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Die Familie als ein segensreiches Element

Von der Baraka des ehelichen Lebens - Auszüge aus einem Kapitel von Schaikh Ahmad ibn ‘Adschibas Autobiografie - Übersetzt von Malik Özkan, Bremen

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Ihr müsst wissen, dass die Ehe (Al-Nikah) als allgemeine Regel empfohlen ist. Sie ist eine der Traditionen, die von den Gesandten der Göttlichkeit befolgt wurde. Sie ist verpflichtend für denjenigen, der den Ehebruch auf seiner Seite fürchtet. Von unseren noblen Vorläufern sind uns Aussprüche und Weisheiten zu diesem Thema überliefert worden. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer mein Wesen (Fitrati) liebt, der folgt meinen Gewohnheiten (Sunnati). Die letztere ist die Ehe. Ein Mann wird geehrt durch die Gebete, die seine Kinder nach ihm verrichten.“ Er sagte auch: „Wer in einer Position ist, eine Frau zu nehmen und dies nicht tut, gehört nicht zu uns.“ Und: „Wer ein Kind hat, welches im heiratsfähigen Alter ist und es nicht verheiratet, und das Kind begeht eine Sünde (Ithm), do wird der Fehler zwischen beiden geteilt.“

Der Prophetengefährte Abu Huraira, der sehr viele Berichte vom Gesandten übermittelte, sagte: „Selbst wenn die Welt nur noch einen Tag andauern würde, so würde ich zu Allah nur mit meiner Frau an meiner Seite gehen. Denn ich hörte Allahs Gesandten sagen: ‘Die schlimmsten von euch sind die Junggesellen. Wenn einer von euch heiratet, dann schreit euer Dämon . Dieser Sohn von Adam hat zwei Drittel seines Dins [im verkürzten Sinne bewahrt.’“

Abu Umama sagte: „Es gibt vier Dinge, gegen die Allah von Seinem Thron, einen Fluch, den die Engel wiederholen, gerichtet hat: Der Mann, der sich vom Verkehr mit Frauen zurückhält; der Mann, der keine Frau nimmt, aus Furcht Kinder zu haben; der Mann, der sich seiner Frau gleich macht und die Frau, die wie ihr Ehemann sein will; und die Person, die die Armen in die Irre führt.“ Die Irreführung der Armen bedeutet, sie von Guten Taten und der Annahme des spirituellen Weges abzuhalten. Sahl ibn ‘Abdallah war der Ansicht: „Es ist unpassend, Frauen aufzugeben, denn sie wurden dem Meister der Verzichtenden [dem Prophet] liebenswert gemacht.“

Bei der Heirat ist es notwendig, dass der Faqir [derjenige, der sich auf dem spirituellen Weg befindet] sich entsprechend der Sunna verhält, um die Gesundheit seiner Seele zu erhalten, um seine Religion zu perfektionieren, um seinen Blick vor dem Schweifen zu schützen und um sich um die Bedürfnisse seiner Frau zu sorgen. Er sollte auf ein Kind mit gutem Charakter hoffen, denn dies ist das wichtigste Ziel einer Ehe. Der Prophet sagte: „Wenn der Sohn Adams stirbt, dann werden seine Handlungen von ihm getrennt, mit der Ausnahme von drei Dingen: Das anhaltende Geben von Spenden; Wissen, welches er in die Herzen der Menschen eingegeben hat und das tugendhafte Kind, welches für ihn nach seinem Tod betet.“

In der Heirat sollte daher nicht nur ausschließlich die Befriedigung der sexuellen Leidenschaften liegen, denn ansonsten sind seine Bemühungen nutzlos. Wenn seine Absichten auf das ausgerichtet sind, was ich erwähnt habe, dann wird alles, was er für die Brautgabe, die Heirat und für den Unterhalt seiner Frau ausgibt, auf die Waage gelegt werden.

