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Der Rapper Mo Sabry inspiriert junge Muslime in den USA

„Es gibt viele Irrtümer“

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„Ich wuchs in einer Gegend auf, in der es so gut wie keine Muslime gab und ­konnte erkennen, dass wir mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen haben.“ (Mo Sabry)

(OnIslam.net/iz). Für den jungen US-Muslim Mo Sabry begann sein Leben als anerkannter Rapper mit der Produktion von Liedern mit religiösen Inhalten, so genannte Annaschid. Sie sollten eine Alternative zum amerikanischen HipHop darstellen, der sich mehrheitlich um Sex und Drogen dreht. „Es gibt heute zu viele Lieder im Radio, die (…) zu schlechten Verhaltensweisen anregen“, sagte Sabry im Rahmen der diesjährigen Jahreskonferenz der Islamic Society of North America (ISNA) am 10. September.

Als Sohn pakistanischer Einwanderer wuchs Sabry in Johnson City (Tennessee) auf. Seit einem Jahr singt er auch über religiöse Themen in einem Genre, das nicht wirklich für seine Gottesfurcht bekannt ist. Mittlerweile gehört er zur wachsenden Avantgarde junger US-muslimischer Musiker, die Lieder wie Sabry schreiben und die langsam auch unter breiterem Publikum Interessenten finden.

Seine Entscheidung, in die Musik zu gehen, habe sein Leben insgesamt verän­dert. Sabry verweist dabei auf den chassidischen Künstler Matisyahu, der unter Rap- und Reggae-Fans eine breite An­hängerschaft für seine jüdisch-spirituellen Themen – wie die Hoffnung auf das Kommen des Messias – findet. Für den jungen Mann aus Johnson City sei dieser Künstler eine Inspiration gewesen. „Mir gefiel es, dass er sich keinem Druck beim Schreiben seiner Musik unterworfen hat und dass er anders war“, sagte Mo Sabry. „Er hatte erhebende Lieder, die spirituell waren.“

Auf der ISNA-Konvention trat Mo Sabry mit „Heaven is where her heart is“ auf. Ein Lied über ein praktizierendes Mädchen, dass sich auf den Weg nach Mekka macht. Trotz des Applauses der jugendlicheren Teile des Publikums ist das Lied nicht der größte Erfolg für den 22-jährigen Teenieschwarm.

Einer der letzten Songs des Sohnes pakistanischer Einwanderer konnte mehr als eine Million Besucher einheimsen. Er berichtet, dass sein Song „I believe in Jesus“ geschrieben wurde, um den Leuten im östlichen Tennessee zu zeigen, dass dieser Prophet auch von Muslimen geachtet wird.

„Ich wuchs in einer Gegend auf, in der es so gut wie keine Muslime gab und konnte erkennen, dass wir mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen haben“, sagt der Künstler. „Für mich“, so Sabry, „ging es darum, meinen Nachbarn die Hand zu reichen und ihnen zu zeigen, dass Muslime und Christen insgesamt die gleichen Erfahrungen machen würden“. Außerdem wollte er Missverständnisse über seine Religion bereinigen und ihnen bestätigen, dass die Muslime Jesus (arab. Isa) als Prophet betrachten.

„Es gibt so viele Irrtümer über Muslime. Zu glauben, dass ein Muslim nicht über Jesus reden oder ihn nicht lieben könnte, ist einfach eine falsche Vorstellung, und mein Ziel ist es, das zu berichtigen“, erklärt Sabry.

Hiphop und Muslime? Musikveteran hat Zweifel
Ayman ‘Raze’ Agabani war zu seiner Zeit eine Hälfte des HipHop-Duos „The Planets“. Sein Kollege war Pakistani MC Nomadic Poet. Sie produzierten ein Album, eine Handvoll Singles und EPs sowie eine Reihe von Videos. Agabani hat Zweifel am Musikbusiness unter muslimischen Vorzeichen. (aus einem früheren IZ-Artikel)

Als ehemaliger Teil der Bewegung, als Hip Hop noch nicht so beliebt war, habe ich die Höhen und Tiefen mit verfolgen können. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wieso wir diesen Trend befürworten und was unsere Absichten dabei sind. (…)

Der wichtigste Grund, warum ich mich zurückgezogen habe, waren die anhaltenden Rivali­täten mit anderen muslimischen wie nichtmuslimischen HipHop-Acts. (…) Schließlich nahm ich meine eigenen Überzeugungen so ernst, dass ich keine Lippenbekenntnisse abgeben konnte. (…)

In der Mitte der 90er Jahre wurde der Hip­Hop durch die Arbeit von Puff Dady, Notorius BIG, aber auch durch Tupac und Deathrow Records zum Teil der Mehrheitskultur. HipHop war der Treib­toff, der nicht nur Musik verkaufen half, sondern auch Kleidung, Filme und sogar Parfüm. Seine Musik wurde zu einer milliardenschweren Industrie, die mehr als je zuvor von Drogen, Frauenver­achtung und Gewalt durchzog­en war. (…)

Wir müssen uns fragen, wohin das führen soll. Folgt die nächste Generation den ­be­währten Lehrmethoden oder schaut sie auf „islamische Hip­Hopper“, um sie nachzuahmen? Es scheint so zu sein, als hätten wir etwas fragwürdiges genommen und versuchten nun, es in etwas nützliches zu ­verwandeln. (…)Es stimmt, der Gesandte Allahs hatte Dichter, die in den Moscheen und Märkten standen und wunderschöne Gedichte zum Lobe Allahs, des Propheten und des Islam rezitierten. Aber das war niemals eine Industrie, die Kapital aus den Vorträgen schlug oder Mädchen zum Kreischen brachte und niemand verlangte 30 Pfund oder mehr für Tickets, wie wir dies bei den „Islam Expos“ beobachten konnten.

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