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Der Ramadan bringt den Menschen in Verbindung zur kosmischen Wirklichkeit. Von Sulaiman Wilms

Fasten in der sonnigen Jahreszeit

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(iz). Während sich in Deutschland, und darüber hinaus, Millionen Erholungssuchende auf dem Weg in ihren Sommerurlaub machen, schlagen Abermillionen europäischer Muslime einen anderen, inneren Weg ein. Zeitgleich mit dem Aufbruch in die Ferien machen sich Deutschlands Muslime auf ihre Reise zum Herrn der Welten. Abhängig vom islamischen Mondkalender hat der Fastenmonat der Muslime, der Ramadan, dieses Mal seinen Anfang zu Beginn des zweiten Augustdrittels. In dieser Zeit enthalten sich praktizierende Muslime in der äußeren Welt bekanntermaßen des Trinkens, Essens, Rauchens und sämtlicher geschlechtlichen Beziehung. Diese äußere Enthaltsamkeit korrespondiert im Inneren mit dem Bestreben, die eigene Glaubenslandschaft zu reinigen und die persönlichen Eigenschaften zu verfeinern.

Der Weg, der uns dabei von unserem Schöpfer gewiesen wurde, ist der Verzicht auf die Dinge dieser Welt, sodass das Herz der Gläubigen zum Leben erwachen kann. Die dabei angewandten Mittel bestehen nicht nur im Verzicht auf die oben erwähnten Dinge, sondern auch in zusätzlichen, freiwilligen Handlungen wie dem Lesen des Qur’ans, dem Geben von Spenden, Kontemplation und zusätzliche Gebet, wie beispielsweise das gemeinschaftliche, abendliche Tarawih-Gebet. Interessanterweise verweist dessen sprachliche Wurzel schon auf seine Absicht. Es deutet im übertragenen Sinne auf „Vergeistigung“ der menschlichen Triebseele hin zum Höheren.

Der Ramadan an sich ist ein sich jährlich wiederholendes Ritual. Was ihn in diesem und den kommenden Jahren besonders gestaltet, ist die Tatsache, dass er wegen des wandernden Mondkalenders des Islams durch das Jahr des Sonnenkalenders wandert. In dieser Periode müssen Muslime folglich in den längsten und wärmsten Tagen des Jahres fasten. Dies gestaltet den Ramadan sicherlich für einen Teil der Muslime schwierig, weil die Zeit des Fastens – von Morgendämmerung bis zum abendlichen Sonnenuntergang – länger als im Winter ist. Andererseits kann die Fastenzeit – im Gegensatz zu den kurzen Wintermonaten – auch durchaus nutzbringender sein, weil sie so als intensiver erfahren werden kann.

Mit dieser kontinuierlichen Verschiebung durch das Jahr und den sich jeweils ändernden Bedingungen werden fastende Muslime in Verbindung zu den großen kosmischen Wirklichkeiten gebracht. Die Bewegung von Sonne, Erde und der konstante Wandel der Jahreszeiten können derart wieder als Teil der eigenen Existenz erfahren werden. Es ­erinnert uns daran, dass die Schöpfung einheitlich ist.

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