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Die Sura Al-Ikhlas beinhaltet das grundlegende Wissen von der Einheit. Von Danyal al Agha

Es geht um die reine Absicht

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(iz). „Wenn jemand sein Leben in stetiger Verbindung zu ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ lebt, entsprechend ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ handelt, die Größe von ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ realisiert, und die Leute von ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ würdigt – in dem er ihnen kein Unrecht tut, sie nicht betrügt oder ihnen gegenüber arrogant ist – dann wird er auch mit ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ versterben und er wird ‘Es gibt keinen Gott außer dem einen Gott’ im Moment des Todes aussprechen (können). Wenn dies seine letzten Worte sind, dann wird er das Paradies betreten mit denjenigen, die es als erste betreten, ohne vorherige Strafe oder Tadel.“ (Quelle: Muwasala – Ein Zitat des jemenitischen Gelehrten Habib Umar)

Die Einheit Gottes – arabisch Tauhid – ist also mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis. Interessant wird es dann, wenn man ­realisiert, wie weitreichend die Folgen dieses Einheitsglaubens sein können. Wenn die Einheit zu einem Verhaltenskodex wird, zu einer Lebenseinstellung, zu einer Betrachtungsweise, zu einem Grundgefühl, also zu einem alltäglichen Ethos.

Man könnte es auch so betrachten: Einheitsglaube ist, wenn der Glaube alles zu vereinen vermag. In Form eines leuchtenden Fadens alles durchzieht und wie ein vitales Aderngeflecht alles belebt, womit es in Berührung kommt. Das ist dann die tiefe Überzeugung von der einen göttlichen Schöpfungskraft; jedes andere „Sein“ ist nur durch sie, von ihr und für sie. Wir lesen bei einigen Qur’anexegeten, dass sie die 112. Sura als ein Drittel des Qur’ans bezeichnen, obwohl sie in ihrer tatsächlichen Länge die zweitkürzeste Sura ist.

„Sprich: Gott ist Einer, (1) ein ewig reiner, (2) hat nicht gezeugt und Ihn gezeugt hat keiner, (3) und nicht Ihm gleich ist einer. (4)“

So lautet die sinngemäße poetische Übertragung dieser Surah nach Friedrich Rückert. Anzumerken obliegt mir, dass im zweiten Vers, vielleicht aus dichterischer Not heraus, der Name Gottes „As Samad“ nicht korrekt übertragen wurde. „Ein ewig reiner“ ist Gott auch, nur heißt „As Samad“ eher so viel wie „der absolut Unabhängige, von dem alles andere abhängt“. Das hätte wohl jedes Metrum gesprengt.

Ein Grund für die herausragende Rolle dieser Sura liegt darin, dass in ihr die grundlegendsten Glaubensüberzeugungen eines Muslims verankert sind und somit ein zentraler Teil der islamischen Botschaft generell – der Einheitsglaube.

Sehr spannend ist auch, dass die Sura Al-Ikhlas nicht nach dem benannt ist, wovon sie ja eigentlich handelt. Ein passender Titel wäre vielleicht „At Tauhid“ – „Der Einheitsglaube“, aber sie trägt den Titel „Al Ikhlas“. Häufig wird das Wort mit „Aufrichtigkeit“ übersetzt. Falsch ist das nicht unbedingt, aber ich bevorzuge eher, es mit „Treue“ zu übersetzen, wobei der Begriff erst durch seine Bestimmung wirklich greifbar wird.

Beim „Ikhlas“ handelt es sich um eine charakterliche Tugend, bei der der Mensch all seine Absichten und Handlungen ausschließlich Gott widmet. Es geht um puristische Intention und um gottsuchende Handlungen. Es ist die Treue des Dieners seinem Herrn gegenüber. Es ist die Intimität zwischen Gott und dem Menschen, in der sich nichts materielles einschleichen darf. Nichts anderes wird gewollt oder bezweckt, außer dem Einen.

Die zitierte Sura spicht nicht in direkter Form über dieses Charakteristikum, aber sie gibt uns alle Bedingungen dazu, den Nährboden und die Motivation, um unsere Absichten und Handlungen so zu gestalten. Sie fordert uns nicht unerklärt zu einem Handeln auf, sondern gibt uns die nötigen Erkenntnisse. Denn mit der Erkenntnis, dass nur Gott der absolut Unabhängige ist, von dem alles abhängt, folgt unweigerlich die logische Konsequenz, dass bloß das Ihm Gewidmete sinnvoll ist und alles andere verloren im Vakuum der Vergänglichkeit.

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