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„Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete muss in der Debatte mehr beachtet werden”

Ein neues Buch des Rats für Migration begegnet der Flüchtlingsdebatte mit einer ganz anderen Sichtweise

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Foto: Pixabay

Die öffentliche Debatte über Zuwanderung und Geflüchtete ist auch im Wahljahr 2017 immer wieder von Sorgen und Ängsten bestimmt. Ein neues Buch des Rats für Migration begegnet dem mit einer ganz anderen Sichtweise: Die Studie „So schaffen wir das – eine Zivilgesellschaft im Aufbruch“ stellt 90 wegweisende Projekte für Geflüchtete, aber auch mit und von ihnen vor. Prof. Dr. Werner Schiffauer, Herausgeber des Buchs und Vorsitzender des Rats für Migration, sagt dazu: „In der Auseinandersetzung mit Flucht hat sich die deutsche Zivilgesellschaft neu aufgestellt. Es ist eine neue Bürgerbewegung entstanden, die in diesem Buch erstmals ausführlich dargestellt wird.“

Schiffauer und seine Mitherausgeberinnen Anne Eilert und Marlene Rudloff analysieren in dreizehn Handlungsbereichen – von Bildung über Wohnen und Gesundheit bis hin zur Rechtsberatung – wie die Projekte mit den vielfältigen Herausforderungen umgehen. „Wir sehen hier das Potenzial zu einem neuen Miteinander – nicht nur im Umgang mit den Geflüchteten, sondern auch innerhalb der Zivilgesellschaft selbst“, so Werner Schiffauer. Ein Beispiel: Im März 2015 sollte die Grundschule im brandenburgischen Golzow wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden. Die Gemeinde entschied sich, Flüchtlinge dazu einzuladen, in das Dorf zu ziehen. So ist es gelungen, die Schule zu erhalten.

Das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge, aus dem viele solcher kreativen Lösungen hervorgingen, müsse in der öffentlichen Debatte stärker beachtet werden, fordert Schiffauer: „Dafür ist es wichtig, dass die neue Bürgerbewegung zu einem politischen Selbstbewusstsein findet und die eigene Stärke erkennt.“

Die Studie und deren Veröffentlichung wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, gefördert: „Mit den Flüchtlingen kam auch die Solidarität und sie ist auch 2017 noch da. Wir müssen das großartige Engagement stärken, verstetigen und sicherstellen, dass Ehrenamtliche nicht überfordert werden. Darum fördere ich Projekte, die Ehrenamtliche vernetzen, beraten und professionalisieren.“ Dank der Studie wüsste man nun mehr über die Erfolgsfaktoren des Engagements in der Flüchtlingshilfe. Dies sei auch wichtig für eine zielgerichtete, staatliche Unterstützung, so Özoğuz.

Das Buch kann hier heruntergeladen werden. In einem Gastbeitrag für den Mediendienst Integration fasst Werner Schiffauer zentrale Ergebnisse zusammen. Ein zweiter Band zur Studie wird im September 2017 erscheinen.

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Sulaiman Wilms

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