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DITIB zur geplanten Demo: „mediale und politische Effekthascherei“

Moscheeverband will sich nicht an dem Marsch beteiligen

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Foto: ramadan-friedensmarsch.de

Köln (KNA). Der deutsch-türkische Moscheeverband DITIB will nicht an der für Samstag in Köln geplanten Demonstration gegen islamistischen Terror teilnehmen. Stattdessen werde in allen DITIB-Moscheen in Deutschland zum Freitagsgebet ein gemeinsames Bittgebet gegen den Terror und für den Frieden gesprochen, teilte die DITIB am Mittwoch in Köln mit. Dies werde auch Thema der Freitagspredigten werden. Zuvor hatte sich DITIB-Generalsekretär Bekir Alboga laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ für die Unterstützung der Großdemo ausgesprochen. Der Vorstand müsse aber noch darüber beraten.

Zu der Kundgebung unter dem Motto „Nicht mit uns“ haben prominente Muslime aufgerufen. Zu den Initiatoren zählen unter anderen die liberale Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der Friedensaktivist Tarek Mohamad. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern.

Die DITIB, die der größte islamische Verband in Deutschland ist, warf den Initiatoren jetzt vor, es gehe ihnen um „eine mediale und politische Effekthascherei“ und nicht um die Bedürfnisse der Muslime. „Öffentlich wirksame Aktionen begrüßen wir, lehnen jedoch die Art und Weise, wie dieser angekündigte Marsch organisiert wurde, ab“, heißt es in der Erklärung. Sie verweist darauf, dass die DITIB sich schon mehrfach von Terrorangriffen distanziert und zu Protesten aufgerufen habe.

Für eine gemeinsame Veranstaltung wären Vorgespräche nötig gewesen, lautet ein weiterer Vorwurf an die Veranstalter. „Auch hätten wir den betreffenden Personen vorab erklären können, dass am 22. Tag des Ramadan, an dem in Köln von 3:47 Uhr bis 21:55 Uhr gefastet, also nichts gegessen und getrunken wird, es den fastenden Muslimen schlichtweg nicht zumutbar ist, stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25°C zu marschieren und demonstrieren.“

Zugleich übt der Moscheeverband grundsätzliche Kritik: Forderungen nach „muslimischen“ Anti-Terror-Demos griffen zu kurz, stigmatisierten die Muslime und verengten den Terrorismus auf sie. „Das ist der falsche Weg und das falsche Zeichen, denn diese Form der Schuldzuweisung spaltet die Gesellschaft.“ Es sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, ein Zeichen gegen den Terrorismus zu setzen.

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