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Deutschlands Geschenk an den Islam

Foto: F. Groß, IZ Medien

(iz). Im Wochenmagazin „Der Spiegel“ wurde darĂŒber berichtet, dass Murad Wilfried Hofmann der wohl bekannteste Konvertit der Republik sei.1 Kein Wunder also, dass in einer von der „Islamischen Zeitung“ durchgefĂŒhrten Umfrage mit dem Titel „Wer sind die wichtigsten Muslime in Deutschland?“ die Wahl, unter vielen anderen Persönlichkeiten, schließlich auf Murad Hofmann als wichtigsten Muslim fiel.2
Auch war es kein geringerer als Murad Hofmann, der als einziger muslimischer Intellektueller aus Deutschland gemeinsam mit den 138 islamischen Gelehrten aus aller Welt einen „Offenen Brief an die religiösen FĂŒhrer des Christentums“ unterzeichnete.3 Allen voran richtete sich der Brief „Ein Wort, das uns und euch gemeinsam ist“ an Papst Benedikt XVI., der in seiner Regensburger Rede am 12. September 2006 die GemĂŒter der Muslime weltweit erregte, indem er in seinem Vortrag ein Zitat des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos (1350 – 1425) aus dem Mittelalter vortrug, worin dieser den Propheten Muhammad als einen blutrĂŒnstigen Menschen illustrierte.4
Nicht nur in Deutschland, sondern auch weit ĂŒber die Landesgrenzen hinaus war Hofmann bekannt geworden. Dies liegt im Besonderen an seinen zahlreichen Veröffentlichungen5 zum Thema Islam sowie an unzĂ€hligen VortrĂ€gen in Westeuropa, den USA und der islamischen Welt. Deshalb schien es auch nicht verwunderlich zu sein, dass er im Jahre 2009 von Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, VizeprĂ€sident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai, zur „Islamischen Persönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet wurde. DarĂŒber hinaus ist Hofmann der erste Konvertit und entsprechend auch – nach dem ehemaligen bosnischen Staatsoberhaupt Alija Izetbegovic – der zweite europĂ€ische Muslim ĂŒberhaupt, der im Rahmen des „Dubai International Holy Quran Award“ fĂŒr diese Auszeichnung gewĂŒrdigt wurde.
Nur ein Jahr spĂ€ter erhielt Hofmann die Freiheitsmedaille 1. Klasse – die höchste Auszeichnung unter den fĂŒr AuslĂ€nder vorgesehenen Orden – vom jordanischen König Abdallah II in Amman.
Zudem scheint sein beruflicher Werdegang sehr außergewöhnlich zu sein, da Hofmann eine ganze Reihe von beruflichen TĂ€tigkeiten in seinem Leben ausgeĂŒbt hat. Von 1954 – 1979 war Hofmann als internationaler Ballettkritiker fĂŒr die Fachzeitschriften „Tanzarchiv“ (Hamburg), „Ballet Today“ (London) und „Dance News“ (New York) tĂ€tig. Mit Karl Viktor Prinz zu Wied grĂŒndete er in MĂŒnchen die „Gesellschaft der Freunde des Balletts, e.V.“. Gleichzeitig war er dort fĂŒr Lula von Sachnowsky als Manager ihrer Ballets Sachnowsky tĂ€tig.
Von 1979 bis 1983 leitete Hofmann im AuswĂ€rtigen Amt das Referat NATO und Verteidigung. Dem folgte seine TĂ€tigkeit als Informationsdirektor (1983 – 1987) der NATO in BrĂŒssel. Dabei wurde er als Muslim – eigenen Angaben zufolge – aufgrund seiner Religionszugehörigkeit in keiner Weise beruflich benachteiligt. Dreieinhalb Jahre nach seiner Konversion verlieh ihm der damalige BundesprĂ€sident Dr. Karl Carstens am 6. Februar 1984 das Bundesverdienstkreuz.6 Danach wurde er als deutscher Botschafter zuerst in Algerien von 1987-1990 und anschließend von 1990- 1994 in Marokko eingesetzt.

Konversion zum Islam

Wie bei jedem Konvertiten gab es auch bei Hofmann außergewöhnliche Begebenheiten, die ihn zur Gedankenwelt des Islam hinfĂŒhrten. Es waren im Grunde drei ausschlaggebende SchlĂŒsselerlebnisse in seinem Leben, die ihn dann letztendlich dazu veranlassten, sich zum neuen Glauben zu bekennen. Diese SchlĂŒsselerlebnisse waren:
(1) menschlicher,
(2) Àsthetischer und,
(3) philosophischer Natur.
(1) Auf menschlicher Ebene waren es insbesondere seine Erlebnisse im BĂŒrgerkrieg in Algier in den Jahren 1961/62, wo er unter anderem im deutschen Generalkonsulat als AttachĂ© fungierte. In diesen bedrĂŒckenden Jahren fĂŒhrte die sogenannte Nationale Befreiungsfront (Front de LibĂ©ration National/F.L.N.) bereits seit acht Jahren einen verbitterten Guerillakrieg gegen die französische Besatzung. Frustriert musste hier der junge Hofmann miterleben, wie auf offener Straße Menschen mit einem Nackenschuss erbarmungslos niedergestreckt wurden, „nur weil sie Araber oder weil sie fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Algeriens waren“.7
Seine vornehmliche Pflicht bestand vordergrĂŒndig darin, sich in Kooperation mit den französischen Behörden um die „desertierten deutschen FremdenlegionĂ€re“ zu kĂŒmmern und diese so schnell wie möglich wieder nach Hause zu schaffen. Murad Hofmann schildert die entsetzliche AtmosphĂ€re jener Zeit wie folgt:

„Wenn ich unter den in den GĂ€ngen abgelegten Verletzten im Mustafa-Krankenhaus nach einem Deutschen suchte, hatte ich meine Waffe durchgeladen am GĂŒrtel. Entgegenkommenden schaute ich nicht ins Gesicht, sondern auf die HĂ€nde. Wenn man auf gleicher Höhe war, drehte man sich um und entfernte sich vorsichtshalber einige Schritte rĂŒckwĂ€rts voneinander. Meine verĂ€ngstigte Frau bestand manchmal darauf, meinen Nacken zu schĂŒtzen; dann lief sie mit einem scharf geschliffenen Fahrtenmesser im Ärmel ein paar Schritte hinter mir her“.8

Auch war es alltĂ€glich zu sehen, wie Algerier am helllichten Tag auf der Straße erschossen wurden: „Als ein Mann die Straße vor mir ĂŒberquerte, wurde er vom Gehsteig her angeschossen und fiel röchelnd vor meinen linken KotflĂŒgel. Der AttentĂ€ter deutete mir mit der Pistole herrisch, weiterzufahren, um das Schussfeld freizumachen [
] Er bequemte sich schließlich, vorzutreten und seinem Opfer den Fangschuss zu geben. Dann verschwand er im MenschengewĂŒhl, ohne jede Hast.“9
UnertrĂ€glicherweise musste Hofmann ebenso zusehen, wie die französische Terrororganisation „Organisation ArmĂ©e SecrĂšte (O.A.S.)“ zunehmend mit BenzinfĂ€ssern gefĂŒllte Autos anzĂŒndeten und in arabische Viertel rollen ließen: „Man musste in einem solchen Fall damit rechnen, als unerwĂŒnschter Zeuge auf die Abschussliste zu kommen.“10
Die Terrororganisation O.A.S. ging kurz vor der unmittelbaren UnabhĂ€ngigkeit Algeriens noch einen fĂŒrchterlichen Schritt weiter, indem sie anfingen, selbst die Frauen anzuschießen, die eine islamische Kleidung trugen. Außerdem erschossen sie in EL Biar einen StraßenhĂ€ndler vor seinem BĂŒro: „Seit Jahrzehnten hatte er seine Fische ausgerufen und niemand ein Leid zugefĂŒgt.“ 11
Das Schicksal und die „LeidensfĂ€higkeit der Algerier“ markierten einen erheblichen Wendepunkt im Leben Hofmanns. Zum ersten Mal begegnete er dem Islam hautnah. Beeindruckt von ihrer Disziplin im Monat Ramadan, ihre „Siegesgewissheit und ihre Menschlichkeit“ inmitten so viel Leid und Schreckens wahrnehmend, bemerkte Hofmann zusehends, dass ihre Religion dabei eine maßgebliche Rolle spielte: „Um zu wissen, wie diese wunderlichen ‚Eingeborenen‘ ticken, begann ich, ihr ‚Buch‘ zu lesen, den Koran in französischer Übersetzung von Pesle/Tidjani. Damit habe ich bis heute nicht mehr aufgehört.“12
(2) Schon sehr frĂŒh entwickelte Hofmann eine Faszination fĂŒr den Tanz, die ihn schließlich – ohne zu ĂŒbertreiben – zu jedem Ballettabend des MĂŒnchener Prinzregententheaters fĂŒhrte. Um als Ballettkritiker faktisch ĂŒberhaupt zu wissen, worĂŒber er eigentlich schrieb, besorgte er sich sogar eine Ballettstange: „[
] um den klassischen BĂŒhnentanz wenigstens rudimentĂ€r zu erlernen, so dass ich wusste, wovon ich schrieb. Schließlich beruht diese so Ă€therische Kunst auf physischer Schwerstarbeit. So lernte ich beispielsweise, einen ‚entrechat huit‘ zu erkennen und die Technik des in der Luft Ruhens (ballon) von hohem Sprung (Ă©lĂ©vation) zu unterscheiden.“13
Deshalb schien es alles andere als merkwĂŒrdig zu sein, in jeder freien Stunde außerhalb der Gerichtstermine seine Zeit im Ballettsaal in der NĂ€he des Justizpalastes zu verbringen. Zusammen mit Karl Viktor Prinz zu Wied grĂŒndete Hofmann zunĂ€chst 1955 die Gesellschaft der Freunde des Balletts e. V. in MĂŒnchen, um dann die Tanzkritik der MĂŒnchner Abendzeitung in Koinzidenz mit zu ĂŒbernehmen.
Des weiteren schrieb er von 1954 bis 1980 regelrecht als Fachkritiker unter anderem fĂŒr „Das Tanzarchiv“ (Köln), „Ballet Today“ (London) und „Dance News“ (New York) und war außerdem von 1971 bis 1973 als Dozent fĂŒr Tanzgeschichte und BallettĂ€sthetik am Kölner Institut fĂŒr BĂŒhnentanz tĂ€tig. Aufgrund seiner Leidenschaft fĂŒr seine TĂ€tigkeit wurde er gleichwohl mit den „BallettsĂ€len und Tanztheatern der halben Welt“ vertraut gemacht. Erstaunlicherweise wussten etliche seiner Bekannten nicht einmal davon, dass der Ballettkritiker Hofmann dies alles nur als NebentĂ€tigkeit bewerkstelligte: „So ahnten manche meiner Bekannten nicht, dass nicht Ballett, sondern Juristerei und Diplomatie mein Hauptberuf war.“14
Den Übergang von der TanzĂ€sthetik zur Perzeption der islamischen Kunst empfand er als außergewöhnlich anziehend und zugleich auch wohlvertraut. Religionen sprechen nun einmal auch in der Sprache der Ästhetik, da sie nicht nur eine Ansammlung von Normen und Wertvorstellungen sind, sondern sich besonders durch Mythen und Bilder transferieren. Die Ă€sthetische Dimension ist vielmehr eine sinnlich–kĂŒnstlerisch erfahrbare und genussbereitende Erscheinungsform. Nach Navid Kermani ist eine Ă€sthetische Erkenntnis demnach: „eine Erkenntnis durch die Sinne, nicht eine – in der Terminologie Baumgartens und Wollfs – deutliche Vernunfterkenntnis.“15
Zwei Jahre nach seiner Konversion beschrieb Hofmann seine EindrĂŒcke folgendermaßen:

