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Durch das Fasten im Monat Ramadan erhalten Muslime eine Chance zum Nachdenken. Von Sulaiman Wilms

Der Verzicht nimmt nicht

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(iz). Zu den Dingen, die uns zeitgenössische Muslime von früheren unterscheidet, gehört wohl die Aufgabe, wie Archäologen die Substanz unserer spirituellen Lebensweise von Schutt befreien zu müssen. Ansonsten führen die Mutationen des heutigen Diskurses zum Absinken von notwendigem Wissen über unsere Religion.

Die vielleicht beste Gelegenheit dafür ist der Ramadan. Jenseits der vermeintlichen „Hungerübung“ und vieler, individueller spiritueller Aspekte bietet diese Zeit den perfekten Rahmen für Reflexion. Dank ihrer Reduktion auf das Wesentliche eröffnet sich uns der Moment, den verqueren Islamdiskurs, sowie unser Denken, wieder einmal vom Kopf auf die Füße zu stellen, wo dies nötig geworden ist.

Ironischerweise kann der Ramadan, den Muslime wochenlang erwartet haben und nun zelebrieren, selbst Ausgangspunkt für Nachdenken sein. Denn auch hier ist es zu Metamorphosen gekommen, die wenig reflektiert werden.

Am augenfälligsten war das digitale Gezwitscher vor Beginn des Fastens, wie Muslime denn im Sommer zu fasten hätten. Es drängt sich der Eindruck auf, als hätten einige aus der digitalen Generation wenig von der sto­ischen Begeisterung ihrer Eltern mitbekommen. Diese hatten, gerade als hartarbeitende Menschen, klaglos im Sommer gefastet.

Hier spielt auch die Frage eine Rolle, ob es Aufgabe von Individuen ist, kontextlose Einzelmeinungen via Internet zu verbreiten. Sehen wir von der Verwirrung Einzelner ab, die wenig Zugang zu Wissen haben, kann es nicht im Interesse von Muslimen sein, hier einen bestehenden Konsens ohne Notwendigkeit aufzulösen.

Gerade die majestätische Erfahrung des Fastenden verleiht ihm hautnah und mit jedem Atemzug die Erkenntnis, dass er sich gerade in einer besonderen Zeit und einem ebensolchem Zustand befindet. Der Prophet nannte den Ramadan auch den „Herrn der Monate“. Es sei dieser Zeitabschnitt, so ein Gelehrter, der besonders ist. Und genau wegen dieses Charakters habe Allah das Fasten in ihm zur Pflicht gemacht.

„Der Ramadan ist“, so der Prophet, „der Monat der Geduld. Die Belohnung für Geduld ist der Garten“. In diesem Geiste begreift die Mehrheit aller Fastenden den Ramadan und lässt sich nicht von virtuellen Diskussionen beeindrucken. Die virtuelle Community kann die reale Gemeinschaft, rund um Amir und Imam, eben nicht ersetzen. Gerade dies zeigt sich auch im Ramadan: Der Mond muss persönlich gesichtet und der Monat von einer Autorität ausgerufen werden.

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