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Die Eskalation in Afghanistan wirkt sich negativ auf Pakistan aus. Von Ali Kocaman

Zum Frieden bomben

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(IZ/Agenturen). Wer kategorisch behauptet, dass sich Geschichte nicht wiederholt, sollte in diesen Tagen genau nachdenken. Genau wie im Falle Vietnams, als US-Präsident Johnson eine Eskalation beschloss, um Frieden zu erzwingen, scheinen US-Armee und NATO alles daran zu setzen, endgültig auch Pakistan mit in den Krieg hineinzuziehen. Wohin die paradoxe Strategie von Johnson und seines Verteidigungsminis­ters McNamara führte, ist hinlänglich bekannt.

Genau wie damals bei den völkerrechtswidrigen Bombardements und ­Invasionen von Laos und Kambodscha, wird immer unverhohlener von Seiten des Pentagons auf der anderen Seite des Hindukusch eingegriffen. Und dies, obwohl es dafür – auch bei gutwilliger Betrachtung – kein Mandat des UN-Sicher­heitsrates gibt. Als Teil seiner neuen Afghanistan-Strategie hatte US-Präsident Obama vor Kurzem die Entsendung von 30.000 GIs nach Afghanistan angekündigt. Die so genannte „Surge“ (dt. Welle oder Schub) soll das Momentum der Taliban umkehren und das korrupte und schwache Regime in Kabul stärken.

„Mit der Entsendung von zusätzlichen Truppen wird es zu einem Anstieg der grenzüberschreitenden Infiltration kommen“, sagt der in Lahore beheimate Sicherheitsexperte Hassan Askari Fatimi. „Menschen – sowohl Taliban als auch nor­male Menschen – werden nach Pakis­tan einsickern, insbesondere in den Stammesgebieten, sollte es zu gesteigerten US-Operationen in Süd- und Südostafghanistan kommen.“

Der Anstieg von US-Truppen – ganz abgesehen von den geheimen Aktionen, die jenseits der Grenze von CIA und Blackwater durchgeführt wurden – ­stelle laut Fatimi eine weitere Herausforderung für die pakistanische Armee dar. Insbesondere, da diese bereits jetzt an mehreren Stellen in Gefechte mit ­Militanten verwickelt sei. „Sollten die amerikanischen Einheiten daran scheitern, die gewünschten Ergebnisse zu ­erzielen, außer die Taliban nach Pakistan abzuschieben, dann wird die Obama-Regierung Druck auf Pakistan ausüben, um gegen diese Taliban vorzugehen“, so die Erwartungen von Fatimi.

„In unseren öffentlichen Sitzungen dreht sich alles um Afghanistan“, merkte eine Quelle aus dem Kongress gegenüber der Nachrichtenagentur IPS vor der Obama-Rede an. „Aber sobald sich die Türen schließen, geht es nur um Pakistan und die Szenarien, die sich dort abspielen könnten.“

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