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Die Türkei wird wirtschaftlich selbstbewusster. Von Malik Özkan

Erdogan und das Gold 

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(iz). Seit Jahrzehnten ist das politische Verhältnis der Tür­kei zu den USA eng. Die NATO-Mitgliedschaft integriert seit Jahrzehnten die Regio­nalmacht Türkei in den Westen. Ökonomisch könnte sie sich aber in den nächsten Jahren stärker emanzipieren. Die Rahmenbedingungen für ein neues Selbstbewusstsein sind längst gegeben. Das starke Wirtschaftswachstum der Türkei ermöglicht dem Land eine Unabhängigkeit von ausländischen Krediten und eine souveräne Politik. Noch 2013 wird das Land seine Auslandsschulden begleichen. Die leidvol­len Erfahrungen der Türken mit einer inflationären Währung schei­nen mit der neuen Lira ebenfalls überwunden.

Während des 5. Bali Democracy Forum stellte Ministerpräsident Erdogan nun sogar den US-Dollar als Leitwährung für den internationalen Handel in Frage. Erdogan erinnerte daran, dass Gold „eine historische Bedeutung für den Handel“ habe und als Leitwährung gut geeignet sei. In Asien wächst der Druck auf die Regierungen, den US-Dollar zu hinterfragen. Auch in der türkischen Politik wachsen die Zweifel am US-Dollar, der noch immer als globale Leitwährung dient, aber gleichzeitig stetig an Wert verliert. Der Glaube an eine echte amerikanische Reformpolitik hat nachgelassen. Die ökonomischen Zeichen in den USA deuten vielmehr auf eine Inflationspolitik zu Lasten Dritter.

In Ankara wächst der Widerstand, über den erzwungenen Handel mit dem Dollar am US-Defizit beteiligt zu werden. Vize-Premier Babacan hatte bereits auf dem türkischen Finanzgipfel im Herbst die USA offen kritisiert: „Es ist nicht genug, einfach mit der eigenen Notenbank Geld zu drucken und die Märkte zu fluten und dann zu sagen: Wir meistern die Krise“, hatte der Stellvertrtende Ministerpräsident die US-Wirtschaftspolitik in seiner Rede kritisiert.

Gold hat in der Türkei einen starken Stellenwert, mindestens 5.000 Tonnen sollen sich allein im Privatbesitz befinden. Inzwischen wird sogar spekuliert, dass die Türkei eine goldgedeckte Lira einführen möchte. In diesem Falle könnte ein türkisches Zahlungsmittel sogar eine historische Zäsur und das Ende der Dollar-Weltherrschaft bedeuten. Die Idee einer Lira-Zone in der Region wäre dann eine realistische Vision.

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