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Ein Bericht von Norbert Müller

Islamische Landesverbände und Uni Osnabrück bekräftigen gute Zusammenarbeit

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(iz). Die aktuelle Tagung der Konferenz der Islamischen Landesverbände (KILV) fand dieses Mal im Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück statt. Dort wurden die Verbandsvertreter vom Institutsleiter Prof. Bülent Ucar und seinem Stellvertreter Prof. Rauf Ceylan begrüßt. Prof. Ucar betonte die Bedeutung einer Kooperation des universitären Islams mit den Verbänden gerade auf Landesebene. Diese gehe über die durch die Verfassung gebotenen Notwendigkeiten weit hinaus, denn für Forschung und Lehre bleibe der in den Gemeinden praktizierte Glaube unabdingbarer Bezugsrahmen.

Diese Sichtweise wurde von den Landesverbänden ausdrücklich begrüßt. Sie unterstreicht die von den Landesverbänden schon immer als sehr konstruktiv empfundene Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Islaminstitut. Im Übrigen besteht auch andernorts, wo es etablierte islamische Landesverbände gibt, ein guter Kontakt zu dort bestehenden Lehrstühlen. Solches bestätigte etwa auch SCHURA Hamburg zur dortigen Lehrstuhlinhaberin Prof. Katajun Amirpur. Als gemeinsames Anliegen wird die Etablierung eines„Islam der Mitte“ gesehen, der in der gesellschaftlichen Wirklichkeit Deutschlands verortet ist. Dieser ist aber in der Basis der Moscheegemeinden im Prinzip breit verankert. Er muss jedoch gleichwohl der aktuellen Herausforderung radikaler Abweichungen – sei es des Salafismus wie auch des so genannten Liberalismus – zu begegnen in der Lage sein.

Die KILV besteht seit vier Jahren als Zusammenschluss der SCHURA-Verbände aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen, der Islamischen Föderation Berlin, der IRH (Hessen) und IGBW (Baden-Württemberg). An den Tagungen nehmen auch Vereine aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern teil, die aufgrund der geringen Zahl dortiger Moscheegemeinden bislang noch keinen Landesverband gründen konnten. Neu hinzugekommen ist der Ende letzten Jahres gegründete SCHURA Landesverband der Muslime in Rheinland-Pfalz. Drei- bis viermal jährlich stattfindende Tagungen dienen der Koordination und des Informationsaustausches wie auch der vertieften Behandlung von Schwerpunktthemen – so etwa zur Seelsorge auf einer Tagung im April in Hannover.

Was die Etablierung anerkannter Religionsgemeinschaften auf Landesebene betrifft, besteht derzeit noch ein Nord-Süd-Gefälle: In Hamburg und Bremen konnten Staatsverträge mit den dortigen Landesregierungen abgeschlossen werden (neben SCHURA jeweils auch mit DITIB und VIKZ). In Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben nach den jeweiligen Regierungswechseln zu Rot-Grün Verhandlungen über Staatsverträge jeweils mit SCHURA, DITIB und VIKZ begonnen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung in Osnabrück war es deshalb, den neuen Landesverband in Rheinland-Pfalz zu konsolidieren sowie die Strukturen in Hessen und Baden-Württemberg auf ein „vertragsfähiges Niveau“ zu bringen. Hierzu sind die notwendigen Schritte bereits eingeleitet und nach in den nächsten Wochen abzuhaltenden Mitgliederversammlungen hoffen sich IRH und IGBW neu und verstärkt aufgestellt zu präsentieren. Gerade in Hessen soll dann die von vielen Muslimen als höchst unbefriedigend empfundene Lage angegangen werden, dass dort die Landesregierung Vereinbarungen zur Erteilung von islamischem Religionsunterricht allein mit DITIB und den Ahmadiyas geschlossen hat.

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