„Gleichwohl empfand ich schon damals eine starke Zuneigung zur islamischen Kunst, wie sie mir in Berliner Museen, besonders aber in Spanien – mit der großen Moschee von Cordoba, der Giralda von Sevilla, der Alhambra von Granada (als Vorgeschmack des Paradieses) – erstmals begegnete. Ich ahnte die gewaltige Bewegung, die ĂŒber 1000 Jahre hinweg von Andalusien bis Indien ethnisch–regionale Traditionen und Formgebungen umbilden konnte, dass islamische Kunst ohne jede erkenntnistheoretische Vorbildung unverwechselbar zu identifizieren ist. Besondere Faszination ĂŒbte auf mich von jeher die ins ikonographisch reichende, aber Hadith-konforme, islamische Kalligraphie aus, der Spitzbogen als spannungsreichste, dynamischste Lösung dieses architektonischen Problems sowie die abstrakte Ornamentik dessen, was wir ‚Arab‘-eske nennen.“16

(3) Zwischenzeitlich begeisterte Hofmann sich fĂŒr die Philosophie Ludwig Wittgensteins, die mit seiner grundsĂ€tzlich „erkenntniskritischen Position ihm so radikal schien, so dass sie gewissermaßen nach Agnostizismus roch“. Nichtsdestotrotz war ihm von Anfang an klar gewesen, „dass es keinen Beweis fĂŒr die Nicht-Existenz Gottes gibt“. In der Anlehnung an Richard Swinburne hielt er dennoch daran fest, dass es in höchstem Maße unwahrscheinlich sei, das Gott nicht existiert.17
Nachhaltig wĂŒrde jeder Mensch sich frĂŒher oder spĂ€ter die Frage nach der Sinngebung stellen und desgleichen entsprechende Antworten auf die Fragen nach dem Woher, Weshalb und Wohin suchen. Deshalb sind „Die AnhĂ€nger der drei monotheistischen Weltreligionen sich darin einig, dass der Mensch die RĂ€tsel seines Daseins durch Naturbeobachtung und Nachdenken nicht entschlĂŒsseln, aus SinneseindrĂŒcken also nichts VerlĂ€ssliches ĂŒber die letzte Wirklichkeit erfahren kann“.18
In diesem Zusammenhang sei eine Offenbarung Gottes in Form eines Buches (Koran) eine unabdingbare Notwendigkeit, um „das richtige VerhĂ€ltnis zu uns selbst, unserer Umwelt und Gott zu finden“.19 Insofern sind Muslime davon ĂŒberzeugt zu wissen, dass es allein aufgrund von Naturbetrachtung nicht möglich ist, eine die dem Menschen gemĂ€ĂŸe Lebensweise herzuleiten.20
WĂ€hrend der LektĂŒre des Koran wurde es Hofmann immer deutlicher, wie grundlegend verschieden der Koran sich von der Bibel in grundsĂ€tzlichen Fragen unterscheidet. Geht doch die Bibel von einer fatalistischen ErbsĂŒnde aus, wonach Gott den SĂŒndenfall von Adam und Eva mit Fortwirkung auf die gesamte nachfolgende Menschheit bestraft. Alsdann sollen Frauen den MĂ€nnern untertan sein und ihre Kinder in Schmerzen gebĂ€ren (Genesis 3, 16). Nur im Angesicht ihres Schweißes wĂŒrden sich MĂ€nner fortan ernĂ€hren können (Genesis 3, 17). Aus der Konsequenz ihres Übertritts wurden beide Geschlechter aus dem Paradies vertrieben, ohne jedoch dass Gott ihnen im Nachhinein verziehen habe.
Diese fatalistische Theorie der ErbsĂŒnde betreffend konzipierte das Christentum schon frĂŒhzeitig eine erlösungsbedĂŒrftige Weltanschauung, insbesondere durch die Opferung und die Hinrichtung von Jesus am Kreuz (Römer 5, 13-19). Danach sei jeder Mensch anhand der Opferung von Jesus gezwungenermaßen erlösungsbedĂŒrftig, da alle Menschen von Geburt an mittels ihrer anhaftenden ErbsĂŒnde zur Welt kommen. Eindeutig bekundet allerdings der Koran im Gegensatz dazu: “Doch Satan flĂŒsterte ihm zu und sagte: „O Adam! Soll ich dich zu dem Baume der Ewigkeit und in ein Reich fĂŒhren, das nie vergeht? Und sie aßen beide davon” (Koran, 20:120). Der Koranexeget Mawdudi (gest. 1979) schreibt dazu: „Beachte, dass in diesem Vers die Rede davon ist, dass Satan Adam verfĂŒhrte und nicht in erster Linie Eva. Nach Sure 7:20 wurden beide in Versuchung gefĂŒhrt und fielen ihm zum Opfer. Dies steht im Gegensatz zum biblischen Bericht in Genesis 3:3-9, wo Satan erst die Frau und sie dann ihren Mann verfĂŒhrte.“21
Man bedenke, welchen historischen Schaden, insbesondere fĂŒr die Frauen, allein die Rolle Evas in der biblischen Welt anhaltend und nachhaltig bis heute hinterlassen hat.22
Beispielsweise ließ der Bischof von Karthago Thascius Caecilius Cyprianus (gest. 258) im direkten Zusammenhang mit der „VerfĂŒhrerin“ Eva seinerzeit den Satz „Die Frau ist das Werkzeug des Teufels, dessen er sich bedient, um von unseren Seelen Besitz zu ergreifen“ in die offizielle Kirchenlehre einfließen.23
Im strikten Unterschied hierzu plĂ€diert der Koran wĂ€hrenddessen dafĂŒr, dass eine Kollektivschuld mit der Gerechtigkeit Gottes alles andere als vereinbar sei

„Jedermann ist jedoch fĂŒr das haftbar, was er getan hat“ (Koran, 55:21, vgl. 17:15). Jedenfalls war fĂŒr Hofmann dieser Unterschied von grundlegender Bedeutung: „Es stellte sich ein, als ich auf einen im Koran mehrfach vorkommenden Vers stieß, der da sagt: ‚[
] und kein Lasttragender soll die Last eines anderen tragen‘ (53:38). Dieser Vers muss jeden schockieren, der das christliche Gebot der NĂ€chstenliebe ernst nimmt, welches das Gegenteil auszusagen scheint. Doch der 38. Vers der 53. Sure befasst sich gar nicht mit einem moralischen Aspekt, sondern enthĂ€lt zwei fundamentale theologische Aussagen: er leugnet (1) die Theorie der ErbsĂŒnde und (2) die Möglichkeit der Interzession. Letzteres entzieht jedem Priester- und Sakramententum, jeder Heiligenverehrung und jeder klerikalen Hierarchie den Boden; der Muslim ist der emanzipierte GlĂ€ubige par excellence. Die Ablehnung der fatalistischen Theorie von ErbsĂŒnde war fĂŒr mich von noch fundamentalerer Bedeutung, weil sie auch den christlichen Lehren von ErlösungsbedĂŒrfnis, Inkarnation, Opfertod und TrinitĂ€t den Boden entzieht. AllmĂ€hlich begriff ich, wie ungeheuerlich, ja blasphemisch die Vorstellung ist, dass Gott die Schöpfung nicht geglĂŒckt sei; dass er das nicht habe Ă€ndern können, ohne einen Sohn zu zeugen und sich blutig opfern zu lassen; dass Gott fĂŒr die Menschheit leide.“24

