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Dieses Mal: Abu Raihan Muhammad ibn Ahmad Al-Biruni (2). Von Muhammad Mojloum Khan

Bekannte Muslime

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Abu Raihan Muhammad ibn Ahmad Al-Biruni war einer der ersten muslimischen Wissenschaftler, die das indische Kernland bereisten. Er war in der einzigartigen Lage, Sanskrit zu lernen. Daraus entstand ein jahrzehntelanges Studium der antiken indischen Sprachen, Kulturen, Geschichte, Religionen und Philosophien. Der Ergebnis seiner Forschungen war sein monumentales Werk „Kitab Tarikh Al-Hind“ (Die Geschichte Indiens), die heute nicht nur als wichtiges Referenzwerk für die Geschichte Indiens gilt, sondern auch eine Pionierleistung für das Studium der menschlichen Kultur und Zivilisation ist.

Ein oberflächlicher Blick durch das Buch reicht aus, um zu belegen, dass sich Al-Biruni ein intimes Wissen und Verständnis des indischen Denkens aneignete. Nachdem er die verschiedenen klimatischen und demografischen Verhältnisse Indiens untersuchte, maß er die Größe und Entfernung der wichtigen Orte, Städte und Flüsse mit erstaunlicher Genauigkeit.

Neben seinen eigenen wissenschaftlichen Forschungen und Veröffentlichungen spielte Muhammad ibn Ahmad Al-Biruni auch eine wichtige Rolle im Kultur- und Wissenschaftsaustausch. Er übersetzte antike indische Texte ins Arabische und anders herum. So war er einer der ersten, der Bücher von Euklid und Ptolämeus in Sanskrit übertrug. In einigen seiner Bücher finden sich darüber hinaus Tatsachen, Zahlen und Zitate aus bedeutenden indischen Büchern. Das belegt seine umfangreiche Kenntnis der religiösen Überzeugungen, Bräuche und Praktiken der Hindus.

Nach Ansicht einiger Historiker beläuft sich die Zahl der von Al-Biruni verfassten Bücher und Abhandlungen auf 180. Andere glauben, dass es sogar noch mehr seien. Wie dem auch sei; zu seinen wichtigsten Schriften zählen unter anderem: „Al-Qanun Al-Mas’udi (Der Kanon von Mas’udi)“, „Kitab Tarikh Al-Hind (Die Geschichte Indiens)“, „Kitab Asch-Schamil (Das Buch des Universalwissens)“, „Kitab Tahdid Nihajat Al-Amakin (Die Bestimmung und Koordinaten der Städte)“ und „Kitab Al-Athar Al-Baqija (Abhandlung über die Chronologie der alten Völker)“.

In diesen Werken bietet dieser Universalgelehrte der muslimischen Geschichte eine systematische Analyse vieler Themen an, zu denen Astronomie, Kulturgeschichte, vergleichende Religionswissenschaft, Geologie, Philosophie und Elemente der Geografie zählen. Al-Birunis scharfer Intellekt, gepaart mit seiner umfassenden Gelehrsamkeit und seinen bemerkenswerten linguistischen Fähigkeiten erlaubten ihm das Erlernen und die Meisterung von Wissenschaften aus unterschiedlichen Quellen.

Seine Vielfalt der Gelehrsamkeit in den Wissenschaften seiner Zeit war so groß, dass es heute gar nicht mehr möglich ist, Al-Biruni in eine bestimmte akademische Kategorie einzuordnen. Abu Raihan Muhammad ibn Ahmad Al-Biruni meisterte einen derart großen Themenbereich, dass er sich jeglicher Klassifikation entzieht. Auch wenn er das Persische und Sanskrit vollkommen beherrschte, entschied er sich überwiegend dafür, seine Manuskripte auf Arabisch zu schreiben; vielleicht, weil Arabisch damals die Verkehrssprache der muslimischen Welt war.

Als überzeugter Muslim kompromittierte Al-Biruni auf seiner Suche nach wissenschaftlichen Zielen niemals seinen islamischen Glauben und die muslimische Lebenspraxis. Als weiser und duldsamer Autor interessierten ihn die sektiererischen Spannungen der muslimischen Gemeinschaft nicht. Nach Angaben mancher war Al-Biruni in den religiösen Wissenschaften des Islam gebildet. Für ihn ist der Islam ein universaler Glaube, der die Menschen unterschiedlicher ethnischer und kultureller Hintergründe vereint. Die anhaltende Suche nach Wissen war ihm wichtiger als alles andere, denn dies erlaubte ihm ein größeres Wissen von seiner eigenen Religion.

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