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Die Orte der Einladung

Unser Moscheen müssen einladend auf die Umwelt wirken. Die Berliner Sehitlik-Moschee hat es vorgemacht – zumindest bis jetzt

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Foto: Ömer Sefa

(iz). Zu den Eigenschaften, die Besucher der muslimischen Welt von Alters her anrühren, gehört bekanntermaßen die Gastfreundschaft. Reisende von Marokko bis zu den Philippinen erleben immer wieder, dass Gerade Arme sie oft und mit überraschend offenen Armen aufnehmen.

Es ist diese – im Qur’an empfohlene – Haltung der offenen Einladung, die wichtig für die deutschen Muslime ist. Und zwar nicht nur aus taktischen oder eigennützigen Motiven, sondern, weil diese Offenheit Teil unserer Existenz ist. Sie reflektiert den Charakter des Propheten, ­Allahs Segen und Friede auf ihm. Der Gesandte Allahs wandte sich den Menschen ungeachtet ihrer Herkunft zu und redete mit ihnen – eines seiner Wunder – in ihrer Sprache.

Damit eine solche Offenheit gelingen kann, müssen die sichtbaren Orte des Islam in Deutschland, unsere Moscheen und Zentren, dementsprechend gestaltet und organisiert sein. Um den Anderen nicht abzustoßen, müssen sie als offen, einladend, freundlich und bereichernd empfunden werden. Muslime dieses Landes ­haben das verstanden. Längst ist man vielerorts versucht, dass Provisorium der dumpfen Hinterhofmoschee hinter sich zu lassen, in der ­Anderssprachige oder Frauen nicht willkommen sind. Bereits jetzt gibt es mehrere hundert Einrichtungen, die direkt als Moscheen konzipiert oder entsprechend umgewidmet wurden.

Neben der notwendigerweise ansprechenden Form braucht es einen Kern; ein Programm, das Menschen anzieht. Sporadische Events wie der „Tag der Offenen Moschee“ sind nur ein Anfang. Sie können aber nicht verdecken, dass sie die Ausnahme und nicht die Regel sind.

Eine der Gemeinschaften, in der Verknüpfung von schöner Form und aktivem Gemeindeprogramm gelingt, ist die Berliner Sehitlik-Moschee. Die der DITIB angeschlossene, traditionsreiche Gemeinschaft in der Hauptstadt wird pro Woche von vielen Gruppen Interessierter besucht, die sich durch das Gebäude führen lassen. Ebenso ist sie der Ort für deutschsprachigen Unterricht, angenehmer Treffpunkt sowie ein bekanntes Forum für Veranstaltungen.

Diese Offenheit ist auch das Ergebnis der Arbeit ihres bisherigen Vorsitzenden sowie des Vorstandes. Mit Verwunderung haben nun Muslime im ganzen Bundesgebiet erfahren, dass der Vorstand nach diplomatischem Druck abgewählt wurde. Aus den Reihen des DITIB-­Jugendverbands wurde Widerspruch laut. Die Jugendlichen fordern eine Rückbesinnung auf demokratische Prinzipien und solidarisierten sich mit dem betroffenen Vorstand.

Es bleibt zu hoffen, dass die vorbildliche Arbeit der Gemeinde trotz politischer Interessen nicht darunter leidet. Ansonsten hätte Deutschland ein offenes Projekt weniger.

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Sulaiman Wilms

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