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Dieses Mal von Laila Massoudi an ihre Landsleute

"Briefe, die abzuschicken wir uns nicht getrauten"

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Meine lieben Landsleute,

auch wenn mein Name und mein Aussehen mich wohl eher nicht als einen der Ihrigen erkennen lassen, fühle ich mich Ihnen stärker verbunden, als es die aktuelle und ­dämliche Debatte vermuten lässt. Ich trenne meinen Müll (inklusive der bösen Blicke für jene, die das nicht tun), schicke meine Kinder auf die Waldorfschule und bin unserer beein­druckenden Kulturlandschaft mehr verbunden als die meisten bio-deutschen Heranwachsenden. Wer könnte denn an einem sonnigen Herbsttag durch die immer noch ­erhaltenen Wälder fahren und dabei nicht die Existenz eines barmherzigen Schöpfers anerkennen?

Es ist wahr: Es gibt leider einige Muslime, ob migrantische oder bio-deutsche, die mit Verachtung auf ihre Mitbürger blicken. Auch wenn dies der Fall sein mag, so haben diese Leute kein Argument aus dem Islam heraus. Allah bezeichnete Seinen Gesandten als „Barmherzigkeit für die Welten“, und dieser Prophet, Muhammad, sagte, dass ­derje­nige der Beste von uns ist, der seinen Mitmenschen am meisten nützt. Auch sagte er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, dass die Liebe für das Land, in dem man sich dauerhaft aufhält, Teil der Religion sei.

Die meisten von uns haben sowieso keine Wahl, als uns hier letztendlich heimisch zu fühlen, sind doch die aus meiner und der nächsten Generation hier geboren und somit Teil unseres gemeinsamen Landes. Ironischerweise haben auch wir hier lebenden Muslime viel mehr an der deutschen Mentalität einen Anteil – positiv wie negativ. Allen ­voran unsere gemeinsame Neigung des Jammerns auf hohem Niveau. Vergleichen wir die Situationen mit anderen europäischen Ländern (das wesentlich offener rassistische Frankreich beispielsweise) oder gar Regimen in anderen Teilen der Welt, geht es uns doch immer noch Recht gut.

Wir Muslime dürfen nicht vergessen, dass trotz gesellschaftlicher Ökonomisierung das soziale Klima immer noch recht stabil ist. Trotz aktueller Debatten und deprimierender Meinungsfragen (welchen positiven und praktizierenden Muslim würden solche Umfra­gen nicht traurig machen?) dürfen wir uns nicht beschweren. Wir dürfen uns nicht nur nicht beschweren, als muslimischer Teil unseres Landes sind wir unserem Schöpfer gegenüber – und damit auch Seiner Schöpfung – zur Dankbarkeit verpflichtet.

Immerhin haben wir keinen Präsidenten, der wie in Frankreich einen Teil seiner muslimischen Bevölkerung als „Abschaum“ bezeichnete.

Ihre Laila Massoudi

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