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Dokumentation: Pressemitteilung der MJD zum Verfassungsschutzbericht

"Haltlose Anschuldigungen erschweren Integrationsbemühungen"

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(PM) Das Bundesamt für Verfassungsschutz (VS) erhebt in seinem am 21.06.2010 veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2009 diverse Anschuldigungen gegen die Muslimische Jugend in Deutschland e.V. . Diese Anschuldigungen sind allesamt haltlos und lösen bei Mitgliedern und Kennern der MJD Bestürzung und Unverständnis aus. Der offensichtlich konstruierte Verdacht mangelnder Verfassungstreue und der Mangel an persönlichen Kenntnissen der Aktivitäten des Vereins lässt die Arbeitsweise des VS fragwürdig erscheinen.

Die MJD ist eine unabhängige Jugendorganisation, die von Jugendlichen für Jugendliche gegründet wurde und sich als eine deutsche Organisation von jungen deutschen Muslimen versteht. Trotz der kulturellen und ethnischen Vielfalt unter den Mitgliedern der MJD, ist Deutschland Heimat und Lebensmittelpunkt zugleich. Dies drückt sich insbesondere darin aus, dass bei allen MJD Aktivitäten deutsch Umgangs- und Veranstaltungssprache ist. Wir leben Jugendlichen muslimischen Glaubens vor, dass unser Glaube und unser Leben in Deutschland in keinem Widerspruch zu einander stehen, auch wenn sowohl manche Muslime als auch Nichtmuslime anderes behaupten.

Das Bekenntnis zu den demokratischen Grundprinzipien, zum staatlichen Gewaltmonopol und zur rechtsstaatlichen Ordnung gehören zu unserem Selbstverständnis. Die MJD vermittelt diese Prinzipien in ihren Veranstaltungen und Kursen genauso selbstverständlich wie das Bekenntnis zur absoluten Gewaltfreiheit.

Wir sehen uns daher verpflichtet, die haltlosen Anschuldigungen zurückzuweisen, und die Öffentlichkeit – insbesondere unsere Mitglieder und Partner – auf die fragwürdige Vorgehensweise des VS hinzuweisen. Im Folgenden werden wir darlegen, warum die erhobenen Vorwürfe einer inhaltlichen Prüfung nicht standhalten können. Eine ausführliche Stellungnahme hierzu – von uns und unseren Kooperationspartnern – finden sie auf unserer Homepage (www.mjd-net.de). An dieser Stelle möchten wir lediglich auf den gewichtigsten Vorwurf näher eingehen.

Der Bericht, basiert im Wesentlichen auf Auszügen eines angeblichen Schulungsleitfadens über den die MJD desintegrative Lehrinhalte verbreiten würde. Es wird behauptet:

„In einem Schulungsleitfaden der MJD heißt es, ein Teilnehmer sollte nach Abschluss des Kurses dazu „fähig sein, durch die Schönfärberei der westlichen Regierungen zu sehen, welche die tyrannischen muslimischen Herrscher unterstützen und involvieren, um muslimische Regime aktiv zu destabilisieren“.… Eine konsequente Umsetzung derartiger Lehrinhalte würde den grundlegenden Prinzipien einer demokratischen, rechtsstaatlichen Ordnung widersprechen.“

Hierzu ist festzuhalten, dass der zitierte Text uns weder bekannt ist, noch solche Inhalte auf unseren Veranstaltungen vermittelt werden. Der VS unterlässt es aus gutem Grund eine Quelle zu nennen. Für uns ist nicht nachvollziehbar, woher diese Zitate stammen. Aus MJD Unterlagen stammen sie jedoch mit Sicherheit nicht Die Position der MJD und ihr jahrelanges Engagement zielt auf das genaue Gegenteil, nämlich die Integration muslimischer Jugendlicher in die Mehrheitsgesellschaft und das Vermitteln der Notwendigkeit gesellschaftlicher Partizipation.

Jeder, der eine unserer Veranstaltungen besucht und sich vor Ort ein Bild von unserer Arbeit macht, wird dies bestätigen können. So hat Prof. Werner Schiffauer, ein renommierter Migrations- und Integrationsforscher, festgestellt:

„In ihrer Arbeit versucht die Muslimische Jugend Deutschlands aktiv Perspektiven für das Leben eines recht-gläubigen Muslim im Rahmen der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik aufzuzeigen. Sie wirkt damit Bestrebungen von islamistischer Seite entgegen, die die Unvereinbarkeit von Islam und Westen betonen und daraus die Notwendigkeit einer islamischen Revolution ableiten.“

Im weiteren Verlauf wird behauptet, der angebliche Schulungsleitfaden würde Werke führender MB-Ideologen (Muslimbruderschaft-Ideologen) zur Pflichtlektüre empfehlen. Hierzu stellen wir fest: Die MJD verwendet keinen zentralisierten Schulungsleitfaden. Sofern in den Kursen der MJD Bücher behandelt werden, handelt es sich dabei weder ausschließlich, noch in erster Linie um Literatur sogenannter „MB-Führer“. Wir möchten unseren Teilnehmern vielmehr einen möglichst breit gefächerten Einblick in die Literatur rund um die Themen Muslim, Jung und Deutsch gewähren. Exemplarisch seien hier Werke wie „Mein Weg als Deutscher und Jude“ von Jakob Wassermann, sowie „Das Elixier der Glückseligkeit“ von Ghazali oder „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm erwähnt, die im gleichen Maße unseren Kurs-Teilnehmern ans Herz gelegt werden.

Bei der Auseinandersetzung mit all diesen Schriften wird eine Betreuung gewährleistet die eine kritische Analyse fördert und die Jugendlichen anregt ein authentisches und ausgewogenes deutsches Islamverständnis zu entwickeln. Insbesondere werden die Besonderheiten eines in Deutschland beheimateten Islams thematisiert und diskutiert.

Wir sind für Kritik durchaus offen, erwarten aber eine faire Auseinandersetzung mit uns und unserer Arbeit. Keiner der erhobenen Anschuldigungen hält einer inhaltlichen Prüfung stand. Vielmehr besteht der Bericht aus einer Anhäufung nicht belegter Unterstellungen durch die in fragwürdiger Weise ein Verdacht gegen die MJD konstruiert werden soll. Zu befürchten bleibt, dass gerade dieser Bericht eine desintegrative Wirkung hat, da er diejenigen verleumdet, die sich für die Integration und den Dialog einsetzen und denen in die Hände spielt, die in die entgegengesetzte Richtung denken. Hierzu passt ein Zitat der langjährigen Berliner Integrationsbeauftragten Prof. Barbara John (CDU), die den VS einmal als „Integrationsverhinderungsbehörde“ bezeichnet hat. So ist es bedauerlich, dass die einzige Leistung, die dem VS bescheinigt werden kann, die Behinderung der integrativen Arbeit die durch zahlreiche Jugendliche in der MJD geleistet wird, ist.

Festzuhalten ist auch, dass wir durch diesen Bericht von unserer eigentlichen Arbeit abgehalten werden, und den aufwändigen und kostenintensiven Rechtsweg prüfen und bestreiten müssen.

Wir möchten aber auch deutlich machen, dass wir uns nicht entmutigen lassen, unsere Arbeit fortzusetzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Integration junger Muslime in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu leisten. Keine andere muslimische Jugendorganisation spricht so deutlich aus, was bei uns von Beginn an Programm ist. Wir sind muslimisch, jung und deutsch. Deutschland ist unsere Heimat, das Land für das wir uns engagieren mit Verfassungswerten die wir ehren und für die wir einstehen.

Hischam Abul Ola

Vorsitzender der MJD e.V.

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