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Die Ehe, Ort der Intimität: Die Hälfte der Religion

Von allen Religionen legt keine so viel Wert auf Ehe und Familie, wie es der Islam tut

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(iZ). Von allen Religionen legt keine so viel Wert auf Ehe und Familie, wie es der Islam tut. Uns wurden rechtliche Mittel an die Hand gegeben, um Sicherheit und Stabilität im ehelichen Leben zu gewährleisten. Diese helfen dabei, den Kollaps einer Partnerschaft zu verhindern.

Allah hat die Welt in Gegensatzpaaren erschaffen; das weibliche Element und das männliche ergänzen sich. Erst gemeinsam werden sie zu einem ganzheitlichen, menschlichen Wesen. Offenbarte Allah doch im Qur’an: „Eure Ehefrauen sind ein Gewand für euch, und ihr seid ein Gewand für sie.“ (Al-Baqara, 187)

Frau und Mann vervollständigen sich. Jeder von ihnen nimmt einen Aspekt der Menschlichkeit des anderen an; eine neue Facette und Tiefe seiner Persönlichkeit. Kleidung bedeckt und schützt ihren Träger, sodass eine Frau und ihr Gatte sich gegenseitig Beschützer und Helfer sind. Hier ist der Einzelne sicher und beschützt.

Der Wunsch nach dem Anderen ist eine so starke Komponente des Menschen, dass viele zeitgenössische Freigeister versuchen, einen Ersatz für Familie und Ehe zu finden. Die Sehnsucht nach diesen Elementen der menschlichen Existenz ist so groß, dass sie immer wieder Bahnen bricht.

Liebe ist eine Bewegung in Richtung Einheit. Allah ist Einer. Je mehr sich das Herz der Einheit nähert, desto stärker wird die Liebe. Im Qur’an heißt es: „Allah hat die Herzen zusammengefügt.“ (Al-Anfal, 63) Liebe ist die Bewegung zur Einheit durch ihr Licht, das dem Herzen spirituelle Geborgenheit und Intimität verleiht. Denn Liebe ist der Schatten der Einheit, Intimität der Schatten der Liebe und Ausgeglichenheit der Schatten der Intimität.

Allah benennt den ehelichen Partner als eines Seiner Zeichen: „Und zu Seinen Zeichen gehört, dass er für Euch Partner erschuf aus euch selbst, damit ihr bei ihnen Ruhe finden möget. Und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesetzt. Hierin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (Ar-Rum, 21)

Vom Propheten wurden uns zwei Quellen über die Ehe überliefert: Seine Lebenspraxis, das heißt, die Art und Weise, wie er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, in seiner Familie agierte. Und seine mündlichen Aussagen zum Thema.

Der Gesandte Allahs machte deutlich, dass ein solitäres Leben – ohne Ehe und Familie – nicht mit seiner Lebensweise kompatibel ist. Er sagte: „Die Ehe ist meine Sunna. Wer meine Sunna von sich weist, gehört nicht zu mir.“ Eine mönchische Existenz, die ihr Heil im Vermeiden körperlicher und emotionaler Realitäten sucht, widerspricht unserem Ethos.

Die Ehe wird als die Hälfte der Religion bezeichnet, gemäß des Hadith des Propheten, das Anas Ibn Malik berichtete: „Wenn der Knecht Allahs sich verheiratet hat, hat er damit schon die Hälfte der Religion erfüllt. So fürchte er Allah hinsichtlich der anderen Hälfte.“

Welche Eigenschaften soll der Gläubige haben, der die Ehe eingeht? „Der vollkommenste Gläubige ist derjenige, dessen Charakter am feinsten ist und der am freundlichsten zu seiner Ehefrau ist“, findet sich in den bekannten Hadithsammlungen von Imam Tirmidhi und Imam Nasa’i.

Der gemeinsame Glaube und die islamische Lebenspraxis sind ein sehr starkes Band und eine Gemeinsamkeit, die verbindet und alltägliche oder vorübergehende Konflikte überdauert. Man weiß, dass man von Allah kommt, sich auf Ihn ausrichtet und Ihm gemeinsam dient. Dadurch kommt auch Allahs Segen über die Ehe, und diese große Gemeinsamkeit zwischen den Eheleuten wiegt stärker als die kleineren Unterschiede, die völlig normal sind. Auch die Gattinnen des Propheten waren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten mit ihren eigenen Stärken. Mit gutem Willen und im Bewusstsein der partnerschaftlichen Verantwortung vor Allah – aber auch im Vertrauen auf Seine Hilfe – lassen sich viele Konflikte beilegen oder kommen erst gar nicht auf. Hier hilft das Wissen, dass Allah uns in jeder Situation beobachtet und Zeuge dessen ist, was wir tun.

Um eine erfüllende Ehe zu führen, kann man sich nicht auf einen einzigen Aspekt versteifen. Die ausschließlich rechtliche Perspektive übersieht das lebendige, menschliche und unstrukturierte Element, das Ehe und Familie in sich tragen. Aber ohne äußere Form und ein praktikables Vorbild fehlt ein gangbarer Weg, den die Eheleute gemeinsam beschreiten können.

Oft herrscht das Missverständnis, dass ­Muslime wegen ihrer Religion ein gestörtes Verhältnis zu Intimität hätten. Obwohl es Verfallserscheinungen in der heutigen muslimischen Welt gibt, dürfen sie nicht mit der Religion als solcher verwechselt werden. Im Islam wird Sexualität bejaht.

Ohne ein inneres Gegengewicht bliebe die Ehe ein trockenes Vertragswerk. Mann und Frau brauchen eine innere Leitlinie, sich gemeinsam auf ein Ziel zuzubewegen, das sich in der nächsten Welt befindet. In der Autobiografie des nordafrikanischen Gelehrten Ibn ‘Adschiba finden sich wertvolle ­Kapitel über Ehe und Liebe.

Der große Gelehrte rät: „Bei der Heirat ist es notwendig, dass derjenige, der sich auf dem spirituellen Weg befindet, sich entsprechend der Sunna verhält, um die Gesundheit seiner Seele zu erhalten, um seine Religion zu perfektionieren, um seinen Blick vor dem Schweifen abzuhalten und um sich um die Bedürfnisse seiner Frau zu sorgen.“

Am Ende hilft kein gutes Vorbild, wenn es nicht nachgeahmt wird. Die Ehe ist, als rechtmäßiger Ort der Intimität zwischen den Geschlechtern, keine kitschige Romanze, sondern ein Gesamtkunstwerk. Liebe, wie sie angeblich in der modernen, aufgeklärten „Beziehung“ unserer Tage herrschen soll, ist nicht ihre Voraussetzung, sondern die Folge einer erfolgreichen Ehe, bei der sich zwei Menschen auf ein gemeinsames Ziel zubewegen und durch die „Stürme“ ihres Lebens reifen.

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Laila Massoudi

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