Der Suchende sollte sich eine Frau von guter Herkunft suchen, denn der Zweig ist im Allgemeinen wie der Stamm. Die guten Eigenschaften eines Kindes entstammen generell denen seiner Eltern. Von „guter Herkunft“ meine ich eine religiöse, tugendhafte und gottesfürchtige Familie.

Wer heiraten will, sollte sich selbst daran hindern, von körperlicher Schönheit geblendet zu sein, wenn der Stamm schlecht ist. Der Prophet sagte: „Seid auf der Hut vor den schönen Pflanzen, die auf einem Misthaufen wachsen.“ Jemand fragte ihn, was diese Pflanze sei. Der Gesandte Allahs entgegnete: „Ein schönes Gesicht, welches von einem schlechten Umfeld abstammt.“ Die Suche nach einer Frau unter den Armen und Demütigen, wenn sie zur selben Zeit Furcht vor Allah haben, ist viel mehr vorzuziehen und wird mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Quelle für gute Gesellschaft sein.

Wenn der Suchende nach der Heirat nicht findet, was er sich gewünscht hatte – sowohl physisch als auch moralisch -, dann sollte er beständig sein. Denn dieses Schicksal wurde ihm von der Ewigkeit beschieden und vielleicht liegt darin etwas Gutes. Allah sagt: „Wenn ihr eine Abneigung gegen sie habt, dann ist es möglich, dass ihr eine Abneigung gegen etwas habt, in das Allah ein großes Gut gelegt hat.“ (Sure An-Nisa). Das „große Gut“ ist ein tugendhaftes Kind und auch die große Belohnung.

Schließlich sollte der Suchende seiner Frau zeigen, dass er ein passender Gefährte ist und er sollte sich ihren Stimmungen anpassen. Allah sagt: „Seid gute Gefährten für sie.“ (An-Nisa) Im Umgang mit Frauen ist es notwendig, klug und geduldig zu sein. Eine Eigenschaft, die nur wenige Männer haben. Hier kann der Suchende zeigen, dass er geduldig ist und dass der Geizige vom Großzügigen unterschieden werden kann.

Aus diesem Grunde wollte der Meister unseres Schaikhs, Moulai Al-’Arabi Ad-Darqawi, dass der Suchende heiratet. Ich hörte ihn sagen: „Es gibt Sufis, die ihren Anhängern gesagt haben, dass sie sich bei der Ehe zurückhalten sollten. Ich empfehle sie ihnen, sodass sie ihren Charakter entfalten können, ihr Wissen von Allah [Mar’rifa] vergrößern und ihre Gewissheit [Jaqin] stärken können.“

Al-Ghazali schrieb in seiner Ihja [‘Ulum Ad-Din], dass man, um heiraten zu können, in der Lage sein muss, mit seiner Frau harmonisch zu leben, sie zu schützen und sie mit Achtung zu behandeln. Die Harmonie beweist sich in dem Verhalten mit guten Charakter gegenüber den Frauen und im Ertragen der Schmerzen, die sie uns zufügen. Über den Mann, der den schlechten Charakter seiner Frau erträgt, sagte der Prophet, dass Allah ihm die Belohnung des Propheten Ajub [Hiob] geben werde. Und dass die Frau, die den schlechten Charakter ihres Ehemanns erträgt, die Belohnung von Asija, der Ehefrau des Pharaos, erhalten wird.

Als Vorbild haben wir den Charakter des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der es den Frauen erlaubte, ihm zu widersprechen. Bei einer Gelegenheit war eine seiner Frauen mit ihm und etwas geschah zwischen beiden. Sie schlug ihm auf seine Brust mit solcher einer Heftigkeit, dass er auf den Rücken fiel. Als ihre Mutter sie zurecht wies, sagte der Gesandte Allahs: „Lass sie, sie behandeln mich schlechter als dies.“ Anas ibn Malik [sein langjähriger und enger Diener] berichtete: „Der Prophet war der freundlichste aller Männer in Hinblick auf Frauen und Kinder.“

Quelle: The Autobiography (Fahrasa) of a Moroccan Soufi, Übers. von Jean-Louis Michon, Fons Vitae, ISBN 1-88775220-X

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