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Die Welt im Ganzen

Wir müssen uns andere Zusammenhänge der Schöpfung bewahren. Von Khalil Breuer

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(iz). Irgendwie haben moderne Medien unsere Welt übernommen. Sie präsentieren „Breaking News“, fluten uns mit Informationen, oder takten unsere Empfindungen im „Gefällt mir“ Modus. Das Leben, so wie wir es zu betrachten gewohnt waren, wird zu einer unübersichtlichen Struktur, zersetzt in unzählige kleine Einzelteile.

Die wichtigen Phänomene lassen sich aber nur in größeren Zusammenhängen verstehen. Das Wesen von Reichtum, Gesundheit oder Frieden zu bestimmen bedarf immer der Offenbarung und einer Philosophie. Wissenschaft dagegen denkt nicht, bestimmt aber zunehmend unsere Blickrichtung und die Gier nach neuen Details. Der Modus des „Machens“ macht uns Menschen zu Arbeitern, die selbst noch in der Freizeit arbeiten müssen. Das moderne Lebensgefühl hat so auch etwas mit Entfremdung zu tun: was ist wirklich, was ist gut, was ist wahr? Umso wichtiger ist es für uns Muslime den Überblick zu wahren. „Die Welt ist wunderbar im Ganzen“, heißt es bei Ernst Jünger, gerade auch im Angesicht schrecklicher Kriege und menschlicher Verwirrungen. Über allem thront die Schöpfung, die unheimlichen, perfekten Zusammenhänge.

In der Offenbarung erleben wir das Wunder der Sprache und erhalten gleichzeitig Hinweise, wie wir die Welt im Ganzen erfahren können – ohne uns je an sie zu verlieren. Während der Atheismus in allen Zusammenhängen einen Zufall erkennen will, ist der Gläubige von der Harmonie alles Geschaffenen fasziniert. Er sucht nach einer ganzheitlichen Wissenschaft, die nicht zersetzt, sondern vielmehr zusammenfügt. Er erkennt auch die existentiellen Bedingungen unserer Wirklichkeit an. Am Himmel geht der Mond auf und unter, gibt uns den Takt vor.

Dieser Mond ist ein ganz Anderer, als ihn die Astronauten vorzufinden glauben. Überhaupt ist die Schöpfung nach ganz anderen Zeitmaßstäben erschaffen. Die Erzählung über die Schaffung der Welt in wenigen Tagen ist ein Gleichnis. Unsere Lebenszeit auch. Der Gläubige findet, auch in größter Not, Trost im Glauben an das Schicksal. Er versteht den Satz Hölderlins, dass diejenigen, die auf Erden das Paradies erschaffen wollten, nichts als die Hölle gebracht haben.

Die Schöpfung lehrt uns das Maß, wir sind jenseits von Macht- und Ohnmachtsphantasien unterwegs. Der Schöpfer weiss vom Blatt, dass vom Himmel fällt, weiss von uns. Wir müssen bei allem Spektakel, dass unsere Medien vermitteln, nach den tieferen Bedeutungen suchen. Unsere Aufgabe ist es, das Werk des Schöpfers zu preisen, auch wenn wir es mit keiner Wissenschaft je ganz umfassen können. Ohne Besinnung auf das Wesentliche kann das Leben nicht gelingen.

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