Inzwischen ist die Deformierung der Person Jesus – einschließlich der TrinitĂ€tslehre – ein umstrittener Sachverhalt und Gegenstand seriöser Forschungen bei Bibelwissenschaftlern und Historikern geworden.25 Der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner schildert diesen Umstand prĂ€gnant und wirft ausgerechnet den Letztgenannten das Praktizieren subtiler Vielgötterei vor: „Kompliziert wurde das VerhĂ€ltnis der Person des Vaters und des Sohnes noch durch Dazukunft einer dritten, des Heiligen Geistes; woraus ein pluralistischer Monotheismus entstand, eine verfeinerte Vielgötterei.“26
Nicht von ungefĂ€hr schrieb deshalb Hofmann am 4. Juli 1983 in seinem „Tagebuch eines deutschen Muslims“ die Überschrift: „Erfolgsmeldung fĂŒr den Islam“, und nur eine Zeile weiter hieß es: „Das Beste, was dem Islam in Deutschland zustoßen konnte […].“ Was war geschehen? Der evangelische Theologieprofessor Paul Schwarzenau veröffentlichte in jenem Jahr sein Buch „Korankunde fĂŒr Christen“ und verschrieb sich zum „Anwalt des Koran“.27
Darin legt er offenkundig dar, dass die Berichte ĂŒber Jesus und Maria in den koranischen ErzĂ€hlungen in einem unverĂ€nderten, archetypischen Charakter dargelegt werden. Im Zuge der Kanonisierung des Alten und Neuen Testaments fanden sĂ€mtliche Überlieferungsströme ĂŒber die Urchristenheit keinen Einzug mehr zwischen den zwei Buchdeckeln der Bibel. Im Koran sei man deshalb viel nĂ€her bei Jesus als in den heutigen Evangelien: „In gewissem Sinne treten wir mit den Jesuslegenden des Korans tiefer in die Urgemeinde zurĂŒck. Die apokryphe Überlieferung, die im Koran sich neu zu Wort meldet, enthĂ€lt bedeutsame (judenchristliche und judenchristlich-gnostische) Offenbarungsgedanken, die die sich bildende heidenchristliche Großkirche ausgestoßen hat. In den Koran fließen also Überlieferungsströme wieder ein, die durch die Kanonisierung von Altem und Neuem Testament eingeschrĂ€nkt oder ausgeschlossen worden sind. Wenn man das auch nicht eine ‚FĂ€lschung‘ der Überlieferung nennen will, so stellt es doch eine erhebliche Umbiegung und Vereinseitigung der Überlieferung dar, die, so gesehen, der Koran richtigstellt und, durch Nachoffenbarung, wieder vervollstĂ€ndigt. Es ist eine Tatsache, dass die jesuanische und urchristliche Überlieferung nicht ungebrochen in das Neue Testament ĂŒbergegangen ist. Der Koran ist die ErgĂ€nzung zum Neuen Testament.“28
Unvoreingenommen und selbstkritisch im Umgang mit den Biblischen Schriftquellen lenkt der wohl produktivste katholische Theologe und Psychologe der Gegenwart, Dr. Eugen Drewermann, auf das ontologische Hauptproblem der christlichen Lehre hin. Hiernach besteht zwischen der christlichen und der islamischen Lehre eine entscheidende Diskrepanz in der narrativen AusfĂŒhrung zum Wesen und zur Funktion des Teufels. Wird doch der Teufel in der Bibel als der Widersacher Gottes dargestellt, der einem allmĂ€chtigen Gott den Kampf angesagt habe, so liefert der Koran im Kontrast dazu eine bedeutend plausiblere ErklĂ€rung fĂŒr den ontologischen Anfang des Bösen. So gesehen ist der Teufel kein Gegenspieler von Gott, weil er keinerlei Gewalt ĂŒber den Menschen hat (Koran, 14:22) und darĂŒber hinaus seine Rolle ausschließlich als Versucher im „göttlichen Heilsplan einnimmt“.29 Nach Drewermann kann deshalb Gottes Allmacht nur dann plausibel sein, wenn die Einheit des Göttlichen unberĂŒhrt bleibt:

„Theologisch wird sich die Einheit des Göttlichen nur behaupten lassen, wenn nicht ein ‚Teufel‘ als Widersacher Gott gegenĂŒbergestellt wird: Wie könnte ein Gott ‚allmĂ€chtig‘ sein, der um seine Macht gegen eine Vielzahl seiner Geschöpfe ernsthaft erst kĂ€mpfen mĂŒsste? TatsĂ€chlich weist die islamische Vorstellung von Iblis, von dem ‚Satan‘ der Christen, eine ergreifende Symbolik auf. In der christlichen Theologie (oder besser: in der aus einem kanaanĂ€ischen Mythos vom Morgenstern und der Sonne unter dem Einfluss des persischen Dualismus entwickelten Metaphysik) bleibt es unbegreifbar, wieso der ‚oberste der Engel‘ so stolz hĂ€tte (nicht sein, sondern:) werden können, sich gegen Gott zu erheben. Um es deshalb so klar wie möglich zu sagen: Gerade die Theorie, mit der die christliche Theologie alle Übel der Welt sowie die ErlösungsbedĂŒrftigkeit des Menschen zu erklĂ€ren versucht, ist in sich selber vollkommen unklar – nicht einmal das Motiv zum ‚Bösen‘ wird in ihr auch nur annĂ€hrend plausibel; die christlich dogmatisierte Fassung des alten Mythos ist ganz einfach widersprĂŒchlich, verworren und schlecht erzĂ€hlt. Genial hingegen nimmt sich die islamische Geschichte vom Teufel aus, wie sie im Koran (2,35; 7,12-20) ĂŒberliefert wird: Als Gott den Menschen schuf, sprach er zu den Engeln: ‚Fallet vor Adam nieder‘. Alle Engel taten das, nur Iblis (die arabisch verstĂŒmmelte Form von griechisch Diabolos, gleich dem deutschen Lehnwort Teufel), der hochmĂŒtige Teufel, weigerte sich. Gedacht wird bei den ErklĂ€rern der Stelle zumeist daran, dass Iblis aus Feuer geschaffen war, Adam aber nur aus Lehm.“30

Schließlich fuhr Hofmann am 8. September 1980 zu einer AusbildungsstĂ€tte des AuswĂ€rtigen Amtes im Bonner Venusberg, um an einem Seminar zum Thema Islam teilzunehmen. Im Seminar referierte der ehemalige deutsche Botschafter und Islam-Konvertit Muhammad Ahmad Hobohm zusammen mit seinem Kollegen Muhammad Ahmad Rassoul, der gleichzeitig auch der Leiter des Verlags Islamische Bibliothek in Köln war. Hofmann hatte zuvor ein zwölfseitiges Manuskript fĂŒr seinen Sohn ausgearbeitet, um fĂŒr ihn „in apodiktischer Weise das (wenige) festzuhalten, was ich im philosophischen Sinne fĂŒr wahr hielt“. Muhammad Rassoul war ĂŒber den Inhalt des Manuskriptes sehr ĂŒberrascht gewesen und sagte, wenn er von dem ĂŒberzeugt sei, was er da ausformuliert habe, dann sei er ein Muslim! „Ich konnte dies nicht fassen. Doch dann ĂŒberzeugte er mich mit seinem Wunsch, diesen Text als „Ein philosophischer Weg zum Islam“ im eigenen Verlag herauszubringen.“31 Wenige Tage spĂ€ter, am 25. September 1980, hatte ich mein Glaubensbekenntnis abgelegt: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt; und ich bezeuge, dass Muhammad Allahs Gesandter ist.“32
Allerdings sei hier zum Prozess der Konvertierung noch ein wichtiger Punkt anzumerken. Die Zeitspanne bis zu seiner Konversion umfasste nach lĂ€ngerer, intensiver Forschung zum Islam ca. zwanzig Jahre. In einem Fernseh-Interview bemerkte Hofmann zudem, vor seinem offiziellen Übertritt mehr als zweihundert BĂŒcher zum Thema Islam gelesen zu haben und fĂŒgte lapidar hinzu: „Denn man wechselt eine Religion nicht wie ein Hemd, und ich wollte mir nun wirklich todsicher sein, dass das die richtige Wahl ist.“33

