IZ News Ticker

Ein Kommentar von Cemil Sahinöz über ein allseits missverständlichen Konzept

Islamfeindlichkeit schafft Deutschland ab

Werbung

(iz). Menschen können unterschiedliche Phobien haben. Spinnen- und Höhenphobien sind beispielsweise weit verbreitete Ängste, die sehr schnell und effektiv mit der Verhaltenstherapie behandelt werden können. Alle Phobien zeichnen sich daraus aus, dass ihre Opfer bestimmte Vorstellungen eines Endresultates, das eintreffen würde, wenn sie ihrer Angst begegnen, im Kopf haben. Es ist jedoch nicht so, dass sie das Objekt ihrer Angst hassen, bekämpfen oder ihr feindlich gegenüber stehen. Dies ist nur in den allerseltensten Fällen so. Man könnte daher zum Beispiel Menschen mit Spinnenphobie nicht als Spinnenfeinde bezeichnen. Denn Angst und Feindschaft unterscheiden sich.

Wenn wir also den Begriff Islamophobie nehmen, müsste es sich ja demnach um eine Angst gegenüber dem Islam handeln. Vor 50 Jahren hätte das vielleicht auch gestimmt. Da waren die Bedingungen anders. Aber heute von einer Islamophobie zu sprechen, gibt nicht die Wirklichkeit wieder. Stattdessen konstruiert es eine harmlose Wirklichkeit, die mit der gesellschaftlichen nicht übereinstimmt.

Denn schon längst haben wir es mit einer Islamfeindlichkeit zu tun, wenn:
– Moscheen brennen,
– Muslime diskriminiert werden,
– Bürgermeister Moscheen mit Mülltonnen vergleichen,
– auf Wahlkampfplakaten offensiv und offensichtlich Muslime beleidigt werden,
– die Polizei noch nicht einmal die Kategorie „Islamfeindliche Anschläge“ führt, und
– volksverhetzende, islamfeindliche Webseiten als Meinungsfreiheit gelten,

dann hat dies schlicht und einfach nichts mehr mit einer Angst zu tun. Es gibt hier keinen treffenderen Begriff als den Begriff der Islamfeindlichkeit, der diese Umstände richtig wiedergibt.

Es ist auch fatal dies mit gewöhnlichem Rassismus zu erklären. Rassismus ist ein Vorurteil, dass auf die „Rasse“ gerichtet ist. Auch mit diesem Phänomen haben wir es nicht mehr zu tun. Denn es geht nicht mehr um den „Ausländer“, sondern nur noch um den „Muslim“. Dabei ist es völlig egal, welcher „Rasse“ dieser Muslim angehört. Ob er deutsch, arabisch, türkisch, englisch oder italienisch spricht, spielt dabei keine Rolle. Ausschlaggebend ist nur noch das Attribut „Muslim“.

Gleichwohl ist bekannt, dass die große Masse genauso ob dieser Feindlichkeit besorgt ist. Nur ist diese Masse nicht oder nicht mehr zu hören. Obwohl es genau diese Masse ist, die das Feindbild gegenüber dem Islam (und Neuerdings gegen alles, was sich Religion nennt) korrigieren kann, muss und sollte.

An dieser Stelle eine kleine (unschöne) Anekdote: Als ich vor ein paar Jahren ein Raum mieten wollen, um Nachhilfeunterricht anzubieten, sagte mir die Vermieterin, sie müsse sich das erst einmal überlegen, da sie ja nicht wüsste, wer ich bin, ich könnte ja auch für Bin Laden arbeiten!? Erst als der Bürgermeister für mich bürgte, „durfte“ ich diesen Raum mieten. Natürlich habe ich dies aus Prinzip nicht getan.

Es sind also wieder die gewissenhaften Menschen gefragt – in meinem Fall war es der Bürgermeister. Menschen wie Hagen Rether, Volker Pispers oder Jürgen Todenhöfer sind gefragt, um diesen gesellschaftlichen Kurs wieder zu korrigieren. Denn ansonsten schafft sich Deutschland wirklich ab.

The following two tabs change content below.
Avatar

Cemil Sahinöz

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen