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Ein Kommentar von Sulaiman Wilms

Alle Elemente müssen zusammenkommen

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(iz). Unter so genannten „Kulturmuslimen“ oder „liberalen Muslimen“ herrscht – bei allen Unterschieden – die weit verbreitete Vorstellung, man könne ein „guter Muslim“ (obwohl es dieses Konzept im Islam gar nicht gibt) sein, ohne sich überhaupt den fünf Säulen seiner rituellen Lebenspraxis anzunähern.Und ­mittlerweile haben sich bei uns die Maßstäbe verschoben, sodass religiös praktizierende, aber ansonsten völlig unauffällige Muslime – wenn man den Ansichten ihrer vermeintlich aufgeklärten Glaubensgenossen folgt – beinahe schon als „Fundamentalisten“ gelten.

Natürlich geht es hier nicht um persönliche Lebensentscheidungen des Einzelnen oder um ein wertendes Urteil, sondern darum, was einen Muslim eigentlich ausmacht. Leider vergessen medial präsente, aber ansonsten in der Community isolierte Individuen, die unter dem Label „liberale Muslime“ geführt werden, dass im Islam der Glaube untrennbar mit der Handlung verbunden ist. Und zwar gleich in mehrerlei Form.

Die klassischen Gelehrten des Islam haben dargelegt, dass der Glaube (arab. Iman) auf der Zunge ausgesprochen wird, im Herzen zu bestätigen ist und sich mit den Gliedern des Körpern ausdrückt. Fehlt eines dieser Elemente, oder ist es mangelhaft entwickelt, kann nicht von einem vollwertigen Glauben ­gesprochen werden.

Bei unterschiedlichsten Begebenheiten machte der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, klar, dass sich ein vollkom­mener Iman nicht vom Verhalten in dieser Welt trennen lässt. Gerechtigkeit, ein erfolgreiches Eheleben, der Wille mit anderen zu teilen – all dies ist Teil des Glaubens. Insbeson­dere ist es wichtig, dem ungerechten Tyrannen die Stirn zu bieten. Niemand kann für sich beanspruchen, ein wahrer „Gläubiger“ zu sein, wenn er Ungerechtigkeiten zulässt oder sich nicht gegen diese ausspricht. Da hilft auch die Länge des Bartes oder die Obsession mit drittrangigen Details nicht weiter.

Vor wenigen Tagen berichtete das unabhängige amerikanische Nachrichtennetzwerk „Democracy Now!“, dass dem Richter im Bundesstaat Pennsylvania, Mark Ciavarella Jr., eine mehrjährige Gefängnisstrafe droht, weil er gewohnheitsmäßig straffällig gewordene Jugendliche zu hohen Strafen verurteilte. Diese wurden dann in privat betriebene Gefängnisse eingewiesen. Von deren Betreibern erhielt dieser „Richter Gnadenlos“ eine Vergütung, weil sie ihre Gefängnisse gewinnorientiert betreiben.

Hier, im grenzübergreifenden Bemühen um Gerechtigkeit, an dem Ort, an dem man lebt, erweist sich echter Glaube.

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