Muhammad Asad

Ohne Zweifel war es Muhammad Asad, der den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf Hofmann hatte und der mit seinen Bestseller-Publikationen wie „Der Weg nach Mekka“ und „Die Botschaft des Koran“ die Konversion Hofmanns nachhaltig geprĂ€gt hatte. Er war sozusagen quasi sein „Geburtshelfer zum Islam“.34 Demzufolge schrieb Asad seinem Bewunderer ein Vorwort zur ersten Auflage seines Buches „Tagebuch eines deutschen Muslims“.35 Schließlich wĂŒrdigte Hofmann nur vier Jahre spĂ€ter, nach Asads Tod, seinen Mentor in seinem 1996 veröffentlichten Buch „Reise nach Mekka“ durch eine Widmung mit den Worten: „Meinem Mentor Muhammad Asad (1900 – 1992) in Dankbarkeit“. BezĂŒglich Asads Buch „Der Weg nach Mekka“ gibt es fĂŒr Hofmann „Kein anderes Buch, außer dem Koran selbst, dass jemals mehr Menschen den Weg zum Islam gewiesen hat.“ 36
In der Tat haben seriöse Studien diese Annahme inzwischen exzeptionell belegt. Die Religionssoziologin Prof. Monika Wohlrab-Sahr macht in diesem Zusammenhang, als Ausgang ihrer langjĂ€hrigen, durchgefĂŒhrten Studie „Konversion zum Islam in Deutschland und den USA“, die folgende Feststellung: „Sollte ĂŒberhaupt irgendein Muslim aus dem deutschen Sprachraum eine Art Vorbildfunktion fĂŒr Konvertiten eingenommen haben, war es sicherlich Muhammad Asad.“37 Hier könnte verstĂ€ndlicherweise der Eindruck entstehen, dass Asad demzufolge auch in der muslimischen Welt fĂŒr seinen enormen Beitrag zur islamischen Renaissance geschĂ€tzt wĂŒrde. Dem ist nicht so. Selbst „in der arabischen Welt ist es heute kein Bildungsfehler, von Asad nichts zu wissen“.38 In seinem Leitartikel „Muhammad Asad – Europas Geschenk an den Islam“39 analysiert Murad Hofmann eingehend die HintergrĂŒnde und die Ursachen, weshalb viele Muslime auch heute noch skeptisch gegenĂŒber Asad bzw. ihm gegenĂŒber feindlich gestimmt sind. Hofmann erlebte dies wĂ€hrend eines Vortrages im April 2000 in Washington am eigenen Leibe: „Kaum hatte ich in meinem Vortrag Asad positiv erwĂ€hnt, als mir jemand zurief: ‚Weißt du denn nicht, was Asad zu an-Nur (Sure 24) geschrieben hat?‘“40
Zusammengefasst können hier die folgenden zwei Punkte skizziert werden:
(1) Die orthodoxen Muslime werfen ihm im Grunde vor, ein heimlicher AnhĂ€nger der rationalistischen Philosophieschule der Mu’‘taziliten (Baghdad, 9./10. Jahrhundert) zu sein. Der deutlichste Beweis wĂ€re hierfĂŒr in seiner vernunftbetonten Auslegung sĂ€mtlicher Koranverse zu erschließen, die besonders von der Mehrheit der Koran-Exegeten in Bezug auf die Wunder nur eine streng literalistische Lesart (wörtlich) gelten lassen. Wie die Geschichte um Jesus in der Bibel bekannt ist, so unterstreicht auch der Koran das sogenannte Wunder um die Auferweckung der Toten durch die heilende HĂ€nde Jesu: „Und als Gesandter (Allahs) an die Kinder Israel (wies Jesus sich aus mit den Worten) „Ich bin mit einem Zeichen von eurem Herrn zu euch gekommen, dass ich euch aus Lehm etwas schaffe, was so aussieht, wie Vögel. Dann werde ich hineinblasen, und es werden mit Allahs Erlaubnis Vögel sein. Und ich werde mit Allahs Erlaubnis Blinde und AussĂ€tzige heilen und Tote (wieder) lebendig machen. Und ich werde euch Kunde geben von dem, was ihr in euren HĂ€usern esst und aufspeichert. Darin liegt fĂŒr euch ein Zeichen, wenn ihr glĂ€ubig seid.“ (Koran, 3:49)
ErgĂ€nzend zu den klassischen Korankommentatoren, die faktisch nach wie vor an dem Wunder der Erweckung festhalten, versucht Asad indessen eine alternative Lesart im ĂŒbertragenen Sinne aufzuzeigen: „Es ist wahrscheinlich, dass das ‚Auferwecken der Toten‘ durch Jesus eine metaphorische Beschreibung dafĂŒr ist, dass er Menschen neues Leben gab, die spirituell tot waren. Wenn diese Interpretation – wie ich glaube – richtig ist, dann hat das ‚Heilen der Blinden und der AussĂ€tzigen‘ eine entsprechende Bedeutung: nĂ€mlich eine innere Regeneration von den Menschen, die spirituell krank und blind gegenĂŒber der Wahrheit waren.“41
Viele islamische Gelehrte empfanden Asads Kommentierungen, essenziell im Zusammenhang mit den Interpretationen rund um die Wunderberichte, fĂŒr eine gezielte Entstellung.42 Sie wurden deshalb kurz nach ihrer Veröffentlichung im Jahre 1980 zur am meisten umstrittenen Tafsir deklariert, und man scheute sich in Saudi-Arabien nicht, die erste Auflage zu vernichten. Asads Biograph Dr. GĂŒnther Windhager beschreibt das Geschehen folgendermaßen: „Asads zeitgemĂ€ĂŸe Herangehensweise und eine allegorische Interpretation mancher Verse lösten unter einigen Gelehrten Kontroversen aus. In Saudi-Arabien wurde sie bereits vor der Veröffentlichung des gesamten Textes im Jahr 1974 verboten. Die ZurĂŒckweisung von ‚The Message of the QurÂŽan‘ durch konservative Kreise war zugleich Ausdruck eines wachsenden intoleranten Klimas, mit dem sich Asad in seinen spĂ€ten Lebensjahren zunehmend konfrontiert sah.“43
(2) Obwohl der Koran in der Sure al-Hudschurat, Vers 13, rassistische Vorurteile sowie kulturellen Chauvinismus unzweideutig missbilligt, so kann doch immer wieder festgestellt werden, dass nicht alle Muslime ihre ethnischen Vorbehalte abgeworfen haben. Dies trifft besonders auf jene zu, die vom Judentum zum Islam konvertierten. Daher konnte ein Gelehrter wie Asad auch keine Ausnahme bilden denunziert zu werden, zumal nach dem Israel-PalÀstina-Konflikt die Fronten der beiderseitigen Wahrnehmungen um ein weiteres erhÀrtet sind. Ohnedies schrieb Hofmann nicht von ungefÀhr auf diesen Umstand hinweisend:

„Als vom Judentum herkommender Konvertit konnte Asad dem Vorurteil nicht entgehen, er habe den Islam gewĂ€hlt, um ihm zu schaden. Dieser strukturelle Verdacht wurde akut, als er sich 1952 nach 22-jĂ€hriger Ehe von seiner dritten Frau, Munira bint al-Husayn al-Shammari, Mutter von Talal, scheiden ließ, um Pola Hamida zu ehelichen, eine Amerikanerin polnischer Herkunft. Es nutzte ihm nichts, dass auch frĂŒher jĂŒdische Konvertiten zu vorbildlichen Muslimen geworden waren, wie der frĂŒhere RabbiAbd allah b. Salam, dem Muhammad (s.) nach einer Überlieferung von MuÂŽadh b. Jabal einen Platz im Paradies vorausgesagt hatte. Denn der gleiche Überlieferer hatte auch von einem Juden im Jemen zu erzĂ€hlen, der den Islam wieder verlassen hatte. Sowohl Ibn Ishaq als auch Ibn Kathir berichten in ihren Propheten-Biographien (sira) von einer ganzen Reihe von jĂŒdischen Heuchlern, darunter SaÂŽd b. Hunayf, die ihren Islam lediglich vorgespielt hatten. Von Abu Hurayra wissen wir, dass der Prophet (s.) klagte, noch nicht einmal 10 Rabbiner fĂŒr den Islam gewonnen zu haben. Jedenfalls erwarten auch heute zahlreiche Muslime, dass der Islam sich weiter aufspaltet und dass ehemalige Juden dabei ihre Hand im Spiel haben werden.“44

In der Tat ist es nicht unschwer nachzuweisen, dass diese Vorbehalte im tiefen Unterbewusstsein vieler Muslime noch weiterhin bestehen. Anfang der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts stieß die spĂ€ter zum Islam konvertierte amerikanisch-jĂŒdische Schriftstellerin Maryam Jameelah alias Margaret Marcus auf die BĂŒcher „Der Weg nach Mekka“ und „Islam am Scheideweg“ von Asad. Sie war von beiden so sehr beeindruckt, dass ihr persönlicher Werdegang zum Islam maßgeblich durch sie beeinflusst wurde. In jenen Jahren korrespondierte sie mit dem pakistanischen Politiker und Gelehrten Abul Ala al-Mawdudi45 und befragte ihn nach seiner Meinung ĂŒber Asad. EnttĂ€uscht musste sie bereits in den Anfangszeilen des Briefes von Mawdudi lesen, worin dieser betonend auf Asads jĂŒdische Herkunft hinwies, dass dessen BĂŒcher nur mit Vorsicht zu genießen seien: „Vielleicht wird es Sie interessieren, dass Asad österreich-jĂŒdischer Herkunft sei [
] Er hat sich letztens von seiner arabischen Frau getrennt und eine moderne Amerikanische geheiratet, das hat zweifelsohne (Asads) Abweichung (von der islamischen Lebensweise) erheblich beschleunigt.“46
Inzwischen wird Asad mehr denn je geschĂ€tzt, darunter von namhaften Korankommentatoren wie z. B. von Mustafa Islamoglu47 und Prof. Hasan Elik48, die Asads Kommentierung als Pionierarbeit und Wegbereiter fĂŒr neuere Generationen bezeichnen. FĂŒr Islamoglu besteht außerdem kein Zweifel daran, dass der grĂ¶ĂŸte Erfolg von Asads Schaffenswerk wohl darin liegt, dass „sehr viele Menschen, die noch nie zuvor eine Koran-Ausgabe zur Hand hatten, durch seine Übersetzung auf den Geschmack des Verstehens gekommen sind“.49
Asad hat durch seinen Tod nichts von seinem Bekanntheitsgrad eingebĂŒĂŸt. Im Gegenteil, erst im 21. Jahrhundert ist es im Großen und Ganzen gelungen, seine Werke in zahlreiche Sprachen zu ĂŒbersetzen50, womit seine Einflussnahme enorm gestiegen ist. Seinen außerordentlichen intellektuellen Beitrag zur islamischen Renaissance kann, jedenfalls laut Hofmann, heute niemand mehr bestreiten: „Dennoch wĂ€chst Asads Prestige auch nach seinem Tod weiter an, vor allem in Europa und in den Vereinigten Staaten. LĂ€ngst erwarten viele Muslime, auch im Orient, dass eine Revitalisierung ihrer Religion im 21. Jahrhundert aus dem Westen kommt: Eher aus Los Angeles, Washington, London, Oxford und Kuala Lumpur als aus Kairo, Fes, Islamabad und al-Madina. Wenn dies zutrifft, kommt auch die Stunde, von der an das Gesamtwerk Muhammad Asads islamweit zu seinem wahren Wert eingeschĂ€tzt wird.“51

