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Dieses Mal: Nana Asma’u, Tochter von Schaikh ‘Uthman Dan Fodio. Von Laila Massoudi

Bekannte Muslime

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Über einflussreiche Frauen in der langen muslimischen Geschichte zu schreiben, erzeugt den Eindruck des Besonderen. Selbst wenn solche Texte der Verteidigung des Genius muslimischer Frauen dienen, erwecken sie unbewusst den Eindruck, als würde es sich bei solchen Frauen um seltene Ausnahmen handeln und nicht um eine Normalität.

Zu den herausragenden Beispielen der Persönlichkeit von Musliminnen zählt ohne Zweifel die 1793 geborene Nana Asma’u, die bekannteste der Töchter von Schaikh „Schehu“ ‘Uthman Dan Fodio. Dan Fodio war ein erstrangiger islamischer Gelehrter, der 1804 für sein Festhalten an den Grundlagen des Islam gegen einen ungerechten Herrscher seine Heimat Nigeria zusammen mit seiner Familie verlassen musste.

Im jungen Alter von zehn wurde sie mit der Brutalität des Krieges konfrontiert, als die Gemeinschaft ihres Vaters von einem ungerechten Herrscher angegriffen und dezimiert wurde. Nana sah die blutüberströmten Überlebenden, darunter auch Frauen. Von dieser Zeit an, bis zu ihrem Tod im Alter von 62 Jahren, war ihr die Realität des Krieges vertraut und sie kannte die Beschwernisse des Krieges aus der weiblichen Perspektive.

Schaikh ‘Uthman war der Ausgangspunkt des Sokoto-Khalifats, dass nicht nur eine politische Basis hatte, sondern in der intellektuellen Arbeit dieses Gelehrten ruhte. Er schuf ein Gemeinwesen, in dem islamisches Denken, die Lese- und Schreibfähigkeit und humanitäre Traditionen blühten. Der Schehu kannte die Bedeutung von Bildung, insbesondere die der Frauen, und so machte er diese zu seiner vorrangigen Aufgabe. Außerdem ging er mit gutem Beispiel voran und leitete persönlich die Ausbildung seiner Töchter.

Nana, wie sie von den Leuten immer noch liebevoll genannt wird, begann ihre eigene Lehrtätigkeit mit Gedichten über den Propheten und mit Unterricht über die Botschaft des Qur’an. Diese Gedichte wurden von den Männern, Frauen und Kindern in ihrem Lehrzirkel auswendig gelernt.

Nana Asma’u entwickelte eine System zur Erziehung in ländlichen Gebieten. Sie brachte einige Frauen aus jedem Dorf in die Stadt, bildete sie aus und sandte sie zurück, um den Rest zu unterrichten. Diese von Nana Asma’u gestiftete Lehrmethode besteht im heutigen Nigeria fort. Ihre Schüler erhielten den Namen „Yan-Taru“. Eine gleichnamige Bewegung besteht auch heute noch in weiten Teilen Westafrikas. Das bleibendste Bild von ihr ist das einer Lehrerin, deren Werke bis heute von Bedeutung sind. Nana Asma’u verband ihre Lehrtätigkeit mit wohltätiger Arbeit. Üblicherweise brachten die zu ihr kommenden Schülerinnen Geschenke, die sie dann innerhalb ihres Hilfsnetzwerkes verteilte.

Sie zählte zu den fruchtbarsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit und wurde von ihren Zeitgenossen und modernen Kommentatoren als „unermüdliche Dame, die in allem überragt, was sie beginnt“, „Verteidigerin des Islam“ und als „führende islamische und afrikanische Erzieherin“ beschrieben.

Auch wenn die meisten ihrer Arbeiten in ihrer Muttersprache, Fulfulde, geschrieben wurden, beherrschte Nana Asma’u auch das Arabische in seiner Schriftform. Ihr Buch über qur’anische Heilmittel für bestimmte emotionelle und körperliche Leiden, das „Tabschir Al-Ikhwan“, war in Arabisch verfasst. Der folgende Vers aus dem Buch, „wenn das Licht in das Herz kommt, verschwindet die Dunkelheit und es ist rechtgeleitet“, ist Beweis für die spirituelle Tiefe ihrer Lehre in diesem Thema.

Als Nana Asma’u starb, versammelten sich Tausende an ihrer bescheidenen Bleibe. Ihr Bruder ‘Isa sagte anlässlich ihres Todes: „Wir, die Kinder von ‘Schehu’, folgten ihrer Führung. (…) Unsere scheinende helle Lampe wurde von uns genommen. (…) Man könnte beinahe sagen, dass sie die Herzen heilen konnte.“ Sie wurde in der Nähe ihres Vaters beerdigt.

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