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Die Sultanstochter und der Architekt

Nachdem Mimar Sinan die Prinzessin nicht heiraten konnte, baute er ihr zwei Moscheen

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Foto: Go Turkey

Die einzige Tochter von Suleyman I. und seiner Hürrem Sultan (Roxelana) wurde am 21. März 1522 geboren. Ihr Vater nannte sie Mihrimah. Dieser Name leitete sich aus der persischen Bedeutung der Worte für Mond und Sonne ab.

Die Legende besagt, wonach in ihrem 17. Lebensjahr zwei hochgestellte Persönlichkeiten den Wunsch ausdrückten, sie zu heiraten. Einer von ihnen war Sinan, der Architekt, der heute noch zu den größten Meistern seines Faches überhaupt gilt. Trotz seines hohen Alters hegte er eine große Liebe für die junge Mihrimah ­Sultan. Der andere Mann war Rüstem Pascha – Gouverneur von Diyarbakir zu dieser Zeit und zukünftiger Großwesir. Sultan Suleyman, der ihn sehr liebte und wertschätze, gab im 1539 die Hand seiner Tochter zur Ehe.

Ein Jahr später begann der Baumeister eine Moschee in Üsküdar. Auf Bitten der Prinzessin und mit Erlaubnis des Sultans hatte Sinan den Bauplatz ausgesucht. Die Mihrimah Sultan-Moschee mit zwei ­Minaretten wurde 1548 fertiggestellt und eingeweiht.

Das Gebäude aus seiner frühen Periode bietet die stärksten Formen der klas­sischen Architektur. Ihre Minarette mit einem Durchmesser von 10 Metern ­verfügen über jeweils einen Balkan, die Gebetsnische ist mit Muqarnas verziert und das Minbar aus Marmor.

Die wichtigste Eigenschaft der Moschee auf der asiatischen Seite des heutigen ­Istanbuls ist die Tatsache, dass, wenn man sie vom Wachturm in Beyazit oder einem erhöhten Punkt im April und im Mai ­betrachtet, die Sonne zwischen beiden Minaretten aufgeht und nur vom Mond gefolgt wird. Es wird davon ausgegangen, dass Sinan den Standpunkt der Moschee aufgrund sehr schwieriger Berechnungen aussuchte. Sein Werk reflektiert die tiefe Liebe des Baumeisters zur Prinzessin.

14 Jahre nach Fertigstellung der ersten Moschee wurde der Architekt 1562 erneut zu Mihrimah Sultan gerufen. Dort erhielt er die Anweisung, einen weiteren Komplex unter ihrem Namen in Istanbul zu bauen. Wie bereits beim ersten Gebäude suchte Mimar Sinan auch den neuen Bauplatz mit Erlaubnis des Sultans aus. Das neue wurde auf dem höchsten Hügel der Stadt als elegante Struktur mit einem Minarett errichtet. Es hat einen femininen Charakter, wenn das Sonnenlicht durch alle Ecken tanzt. Von außen erhebt sich die Kuppel der Moschee in ihrer ganzen Pracht, während das Minarett nur 38 Meter hoch ist. Die Stalaktiten und die Gravuren im Inneren zeigen die Haarfigur, die sich bis zu den Fersen erstreckt. Der Bau der Moschee begann 1562 und wurde 1565 abgeschlossen.

Sinan, der Architekt, stellte erneut eine brillante Beziehung mitten unter Sonne und Mond her, die Mihrimah Sultan ­ihren Namen gab – zwischen den beiden Moscheen, die er im Abstand von 14 Jahren auf beiden Seiten der Stadt errichtete. Nur einmal im Jahr, am 21. März, dem Geburtstag von Mihrimah Sultan, können diejenigen, die an einem Punkt mit freiem Blick auf beide Moscheen stehen, sehen, dass die Sonne hinter dem einzigen Minarett der Moschee auf europäischer Seite untergeht. Der Mond geht zwischen den Minaretten der Moschee auf der ­asiatischen Seite auf.

Diejenigen, die an die Existenz einer ­solchen Liebe glauben, sagen: „Es besteht keine Notwendigkeit, in den historischen Archiven nach Dokumenten zu stöbern. Liebe könnte nicht eleganter ausgedrückt und so geschrien werden, dass sie über Jahrhunderte andauerte (…).“ (von ­Zeynep Güldiken)

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