erhöhe mein Wissen.“ Die Bedeutung dieser Worte ist: Sind diejenigen, die Wissen haben, gleich denen, die nichts wissen? Natürlich sind sie es nicht. Der Schöpfer sagte: „Allah wird diejenigen unter euch, die Iman [Vertrauen in und auf Allah] haben, in ihrem Rang erheben, genauso wie diejenigen, denen Wissen gegeben wurde.“ Demnach sind Iman und Wissen die Voraussetzungen für die Erhebung des eigenen Rangs bei Allah. Und Allah sagt: „Und nur diejenigen Seiner Diener mit Wissen haben Taqwa [furchtsames Verhalten angesichts der Gegenwart Allahs] vor Allah.“

Demnach kann wirkliche Gottesfurcht nur durch Wissen erlangt werden. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wenn Allah für jemanden etwas Gutes will, dann gibt er ihm korrektes Verständnis des Dins [die alltägliche Lebensweise des Islam].“ Der Gesandte Allahs sagte ebenfalls: „Wenn der Sohn Adams stirbt, wird er von seinen Handlungen mit Ausnahme dreier Dinge abgeschnitten: Anhaltende Wohltätigkeit, Wissen, welches Nutzen bringt, oder ein tugendhafter Sohn oder eine tugendhafte Tochter, die für ihn oder für sie beten.“

Vom Propheten wissen wir: „Diese Welt ist verflucht und alles in ihr, mit Ausnahme der Erinnerung an Ihn, der Gehorsam Ihm gegenüber, einem Lehrer und einem Schüler. Jeder, der auf der Suche nach Wissen auszieht, ist bis zu seiner Rückkehr auf dem Pfad zu Allah. Allah, Seine Engel, die Leute der Himmel und der Erde, sogar die Ameisen unter den Felsen sprechen Segenswünsche über jene, die den Leuten Wissen geben. Die Männer des Wissens sind die Erben der Propheten.“

Das Erbe des Propheten sind weder Dinar noch Dirham, sondern Wissen. Ihr Nachlass ist Wissen und jeder, der es nimmt, hat sich einen großen Anteil genommen.

Der Prophet sagte: „Allah wird kein Wissen von Seinen Dienern nehmen, sondern dass Wissen wird mit den Männern des Wissens verschwinden“, das heißt durch ihren Tod, „bis es keinen einzigen Mann mit Wissen mehr gibt. Dann werden die Menschen ignorante Männer als ihre Führer nehmen, die nach etwas gefragt werden und Fatwa ohne Wissen geben. Sie werden in die Irre gehen und andere in die Irre leiten.“

Dies ist die Bedeutung des Wissens. Es gibt solches, bei dem die Aneignung verpflichtend ist. Dies bedeutet, dass wir bei Befolgung belohnt werden und bei Nichtbeachtung geahndet. Die Nichtaneignung von verpflichtendem Wissen führt zur Strafe. Notwendiges Wissen ist unterteilt in persönliche Verpflichtungen (welches jeder einzelne kennen muss) und allgemeine Verpflichtungen, die für eine Gemeinschaft als Ganzes gelten.

Das erste notwendige Wissen, welches es zu besitzen gilt, sind die Glaubensüberzeugungen der Ahlu’s-Sunna wa’l-Dschama’a [niedergelegt in der Wissenschaft vom Kalam durch die beiden Imame Maturidi und Al-Asch’ari]. Also kann eine Person sich nicht nur auf Taqlid [die Nachfolgeschaft eines Gelehrten, wenn man selbst nicht über ausreichendes Wissen auf einem bestimmten Zweig verfügt] berufen, sondern muss einen gewissen Bestand eigenen Wissens besitzen.

Zweitens muss jeder [Muslim] wissen, was er braucht, um die Handlungen der ‘Ibada [Gottesdienst im weitesten Sinne] zu vollziehen. Jeder muss wissen, wie er oder sie korrekt das Gebet verrichtet, die Zakat richtig bezahlt, die Hadsch korrekt unternimmt und richtig fastet. Es reicht nicht aus, sich auf das zu verlassen, was bei anderen gesehen wurde. Wir müssen uns hinsetzen und lernen.

Das Wissen von jeder Handlung, die wir, wie das Verkaufen, Kaufen und Vermieten durchführen, ist Teil der Schari’a. Die Schari’a beruht nicht nur auf dem Gebet oder dem Fasten. Sie reguliert ebenso den Handel und alle anderen Transaktionen.

Das Wissen vom guten Charakter und den guten Eigenschaften sollte ebenso von uns und unseren Herzen angenommen werden. Gleiches gilt für die Kenntnis, wie wir die Krankheiten des Herzens beheben können.

Was die gemeinschaftlichen Verpflichtungen angeht, so bedeutet dies, tiefer in die unterschiedlichen Zweige des Rechts, der Hadithe etc. einzudringen. Gleichermaßen ist die Kenntnis von Medizin, Ingenieurwesen und Architektur auch eine soziale Verpflichtung. Die Wissenszweige, die im Islam nicht erworben werden dürfen, sind die Wissenschaften der abweichenden Sekten – sei es aus bloßer Neugier – und auch Zauberei. Diese Wissenszweige sind durch die Schari’a untersagt.

Bei all dem geht es um Ernsthaftigkeit, denn nur durch dieses Wissen können wir Allah wirklich so anbeten, wie wir es sollten. Das wichtigste Wissen ist jenes, welches den Menschen transformiert – insbesondere sein Herz.

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