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Die natürliche Form des Menschen

Jedes erschaffene Wesen betet den Schöpfer an

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Foto: user11472009 | Freepik

(iz). Ein Neugeborenes ist Ausdruck absoluter Reinheit. Jeder, der bei einer Geburt anwesend war, muss dies anerkennen. Jede neue Geburt ist Ausbruch des Lebens. Jedes Baby ist ein Behälter für das Wiederaufleben roher Lebensenergie. Dieses Gefäß hat eine bestimmte Form und kommt in einer bestimmte Umgebung zur Welt.

Seine Umstände bewirken zusammen mit der Kette von Ereignissen, aus denen sich sein frühes Leben zusammensetzt, die Individualisierung des Kindes. Sie verbinden sich, um es zu veranlassen, sich von seiner Umgebung als getrennt wahrzunehmen.

Irgendwann, nach ca. zwei Jahren, nimmt das aus allen Elementen bestehende Bild eine mehr oder weniger eindeutige Form an. Das Kind sagt: „Das bin ich!“ Aber dieses „Ich“ ist keineswegs solide, sondern wechselt von einer Minute zur nächsten, obwohl es als Form etabliert ist, die Identität beanspruchen kann. Es ist von entscheidender Bedeutung, zu erkennen, dass diese „Identität“ im absoluten Sinne keine reale Existenz hat.

In seiner nackten Form ist dieses „Selbst“ offensichtlich nicht akzeptabel. Nach und nach lernen wir durch Erfahrung, mit der Existenz zu interagieren. Wir finden heraus, mit wie viel wir durchkommen, was wir verfeinern müssen, was wir ausdrücken und zurückhalten müssen, was gewünschte Reaktionen hervorruft usw. Mit anderen Worten, wir versuchen ein Gleichgewicht zwischen dem Rohmaterial unseres Selbstbildes und dem schwierigen sozialen Umfeld, in dem wir uns befinden, herzustellen.

Wenn wir die Phänomene der Existenz der Außenwelt oder in uns betrachten, werden wir klare Gesetze bei der Arbeit finden, die alles in Harmonie und Gleichgewicht halten – in der Weite der Galaxien und der überwältigenden Schönheit der Sterne in ihren Konstellationen.

Dieses widerspenstige Selbst ist nicht die einzige Facette des Menschen, und jeder hat ein anderes Instrument, um sich der Existenz zu nähern: die erleuchtete Fähigkeit des Verstands. Er ist das Mittel, mit dem der Griff der selbst auferlegten Tyrannei des Menschen gelockert werden kann. Intellekt bezeichnet in diesem Zusammenhang weniger die Fähigkeit, Informationen zu sammeln, zu speichern und zu reproduzieren, als vielmehr die Fähigkeit, Situationen so zu deuten, wie sie wirklich sind; die Fähigkeit einer klaren Unterscheidung zwischen dem, was schädlich ist und dem, was vorteilhaft ist.

Jede Kreatur ist begrenzt und durch das bestimmt, was sie ist. Und durch jede Kreatur und Form wird ein universelles Gleichgewicht aufrechterhalten. Alles unterwirft sich von Natur aus sowohl der universellen Ordnung, trägt aber auch zu ihrer Erhaltung bei. Nur im Fall des Menschen scheint es eine Ausnahme von dieser Regel zu geben. In diesem offensichtlichen Widerspruch liegt der klare Hinweis auf unsere Rolle in der Existenz.

Es ist die Tätigkeit der Unterwerfung und Teilnahme an der Entfaltung des Daseins, diese Anerkennung der Quelle des Daseins, die echte Anbetung darstellt. Hier müssen wir jedes Konzept verwerfen, das wir für eine Verbindung zwischen Anbetung und „Religion“ ­halten. Anbetung ist organisch, unvermeidlich. Durch die Erfüllung seiner natürlichen Funktion übt jedes Wesen gleichzeitig einen Akt der Anbetung aus. Es spielt seine Rolle bei der Manifestierung der Einen Realität.

Während alles andere seinen Schöpfer äußerlich durch natürliche, unbewusste Unterwerfung anerkennt, haben wir durch unsere Fähigkeit der inneren Artikulation die Fähigkeit, uns sowohl äußerlich als auch innerlich der Einen Realität zu unterwerfen. Dies ist dann unser Zweck und Grund unseres Hierseins; und auch das, was unsere äußere Form definiert: Dass wir uns sowohl äußerlich an die natürlichen Grenzen anpassen, die uns durch die uns gegebene Form auferlegt werden, und dass wir innerlich unsere Fähigkeit erkennen, dass das Sein das ist, was es ist. Ein großzügiges und barmherziges Ausgießen, die Selbst-Manifestation des Einen Gottes, des Herrn der Himmel und der Erde und allem, was dazwischen ist. (The Natural Form of Man)

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Abdalhaqq Bewley

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