Der Islam als Alternative

(1) Vermutlich sorgte kein anderes Buch Anfang der 1990er-Jahre fĂŒr mehr Kontroverse als das Buch „Der Islam als Alternative“ von Murad Hofmann. Eklatanterweise ereignete sich noch vor der Veröffentlichung des Buches ein ungewöhnlicher Vorfall. Der traditionsreiche Verlag Eugen Diederichs, der fĂŒr seine Veröffentlichungen zu den Weltreligionen und zur Esoterik bekannt ist, nahm das Buch im Sommer 1991 fĂŒr die Publikation ins Verlagsprogramm auf. Doch schon im Herbst 1991 bat der Verlagsleiter Hofmann, „gegen Zahlung einer grĂ¶ĂŸeren Abfindung den Vertrag aufzulösen, weil es unter den VerkĂ€ufern des Verlags einen Aufstand gegen das Buch gegeben hatte; sie wollten es nicht vertreiben“.52 Hofmann hielt jedoch an dem Vertrag fest und so wurde das Buch fĂŒr April 1992 angekĂŒndigt. Im hessischen Fernsehen gab Hofmann anschließend ein Interview fĂŒr die Journalistin Frau Elisabeth Pfister.
Im Vorfeld wurde eine Sperrfrist bis zur Veröffentlichung des Buches beschlossen, worauf der Diederichs-Verlag auch bestanden hatte. Zu dessen Entsetzen wurde die Sperrfrist seitens der Journalistin jedoch nicht eingehalten, und das Interview wurde vor dem Erscheinen des Buches im Fernsehen ausgestrahlt. Das war im Grunde der Anfang einer unerbittlichen Verleumdungskampagne gegen die Person Murad W. Hofmann. Schon allein der Titel des Buches löste bei der ARD und der „Bild am Sonntag“ eine Medienkampagne aus. Noch schlimmer war das völlige Entstellen des Interviews durch die Journalistin: „Frau Pfister entstellte das Interview völlig durch suggestive Collagen. So wurde mein Gebet in der Residenz unter das Bild des BundesprĂ€sidenten in der Botschaft verlegt. Zwei glĂ€serne Briefbeschwerer der UNESCO mit der arabischen Aufschrift „Allah“ und „Muhammad“ wurden zu einem „Hausaltar“ in der Botschaft arrangiert. Auch wurden vermummte Frauen aus Algerien eingeblendet, als setzte sich das Buch dafĂŒr ein.“53
Ausgehend von diesem Interview forderte die SPD Politikerin DĂ€ubler-Gmelin den Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher aufs SchĂ€rfste dazu auf, seinen Botschafter unverzĂŒglich abzuberufen: „Dieser Mann ist als Botschafter untragbar [
].“ Außenminister Genscher sollte das Buch schleunigst lesen und sicherstellen, dass ein solcher Mann unser Land nicht mehr reprĂ€sentiert [
].“ Das Buch sei fĂŒr sie das „Werk eines ziemlich einfĂ€ltigen Machos, der noch nicht einmal weiß, was in unserer Verfassung steht“.54 Die „Bild am Sonntag“ druckte sogar drei Wochen hintereinander ihre Hetzkampagne ab, in der sie den deutschen Botschafter beschuldigte, dass dieser „die Vielehe, das Schlagen von Frauen, das Abhacken von HĂ€nden und das Steinigen von Ehebrechern“ idealisieren wĂŒrde.55
Der eigentliche Skandal an diesen nicht haltbaren GerĂŒchten war, dass keiner von denen das Buch je gelesen hatte, da es erst am 6. April verfĂŒgbar war. SpĂ€ter stellte sich auch heraus, dass Frau DĂ€ubler-Gmelin das Buch gar nicht gelesen, sondern es nur aus den Medien kannte. Hofmann beschreibt die damalige Situation: „Die Medienattacken sind inzwischen so bösartig geworden, dass ich mich rechtlos gestellt fĂŒhle. Denn da ich als Botschafter angegriffen werde, darf ich mich nicht selbst verteidigen, sondern muss dies meinem Dienstherrn, dem AuswĂ€rtigen Amt, ĂŒberlassen. Dieser aber konnte bis vor wenigen Tagen nichts unternehmen, weil das Buch nicht verfĂŒgbar war. Als das AuswĂ€rtige Amt schließlich ein Vorexemplar erhielt, stellte sich – viel zu spĂ€t – heraus, dass es sich um ein nicht zu beanstandendes Sachbuch handelt und keiner der gegen mich erhobenen VorwĂŒrfe stichhaltig war. Das AuswĂ€rtige Amt stellte sich daraufhin mit einer Presseverlautbarung vor mich, und so bleibe ich Botschafter in Marokko wie bisher. Die Medien allerdings hatten kein Interesse daran, meine Rehabilitierung abzudrucken; und auf eine Entschuldigung, etwa von Frau DĂ€ubler-Gmelin, MdB (SPD), warte ich noch immer. In der Tat: Niemand entschuldigte sich, auch nicht fĂŒr das Leid, dass man meiner alten Mutter und meiner Familie angetan hatte. Ich hatte im Übrigen weniger als meine Umwelt gelitten, zumal die Kampagne in den Monat Ramadan fiel. Mein Fasten half mir, mehr als ohnedies schon zu zweitrangigen Dingen wie Karriere und Prestige geistigen Abstand zu halten.“56
ErnĂŒchternd stellte deshalb am 15. Mai 1992 Fredy Gsteiger in seinem Artikel in „Der Zeit“ folgendes fest: „Dieser Mann (Murad Hofmann) also soll, wie die ersten Presseberichte glauben machten, der ZĂŒchtigung der Frau, dem islamischen Strafrecht, der Polygamie, wenn nicht gar dem ‚Heiligen Krieg‘ das Wort reden – und womöglich gleich am liebsten selbst das Schwert des Islam schwingen. Die Artikel kranken freilich an einem gewichtigen Makel: Sie waren gedruckt, ehe das Buch vorlag. Die Autoren der sĂŒffigen Storys ĂŒber die angeblichen Exzesse eines Ajatollahs unter schwarzrotgoldenem Banner haben es offenkundig versĂ€umt, Hofmanns zweihundert Seiten zu lesen.“57
(2) Nach dem Verfall des Kommunismus waren die meisten Amerikaner triumphalistisch darĂŒber einig, dass allein ihr „American Way of Life“ sich als dominierendes Weltmodell zum Vorbild aller LĂ€nder bewĂ€hrt hĂ€tte. Der ehemalige Leiter des Planungsstabs des amerikanischen Außenministeriums Francis Fukuyama lieferte die theoretische Grundlage dafĂŒr in, „The End of History“.58 Danach wĂ€re die kapitalistische Lebensweise bzw. ihr Wertesystem universal die bestmögliche und die dominierende zugleich. Kaum einer rechnete noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts mit einer Revitalisierung des Islam, bis schließlich die schiitische Revolution diesem Mythos ein Ende bereitete. UnlĂ€ngst waren inzwischen die stĂ€rksten Oppositionsparteien in den sogenannten islamischen LĂ€ndern gleichwohl mit einem islamisch politischen Hintergrund versehen.
Max Henning schrieb 1901 noch im Vorwort zu seiner Koran-Übersetzung – in einer Zeit der fast zu hundert Prozent kolonialisierten islamischen Welt – dass der Islam „anscheinend seine politische Rolle ausgespielt“59 habe. Daher gingen selbst die Islamologen bis in die 50er-Jahre noch davon aus, dass demzufolge das Ableben ihres Studiengegenstandes und dessen Dahinscheiden kurz bevorstĂŒnde.60 Doch dann kam ein unerwarteter Paradigmenwechsel in der westlichen Perzeption zustande. Unerwartet attestierten selbst nicht religiöse Menschen wie der Publizist und Zukunftsforscher Robert Jungk (1913 – 1994) dem Islam, er sei eine Glaubensbewegung, die blindem Wachstum und krassem Materialismus Einhalt gebieten könnte. Kurz nach der iranischen Revolution stellte Jungk 1981 folgendes in Ausschau: „Es ist denkbar, dass der Islam in zunehmendem Maße welthistorische Bewegungen mobilisiert, die den abendlĂ€ndischen „Way of Life“ nach einem Jahrhundert der planetaren Eroberungen und kulturellen Transformationen an ein Ende bringen.“61
Demzufolge beschloss Hofmann, dem Amerikaner Francis Fukuyama auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage zu antworten, indem er die wichtigsten Klischees ĂŒber den Islam rational und sachlich angehen wĂŒrde: „Im historischen Palais Salam-Hotel von Taroudant, Hauptstadt der [
] fruchtbaren Sousse-Region, kam mir urplötzlich die Idee, dass ich Fukuyama antworten sollte. Der weggefallende Ost-West-Konflikt sei doch lediglich von einem Nord-SĂŒd-Konflikt abgelöst worden. Dies sei aber doch ein Symptom dafĂŒr, dass es nach wie vor eine Alternative zur westlichen Lebensform und Weltanschauung gebe, nĂ€mlich den Islam. Bei meiner Antwort sollte ich versuchen, die wichtigsten der stereotypen, im kollektiven Bewusstsein des Okzidents verankerten anti-islamischen Vorurteile zu entschĂ€rfen, durch Kapitel ĂŒber Themen wie ‚Heiliger Krieg‘, ‚Fundamentalismus‘, ‚Fatalismus‘, ‚Verschleierung‘ und ‚islamisches Strafrecht.“62 Erstaunlicherweise erlebte das Buch eine große Verbreitung auf dem deutschen BĂŒchermarkt, was bislang keiner anderen pro-islamischen Literatur auf dem Markt gelungen war. Damals wie heute dominiert auf den Bestsellerlisten und in den BĂŒcherregalen eine FĂŒlle von grundsĂ€tzlich dem Islam gegenĂŒber Ressentiments schĂŒrenden Publikationen.63 Allerdings war es auch der erste Versuch aus der Feder eines Intellektuellen, den Nachweis zu erbringen, dass der Islam die einzige Alternative zur westlichen Konsumgesellschaft sei: „Solange sich noch westliche Welt und Kommunismus gegenĂŒberstanden, konnte sich der Islam als ‚dritter Weg‘, also als eine Option zwischen diesen beiden Weltanschauungen, begreifen. Heute jedoch sieht er sich als alternativen Entwurf zur LebensbewĂ€ltigung in einer erneut dualistisch gewordenen Welt. Dass der Islam im 21. Jahrhundert weltweit zur dominierenden Religion werden wird, ist fĂŒr weitsichtige Beobachter nahezu evident […] Der Islam betrachtet sich nicht nur als Alternative zur postindustriellen westlichen Gesellschaft. Er ist die Alternative.“64
„Der Islam als Alternative“ wurde nicht nur im englischsprachigen und arabischen Raum mehrfach neu aufgelegt, sondern das Buch wurde bisweilen mit Interesse auch auf Albanisch, Bosnisch, Indonesisch, Malayalam und im TĂŒrkischen von einer breiten Leserschaft gelesen. Eigentlich sollte auf dem BĂŒchermarkt ĂŒblicherweise nur eine goldene Erfolgsregel gelten, nĂ€mlich, dass die BĂŒcher fĂŒr das Unternehmen gut verkauft werden und die Auflagen mit großem Interesse stetig zu generieren sein sollten. Diese Regel dĂŒrfte jedenfalls, mit einer Ausnahme, nicht fĂŒr pro-islamische BĂŒcher gelten: „Mein britischer Verleger in Reading sagte mir 1995, dass sich englische BuchlĂ€den inzwischen scheuten, mein Buch „Islam: The Alternative“ im Schaufenster auszulegen. Es sei nicht mehr unbedenklich, pro-islamische Literatur offen anzubieten.“65 Dies verdeutlicht zusehends noch einmal, welch verzwickten UmstĂ€nden pro-islamische BĂŒcher mitten in Europa ausgesetzt sind und mit welchen HĂŒrden sie zu kĂ€mpfen haben, um eine erfolgreiche Verbreitung und Platzierung bei BuchhĂ€ndlern zu erreichen. Deshalb scheint es unterdessen nicht mehr zu ĂŒberraschen, in den BĂŒcherregalen der Buchhandlungen fast ausschließlich auf (zumindest dem Islam gegenĂŒber) nicht wohlmeinende Publikationen zu stoßen.
(3) In Westeuropa und besonders in Deutschland werden die Muslime des Öfteren darĂŒber belehrt, dass der Islam unbedingt eine adĂ€quate „AufklĂ€rung“, mit dem Christentum als Vorbild, durchschreiten mĂŒsse, um entsprechend in der Moderne auch wirklich anzukommen. Im Gegensatz zum christlichen Europa gab es jedoch keinen nachhaltigen Bedarf fĂŒr die Geburt eines AufklĂ€rungsprozesses im muslimischen Raum. Schon allein die Terminologie sowie die im Westen gebrĂ€uchlichen Begrifflichkeiten und Konzepte können nicht willkĂŒrlich und ohne Weiteres von einer Tradition in die andere ĂŒbertragen werden, weshalb in jeder Hinsicht eine besondere Sorgfalt im Umgang mit diesen notwendig ist. Aus historischem Blickwinkel betrachtet war die AufklĂ€rung die Erhebung der Vernunft gegen die unterdrĂŒckende AutoritĂ€t der Kirche. Zu jener Zeit war es nicht ohne gravierende Folgen möglich gewesen, die kirchliche Dogmatik „Glaube vor Vernunft“ und die bis dato noch uneingeschrĂ€nkte AutoritĂ€t der Kirche in Frage zu stellen. Schließlich wurden die Gegner, die sich gegen die erdrĂŒckende kirchliche Dominanz kritisch erhoben hatten, als Ketzer denunziert, worauf ihnen unmittelbar eine Anklage wegen Ketzerei mit lebensgefĂ€hrlichen Konsequenzen bevorstand.66
Desgleichen stellt Hofmann die Schattenseiten der postindustriellen Welt explizit in Frage, indem er die destruktiven Nachwirkungen auf die Gesellschaft darlegt. Seine Kritik basierte maßgeblich auf den beiden BĂŒchern „The Cultural Contradictions of Capitalism“ von Daniel Bell sowie „Requiem for Modern Politics“ von William Ophuls. In beiden Werken werden die „selbstzerstörerischen Mechanismen der westlichen Kultur“ scharf geschliffen analysiert.67 Mit dem Dahinschwinden des christlichen Glaubens ginge einher: „[
] dieser Verlust an Transzendenz, dieser VulgĂ€rmaterialismus in Ost und West, provozierte den gierigen Hedonismus eines bindungsfreien Menschen, der seine GefĂŒhlswelt zum Maßstab aller Dinge nimmt und von unaufhörlichem ‚Fortschritt‘ ein Konsumparadies auf Erden erwartet“. Darauf steuerte denn auch eine Industriegesellschaft zu, deren oberste Maximen ökonomischer Natur sind: Wachstum, RentabilitĂ€t, VollbeschĂ€ftigung, Gewinnmaximierung und Spezialisierung.“68
Unbestritten scheint der auf calvinistischen Werten gewachsene Kapitalismus zur Selbstzerstörung zu fĂŒhren: „[
] wenn er zum ökonomischen und wissenschaftlichen Fortschrittswahn wird; denn dann schlagen ursprĂŒngliche Tugenden wie Fleiß, Treue, Sparsamkeit, Disziplin und Leistungsbereitschaft in ihr Gegenteil um und vergiften das System: als Konsumerismus, sexuelle Libertinage, Gleichmacherei, ‚kein Bock‘ Syndrom und Ă€hnliches. Die postindustrielle Welt produziert eben fast alles, nur keine Antworten auf die Frage nach dem Sinn von Leben und Sein: Woher? Wohin? Warum?.“69
Nicht ohne Neid gestand schließlich der Jesuit Francis Edwards in der Londoner Times ein: „In einer Welt des Materialismus, des Hedonismus und der Technologie [
] gelingt es den islamischen Massen noch immer, Gott und nicht die Technologie zur zentralen Gewissheit ihres Lebens zu machen.“70
Deswegen plĂ€diert Hofmann fĂŒr die unbestreitbare RealitĂ€t: „[
] wonach in einer materialistisch–agnostischen Welt sĂ€mtliche GottesglĂ€ubigen im selben Boot sitzen, das sie mehr eint als trennt“.71
Insofern hat der Islam der westlichen Welt an Werten einiges zu bieten, was ihr bitter Not tut.72 Außerdem begreift sich der Islam keineswegs als einen Bittsteller in der Minderheit, sondern gemĂ€ĂŸ Hofmann als ein „Zulieferer von Werten und Verhaltensweisen: „[
] dass die Muslime, ob eingewandert oder konvertiert, nicht nur etwas wollen, nĂ€mlich Duldung, sondern etwas anzubieten haben, was dem Okzident tĂ€glich mehr Not tut: einen Wertekonservatismus, der sich dem Verfall moralischer Vorstellungen nicht ausliefert, sondern modeunabhĂ€ngig dagegenhĂ€lt.“73

Der Koran

Dem BĂŒchermarkt mangelt es sicherlich nicht an deutschen KoranĂŒbersetzungen. Die erste deutsche KoranĂŒbersetzung des 20. Jahrhunderts aus der Feder eines Muslims stammte von Maulana Sadr-ud-Din aus dem Jahr 1938. Sadr-ud-Din war der damalige Imam der Berliner Moschee und gehörte zudem der Ahmadiya-Bewegung in Lahore an.74 Abgesehen von den unzĂ€hligen nichtmuslimischen KoranĂŒbersetzungen veröffentlichte 1986 als erster Nicht-Ahmadiya-Muslim Muhammad Ahmad Rassoul „Die ungefĂ€hre Bedeutung des Korans in deutscher Sprache“.75 Allerdings erschien die erste KoranĂŒbersetzung eines Muslims, dessen Muttersprache auch Deutsch ist, von Ahmad von Denffer.76 Des weiteren wurde unter der Leitung von Fatima Grimm in MĂŒnchen 1997 eine fĂŒnfbĂ€ndige, großformatige GemeinschaftsĂŒbersetzung unter dem Namen „Die Bedeutung des Korans“ herausgegeben.77
Mitte der 90er-Jahre wollte der tĂŒrkische Verleger Saban Kurt in seinem Verlag „Cagri Yayinlari“ in Istanbul erstmals eine deutsche Übersetzung des Korans herausgeben. Der Verlag ist unter anderem auch dafĂŒr bekannt geworden, den Koran in den wichtigsten Sprachen der Welt zu veröffentlichen. Saban Kurt war besonders daran interessiert, die Übersetzung von Max Henning (Pseudonym) von 1901 zu publizieren, da sie nicht mehr urheberrechtlich geschĂŒtzt war, und beschloss deshalb 1995 bei Murad Hofmann anzufragen, ob er ihm dabei behilflich sein könnte.
Hofmann konnte bei seiner Zusage zur Bearbeitung der Übersetzung von Henning zum damaligen Zeitpunkt noch nicht erahnen, welch enormer Aufwand ihm noch bevorstehen wĂŒrde:

„Als ich zusagte, hatte ich keine Vorstellung vom damit verbundenen Arbeitsaufwand: Der alte Text musste von der gothischen in die lateinische Druckschrift gebracht werden. Die der Einteilung von Gustav FlĂŒgel aus dem 19. Jahrhundert folgende VerszĂ€hlung war in Ordnung zu bringen. Einleitung und Fußnoten mussten als fĂŒr Muslime inakzeptabel ersetzt werden. Der Index war um Begriffe zu ergĂ€nzen, die im qurÂŽanischen Text unmittelbar nicht vorkommen, wie z. B. ‚HomosexualitĂ€t‘. Auch fĂŒhrte ich wie bei Muslimen ĂŒblich fĂŒr sich auf Allah beziehende Worte Großschreibung ein. Das war bei weitem nicht alles. Ich musste feststellen, dass sich die deutsche Sprache seit 1901 so stark verĂ€ndert hatte, dass viele von Hennings SĂ€tzen heute unverstĂ€ndlich waren. (Welch ein Kontrast zur arabischen Sprache, die dank des QurÂŽan seit 1400 Jahren gleich geblieben ist.) Davon abgesehen musste ich die orientalistische Übersetzung durchgĂ€ngig „islamisieren“, ihr also die Bedeutung geben, die sie traditionell bei Muslimen hat. Ich beließ es bei der von Henning gewĂ€hlten Übersetzung, sofern sich wenigstens eine entsprechende muslimische Übersetzung ins Deutsche, Englische, Französische oder TĂŒrkische fand. Andernfalls folgte ich der muslimischen Mehrheitsmeinung. Wenn die Muslime ĂŒber die Bedeutung eines Verses untereinander sich nicht einig waren, folgte ich hĂ€ufig, doch nicht immer, der Übersetzung von Muhammad Asad. Als meine deutsche Quran-Bearbeitung erschien, erst in Istanbul und dann auch bei Diederichs in MĂŒnchen, konnte ich nicht ahnen, wie stark sie sich durchsetzen wĂŒrde.“78

In diesem Zusammenhang sei zum besseren VerstĂ€ndnis daran erinnert, dass die mittlerweile reichhaltigen KoranĂŒbersetzungen von Muslimen auf dem deutschen BĂŒchermarkt damals noch nicht vorhanden waren.
TatsĂ€chlich war es umso mehr ĂŒberraschend, warum ausgerechnet Hofmanns ĂŒberarbeitete KoranĂŒbersetzung sich bislang am stĂ€rksten verbreitet hat und inzwischen sogar in ĂŒber 15 Versionen gedruckt worden ist.79 Auf die Frage nach dem Erfolg antwortete Hofmann in einem Interview dazu: „Ich weiß das auch nicht, vermute aber, dass es mit meiner unemotionalen Ausstattung der Ausgabe mit lakonischen Fußnoten zu tun hat“.80 FĂŒrwahr war der Erfolg der Übersetzung nicht nur ihrer NĂ€he zum Original, sondern vor allem den hilfreichen Fußnoten von Hofmann zu verdanken. Um dies hier lapidar zu illustrieren, wird im Folgenden ein Beispiel aufgefĂŒhrt:
In Sure 2, Vers 25 heißt es in der Übersetzung von Rassoul: „Und Ihnen gehören darin ‚Gattinnen‘ vollkommener Reinheit […]“. Hier wird dem Leser impliziert, dass nur den MĂ€nnern Gattinnen im Paradies vorbehalten seien.
Der gleiche Vers lautet in der ĂŒberarbeiteten Übersetzung von Hofmann folgendermaßen: „Und darin werden sie ‚reine Partner‘ haben […].“
In der dazugehörigen Fußnote wird resĂŒmiert: „Das arabische Wort dafĂŒr (zwaj, pl. azwaj) ist nicht geschlechtsgebunden. Danach werden Frauen wie MĂ€nner im Paradies Partner des anderen Geschlechts haben.“ 81
Bereits 1995 beschrieb der zum Islam konvertierte CDU-Politiker Christian Abdul Hadi Hoffmann in seinem Buch „Zwischen allen StĂŒhlen“ seine eigene Erfahrung im Umgang mit der LektĂŒre des Koran. Resultierend aus seiner Erkenntnis unterstrich Abdul Hadi die Notwendigkeit einer kommentierten Koran-Ausgabe, um die Bedeutungen in ihren ZusammenhĂ€ngen richtig zu verstehen:

„Jedermann weiß, dass der Qur’an das offenbarte Wort Allahs ist. Was aber tatsĂ€chlich in ihm steht, wissen schon weit weniger Menschen im westlichen Kulturkreis. Den Qur’an wirklich zu verstehen ist jedoch auch fĂŒr Menschen, die im Islam geboren wurden, eine lebenslange Aufgabe. Aus diesem Grund war es ein ziemlich gewagtes Unternehmen von mir, im Alleingang den Qur’an durchzuackern und zu glauben, ich hĂ€tte etwas verstanden. Schon beim Kauf machte ich aus Unwissenheit einen schweren Fehler: Ich kaufte eine völlig unkommentierte Ausgabe, in der Annahme, ich könne die Aussagen schon verstehen und in ihrer Bedeutung richtig erkennen. Heute weiß ich, dass auch der deutsche Text schlecht war, und ich kann nur dankbar sein, dass ich durch dieses Experiment nicht in die Irre gegangen bin.“82

Nicht anders schilderte ohnedies zuvor der britische Muslim und Diplomat Charles Le Gai Eaton die Interaktion mit dem Koran. Die Einstellung bzw. Überzeugung, der Koran ließe sich wie andere, gewöhnliche BĂŒcher lesen, sei weit hergeholt:

„Es muss Boden gerodet werden, ehe wir hoffen können, dem Qur’an nahezukommen – dorniger Boden! -, und dass man die DornbĂŒsche nicht sofort sieht, macht es noch schwieriger, sich auf ihm zurechtzufinden. In jeder religiösen Tradition und in jeder uralten Legende sind heilige Dinge und heilige Orte streng bewacht, und man kann sich ihnen nur durch harte MĂŒhe und Reinigung nĂ€hern. Der Koran ist keine Ausnahme.“83

Wenngleich der Koran sein eigener und bester Kommentator ist, so wird dennoch das Heranziehen sachkundiger Kommentierung nicht von der Hand zu weisen sein. Aus diesem Grund listet Hofmann sieben GrundsÀtze auf, die zum koranischen VerstÀndnis herangezogen werden sollten:
‱ alternative Wortbedeutungen und grammatikalische Besonderheiten
‱ parallele Stellen (Konkordanz)
‱ ErlĂ€uterungen durch den Propheten (Hadith)
‱ Koran-VerstĂ€ndnis der ProphetengefĂ€hrten
‱ parallele Fundstellen in der Bibel
‱ Ort, Zeit und Anlass der Einzeloffenbarungen (Usul al-Qur®an)
‱ vorislamische VerhĂ€ltnisse84
Hinsichtlich des letzten Punktes wird z. B. von Abdullah ibn Abbas (gest. 688) ĂŒberliefert, dass dieser die Muslime eigenmĂ€chtig dazu ermutigte, bei Bedarf und bei Unklarheiten zur Auslegung des Korans die vorislamische Poesie fĂŒr die Interpretation heranzuziehen: „Wenn ihr mich ĂŒber ein ungewöhnliches Wort im Koran befragt, sucht es in der Dichtung wie zum Beispiel im arabischen Diwan.“85
Selbst der zweite Kalif Umar ibn al-Chattab (gest. 644) soll die Muslime von der Kanzel aus aufgefordert haben, die vorislamische Poesie zum Tafsir des Koran zu benutzen: „O ihr Menschen! Seht zu, dass ihr die Dschahaliyya Dichtung zusammentragt, weil in dieser das Tafsir fĂŒr euer Buch (dem Koran) vorhanden ist.“ 86

ResĂŒmee

Murad Hofmanns außerordentlicher Beitrag zum VerstĂ€ndnis des Islam stellt nicht nur im deutschen Sprachraum eine immense Bereicherung dar. Dass seine BĂŒcher auch kĂŒnftige Generationen beeindrucken werden, ist nicht unschwer vorherzusagen. Desgleichen gestehen sogar dem Islam kritisch gegenĂŒberstehende Autoren wie Prof. Ursula Spuler-Stegemann ein, dass Hofmanns BĂŒcher „eine sehr anziehende Seite des Islam widerspiegeln“.87 Es wird daher nicht ĂŒberraschen, dass Hofmann bis zum Schluss Vorbild fĂŒr viele Muslime war und bleiben wird. Sein unermĂŒdliches Engagement, selbst im hohen Alter, fĂŒr VerstĂ€ndigung und Toleranz wurde besonders von den hiesigen Muslimen sehr geschĂ€tzt. Zweifellos war Murad Hofmann der einflussreichste Muslim der Gegenwart und zugleich ein Geschenk Deutschlands an den Islam.
 
