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Die Ruhende

Gedicht von Layla Kamil ­Abdulsalam

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Foto: Pixabay

Der Anfang eines jeden Kreises
ist seine Mitte.
Sie ist,
sie steht,
sie bleibt.

Sie steht nur da
mit schwarzem Kleid.
So klar,
so starr,
so ungerührt.

Um sie herum
dreht sich der Sturm.
Er wird,
er tobt,
er lebt.

Er trägt zu ihr
die Menschenherzen,
die Augen wenden sich ihr zu,
aus weit entfernten Ländern kommen,
die Bitten ihr nur zugeflogen.

Kein Tag vergeht in Erdentagen,
an dem die Häupter sich nicht beugen
und im Gebet und im Gedenken
sich neigen und in Demut senken.

Kein Herz kann sich der Kraft entziehen,
die von der Mitte strahlt nach außen.
Sie gibt,
sie zieht,
sie bindet.

Zur Mitte machte sie ihr Herr,
der sie als Haus auf Erden wählte,
Er ist die Macht, der alle Kreise,
auf ihren Bahnen hält und bindet.
Bis sie dereinst,
wenn er es lässt,
zerbersten,
zerfallen
entfliehen.

Doch nicht auf alle wirkt die Kraft
und bringt ihr Gutes nur hervor.
Wer sich nicht als den Kreis versteht,
der drängt,
der drückt,
der hindert.

Doch sie, sie steht nur einfach da,
die Ruhende,
in ihrem schwarzen Kleide,
schaut nur und schweigt.
Sie lässt dem Wütenden die Wut,
dem Flehenden das Flehen.
Der Sturm,
der Lärm,
die Menschenmengen,
sie gehen,
während sie doch bleibt.

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