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Ein andalusisches Echo

Das portugiesische Städtchen Mertola ist stolz auf sein Erbe. Bericht von Marta Vidal

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Foto: IZ Medien

Ein imposantes Gebäude mit zy­lindrischen Türmen steht am steilen Hügeln in Mertola, einer portugiesischen Stadt im Süden am Ufer des Flusses Guadiana. Ist das eine Kirche mit einem Mihrab? Oder eine Moschee mit einem Kreuz? Das weiße Gebäude mit seinen Hufeisenbögen ist die besterhaltene mittelalterliche Moschee in Portugal.

„Sie ist eine Mischung aus vielen Dingen“, sagt Germano Vaz, der aus Mertola stammt und in der Nähe lebt. „Das Gebäude wurde auf einem römischen Tempel erbaut. Es war eine Moschee und ist jetzt eine Kirche. Wir sind sehr stolz auf diese Mischung von ­Religionen und Kulturen.“

Vom 8. bis zum 13. Jahrhundert stand ein Großteil des heutigen Portugal und Spanien unter muslimischer Kontrolle. Die Region, Al-Andalus genannt, wurde zu einem Zentrum des kulturellen Austauschs, in dem Wissenschaft, ­Architektur und Kunst florierten. Portugal ist immer noch reich an Spuren seiner islamischen Vergangenheit, von der Architektur bis zu den Einflüssen des Arabischen in der portugiesischen Sprache und Musik.

Seit mehreren Jahren, im Frühsommer, ertönt in den Straßen von Mertola wieder der Ruf zur Anbetung. Er kommt nicht vom Turm, der das mittelalterliche Minarett ersetzte, sondern von Lautsprechern, die für das „Islamische Festival“ von Mertola in der Stadt aufgestellt wurden. „Mit diesem Festival möchten wir zeigen, dass es immer noch viele Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen im Mittelmeerraum gibt“, sagt Manuel Marques, Leiter des Kultur- und Kulturerbeamtes von Mertola. „Mertola feiert sein islamisches Erbe mit Stolz. Wir wollen den ­Islam und unser gemeinsames Erbe respektieren. Diese Stadt war schon immer ein Ort, an dem sich verschiedene Kulturen treffen und Südportugal mit dem Rest des Mittelmeers verbinden “, sagt Marques. Das Festival feiert das islamische Erbe Portugals mit Musik, Kunsthandwerk, Workshops und Ausstellungen.

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