Anmerkungen:
1 Der Spiegel, Nr. 40, 29.09.2003, S. 82 – 97: „Das Kreuz mit dem Koran“, siehe S. 88 – 89.
2 Die Onlineumfrage fand vom 08.10. bis zum 15.11.2008 statt.
3 Der Brief wurde ins Deutsche von Abd al-Hafidh Wentzel ĂŒbersetzt: http://www.warda.info/EIN_WORT_DAS_UNS_UND_EUCH_GEMEINSAM_IST.pdf
4 Siehe zur Regensburger Rede: Benedikt XVI. unter Mitwirkung von Seewald, Peter: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag 2012, S. 220.
5 Hofmann schrieb 14 BĂŒcher, die in mindestens 10 Sprachen ĂŒbersetzt worden sind, abgesehen von unzĂ€hligen Artikeln, die in diversen Zeitschriften veröffentlicht wurden.
6 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 186.
7 Ebd. S. 46.
8 Ebd. S. 46.
9 Ebd. S. 47.
10 Ebd. S. 47.
11 Ebd. S. 48.
12 Ebd. S. 49.
13 Ebd. S. 51.
14 Ebd. S. 52.
15 Kermani, Navid: Gott ist schön – Das Ă€sthetische Erleben des Koran, MĂŒnchen: 3. Auflage der broschierten Sonderausgabe C. H. Beck 2007, S. 12.
16 Vgl.: Rassoul, Muhammad: Deutsche von Allah geleitet. Beitrag von Murad Hofmann: Alhamdulillah, ein Muslim westlicher Herkunft. Köln: Verlag Islamische Bibliothek 1982.
17 Vgl.: Swineburne, Richard: Die Existenz Gottes, Stuttgart: Reclam 1987.
18 Zitiert aus: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 16.
19 Siehe hierzu: Hofmann, Murad W.: Den Islam verstehen. Istanbul: Cagri Yayinlari 2007, S. 1 – 12.
20 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Der Islam als Alternative, Istanbul: Cagri Yayinlari 6. Auflage 2010, S. 30.
21 Vgl.: Maududi, Abul Ala: Tafhim-ul-Quran, Insan Yayinlari, Bd. 3, S. 281.
22 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 34. Siehe aber auch: Hofmann, Murad W.: Der Koran. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 5. Auflage 2012, S. 85 – 88.
23 Zitiert aus: Ulfat Aziz-us-Samad: Islam und Christentum. Schriftenreihe des islamischen Zentrums MĂŒnchen Nr. 23. MĂŒnchen: Islamisches Zentrum MĂŒnchen: 1993, S. 141. Siehe in diesem Band noch weitere Zitate von KirchenvĂ€tern ĂŒber die Diffamierung von Frauen.
24 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 57.
25 Das Buch „Zelot“ des Religionswissenschaftlers Reza Aslan ist hier besonders hervorzuheben. Danach ist „der Jesus von Nazareth“ im Unterschied zum „Jesus dem Christus“ ein jĂŒdischer Reformprophet gewesen, der am Kampf gegen die römische Besatzung maßgeblich beteiligt war, ja sogar der AnfĂŒhrer dieser Bewegung gewesen sein soll.
24 Deschner, Karlheinz: Der gefĂ€lschte Glaube. MĂŒnchen: Verlag Knesebeck 5. Auflage 2004, S. 90.
27 Inzwischen ist die 4. ĂŒberarbeitete Auflage 2011 im EB-Verlag erschienen.
28 Schwarzenau, Paul: Korankunde fĂŒr Christen. Hamburg: EB-Verlag erw. Aufl. 2001, S. 124.
29 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 31.
30 Drewermann, Eugen: Hat der Glaube Hoffnung? Patmos Verlag 2000, S. 123 – 124.
31 Murad W. Hofmann: Ein philosophischer Weg zum Islam, Köln: Verlag Islamische Bibliothek 2. ergÀnzte Auflage 1983.
32 Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 43.
33 Siehe das Interview mit Mahmut Askar in Divan Sohbetleri: https://www.youtube.com/watch?v=wqzk02JMflw (zuletzt abgerufen am 05.11.15).
34 Vgl.: Interview der IQL (Initiative islamischer Quellenforschung e.V.).
35 Die erste Auflage erschien 1985 im Verlag Islamische Bibliothek.
36 Asad, Muhammad: Der Weg nach Mekka. Patmos Verlag 3. Auflage 2011, aus dem Vorwort von Murad W. Hofmann.
37 Vgl.: Wohlrab-Sahr, Monika: Konversion zum Islam in Deutschland und in den USA. Frankfurt am Main: Campus Verlag 1999, S. 33.
38 AL-ISLAM, Nr. 5/2000, Leitartikel von Murad W. Hofmann in: Muhammad Asad – Europas Geschenk an den Islam
39 Ebd.
40 Ebd. S. 19.
41 Vgl.: Asad, Mohammed: Die Botschaft des Koran. Patmos Verlag 2015 4. Auflage, S. 116.
42 AL-ISLAM, Nr. 5/2000, Leitartikel von Murad W. Hofmann in: Muhammad Asad – Europas Geschenk an den Islam. Hofmann listet in seinem Leitartikel zahlreiche Koranverse auf, die Asad im Gegensatz zu klassischen Tafsir-Kommentatoren vernunftbetont erlĂ€utert.
43 Zitiert aus: Windhager, GĂŒnther: Leopold Weiss alias Muhammad Asad. Wien: Verlag Böhlau, 2. unverĂ€nderte Auflage 2003, S. 35.
44 Zitiert aus: AL-ISLAM, Nr. 5/2000, Leitartikel von Murad W. Hofmann in: Muhammad Asad – Europas Geschenk an den Islam, S .19.
45 Mawdudi und Asad kannten sich persönlich in Pakistan. Auch besuchte Asad mit seiner Familie Mawdudi zu Hause. Siehe hierzu: Hamira Mawdudi, Ebi – el Eßcaru’l Vafira.
46 Siehe zum Briefwechsel: Uygar (dt. zivilisiert), Ausgabe 3-4, Januar-Juni 2002, Sonderausgabe ĂŒber Muhammad Asad, S. 76 – 78.
47 Vgl.: Islamoglu, Mustafa: Yerliler ve Yersizler. TĂŒrkei: DĂŒsĂŒn Yayincilik 2. Auflage 2006, S. 15 – 35.
48 Das betonte Prof. Elik am 08.11.2014 in einer Fernsehsendung zum Thema „Koran-Übersetzungen“: https://www.youtube.com/watch?v=Zx8-5rZlzJY
49 Zitiert aus: Islamoglu, Mustafa: Yerliler ve Yersizler. TĂŒrkei: DĂŒsĂŒn Yayincilik 2. Auflage 2006, S. 35.
50 Sein Korankommentar „Die Botschaft des Koran“ wurde erstmals im Jahre 2009 durch den Verein „VDM e.V.“ (Verein fĂŒr denkende Menschen) ins Deutsche ĂŒbersetzt und herausgegeben.
51 Zitiert aus: AL-ISLAM, Nr. 5/2000, Leitartikel von Murad W. Hofmann in: Muhammad Asad – Europas Geschenk an den Islam, S. 19.
52 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Den Islam verstehen. Istanbul: Cagri Yayinlari 2007, S. 157.
53 Ebd. S. 158.
54 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 201 – 202.
55 Ebd. S. 201.
56 Siehe hierzu: Hofmann, Murad W.: Tagebuch eines deutschen Muslims. Istanbul: Cagri Yayinlari 5. Auflage 2007, S. 174.
57 Siehe dazu im Internet: http://www.zeit.de/1992/21/muslim-murad/komplettansicht
58 Der Artikel erschien bereits 1991, zwei Jahre spÀter wurde das Buch dazu veröffentlicht.
59 Siehe dazu: Henning, Max: Koran, Überarbeitung und Einleitung M. W. Hofmann. Istanbul: Cagri Yayinlari 6. Auflage 2006, Einleitung von Murad Hofmann.
60 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 190.
61 Zitiert aus: Garaudy, Roger: Aufruf an die Lebenden. Darmstadt: Luchterhand Verlag 1981, Nachwort S. 393.
62 Hofmann, Murad W.: Tagebuch eines deutschen Muslims. Istanbul: Cagri Yayinlari 5. Auflage 2007, S. 168 – 169.
63 Die BĂŒcher von Gerhard Konzelmann, Peter Scholl-Latour und Udo Ulfkotte singen ein Lied davon.
64 Hofmann, Murad W.: Der Islam als Alternative, Istanbul: Cagri Yayinlari 6. Auflage 2010, Vorwort S. 7 – 8.
65 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Reise nach Mekka. Istanbul: Cagri Yayinlari, 2. Auflage 2009, S. 201.
66 Vgl.: LĂŒdemann, Gerd: Die Ketzer. Stuttgart: Radius-Verlag 1996, S. 25 – 191.
67 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Der Islam im 3. Jahrtausend. Hugendubel 2000, S. 12.
68 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Der Islam als Alternative, Istanbul: Cagri Yayinlari 6. Auflage 2010, S. 21.
69 Vgl. Hofmann, Murad W.: Der Islam im 3. Jahrtausend. Hugendubel 2000, S. 112.
70 zitiert aus: Eaton, Charles Le Gai: Der Islam und die Bestimmung des Menschen. Diederichs Verlag 2. Auflage 1994, S. 57.
71 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 96.
72 Hofmann, Murad W.: Der Islam im 3. Jahrtausend. Hugendubel 2000, S. 223 – 234. Hofmann listet 14 Punkte auf, die seiner Ansicht nach zu einem Paradigmenwechsel zur gescheiterten Moderne herbeifĂŒhren wird.
73 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 104.
74 Dem folgte die Übersetzung 1954 von Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad, der jedoch der Ahmadiya-Mehrheitsbewegung angehörte.
75 Diese Übersetzung hat zahlreiche Auflagen erreicht und wird hauptsĂ€chlich in den BĂŒchermĂ€rkten der arabischen Moscheen zum Verkauf ausgestellt.
76 Denffer veröffentlichte seine Übersetzung 1996 in kleineren Auflagen im Eigenverlag.
77 Sie erschien in der 3. Auflage im SKD Bavaria Verlag MĂŒnchen.
78 Siehe hierzu: Hofmann, Murad W.: Tagebuch eines deutschen Muslims. Istanbul: Cagri Yayinlari 5. Auflage 2007, S. 203 – 204.
79 Vgl. Sultan, Sohaib: Der Koran fĂŒr Dummies, Weinheim: Wiley-VCH Verlag 1.Auflage 2006, S. 322.
80 Das Interview wurde von IQL e.V. durchgefĂŒhrt und veröffentlicht.
81 Henning, Max: Koran, Überarbeitung und Einleitung M. W. Hofmann. Istanbul: Cagri Yayinlari 6. Auflage 2006, S. 2.
82 Vgl. Hoffmann, Christian Abdul Hadi: Zwischen allen StĂŒhlen. Bonn: Bouvier Verlag 1995, S. 193.
83 Eaton, Charles Le Gai: Der Islam und die Bestimmung des Menschen. Diederichs Verlag 2. Auflage 1994, S. 138.
84 Vgl.: Hofmann, Murad W.: Islam. Diederichs Kompakt, Diederichs Verlag 6. Auflage 2011, S. 73.
85 Vgl.: Ahmad ibn al-Husain al-Baihaqi, as-Sunan al-kubra. Zitiert aus: Benzine, Rachid: Islam und die Moderne, Verlag der Weltreligionen 2012, S. 171.
86 Vgl.: Asch-Schatibi, Al-Muwafaqat fi Usul Asch-SchariÂŽa, Bd. 2. Istanbul: Iz Yayincilik, 4. Auflage 2010, S. 85.
87 Spuler-Stegemann, Ursula: Muslime in Deutschland. Freiburg: Herder Verlag 2002 S. 312.