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Die größte Tragödie des Jahres 2017

Mehr humanitäre Hilfe nötig: Vereinte Nationen verabschieden Resolution gegen Vertreibung der Rohingya

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Foto: Farid Ahmed, IPS News

Göttingen (GfbV). Als größte Flüchtlingstragödie des Jahres 2017 bezeichnete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die systematische Vertreibung der Rohingya-Minderheit aus Burma (Myanmar). Vier Monate nach Beginn des Flüchtlingsdramas forderte die GfbV dringend mehr humanitäre Hilfe für die 655.000 Geflüchteten und mehr Anstrengungen für eine politische Lösung der Krise. „Die Rohingya sind die Verlierer des Jahres. Sie haben nicht nur ihr Hab und Gut und ihre Heimat verloren, sondern auch zu spüren bekommen, dass kein Staat bereit ist, ihnen langfristig Schutz zu gewähren“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am 26. Dezember in Göttingen. „Die Rohingya-Krise ist noch nicht gelöst. Dringend muss der internationale Druck auf Burmas Regierung und Militär erhöht werden, damit grundlegende Menschenrechte der Minderheit anerkannt und Bedingungen für eine menschenwürdige Rückkehr der Flüchtlinge erfüllt werden.“

Nachdrücklich wies die Menschenrechtsorganisation auf die katastrophale humanitäre Lage der Rohingya hin. „Ein Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Mindestens ein Viertel dieser Flüchtlinge sind unterernährt. Viele leiden unter Durchfall und Erkrankungen der Atemwege. Auch in den Flüchtlingslagern in Bangladesch fehlt es oft an frischem Trinkwasser. Rund 84 Prozent aller geflohenen Kinder bekommen nicht die Ernährung, die sie für ein angemessenes Wachstum benötigen“, erklärte Delius.

Eine Rückführung dieser Flüchtlinge ist nach GfbV-Informationen nicht absehbar. Zwar wollen Burmas Behörden mit der Repatriierung bis zum 23. Januar 2018 beginnen. „Doch angesichts anhaltender Menschenrechtsverletzungen wird niemand freiwillig zurückkehren wollen“, sagte Delius. Auch will Burma täglich nicht mehr als 300 Geflüchtete zurücknehmen. So würde es mehr als fünfeinhalb Jahre dauern, alle Geflüchteten zu repatriieren.

Die UN-Vollversammlung hat am Heiligabend in New York mit überwältigender Mehrheit  die Vertreibung der Rohingya in einer Resolution verurteilt und Burma aufgefordert, Angehörigen der Minderheit volle Bürgerrechte einzuräumen. Auch verlangten 122 der 193 in der Vollversammlung vertretenen Staaten freien Zugang von Helfern zur Not leidenden Zivilbevölkerung im Norden des Rakhine-Staates in Burma. Nur zehn Staaten (China, Russland, Laos, Kambodscha, Philippinen, Syrien, Vietnam, Weißrussland, Simbabwe, Myanmar) stimmten gegen die Resolution. In der Abstimmung wurde UN-Generalsekretär Antonio Guterres aufgefordert, angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage einen Sonderbeauftragten für Burma zu ernennen. Bislang gab es nur eine Burma-Beauftragte des UN-Menschenrechtsrates, die Koreanerin Yanghee Lee. Ihr wurde letzte Woche von Burmas Behörden bis zum Ende ihrer Amtszeit die Einreise verweigert.

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