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Ein Kommentar von Sulaiman Wilms

Lokal vernetzt, aktiv und erfolgreich

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(iz). Eine Reise in die Welt, insbesondere in Deutschlands – vermeintlicher – Provinz, kann helfen, den Kopf frei zu machen. Sie ­erleichtert es, den Schutt, der sich in täglichen substanzlosen Islamdebatten und dank der autistischen Argumenten und der dazu gehörenden Gegenargumente ansammelte, aus dem Weg zu räumen.

Schenken wir dieser abstrakten Schlacht Glauben (was kein ernstzunehmender Geist bei ­ruhigem Verstand könnte), dann sind Muslime in ihrer abstrakten Form auf jeden Fall irgendwie „problematisch“. Und manch ­einer – wie der Publizist Meyer im neokonservativen „Cicero“ – meinte gar, vom Islam als „Feind“ sprechen zu müssen. Gestehen wir ein: Angesichts der nichtexistenten medialen und intellektuellen Waffengleichheit ist hier mit normalen, „vernünftigen“ Mitteln kein ­Blumentopf zu gewinnen.

Also wagen wir einen Blick in diese Provinz, abseits der Armutszonen deutscher Großstädte, dann entfaltet sich durchaus ein anderes Bild. Eines, dass nicht durch mediale Scheindebatten geprägt ist, sondern durch den Austausch zwischen Menschen beziehungsweise den einzelnen Gemeinschaften. Und so machen wir uns auf die Reise ins verschneite Penzberg im bayrischen Voralpenland.

Hier – in der ehemaligen Bergbaustadt und ganz in der Nähe des mondänen Starnberger Sees – haben die lokalen Muslime im Rahmen ihrer Gemeinschaft einige interessante Ansätze gefunden. Diese könnten als Blaupause dienen, wie einem Teil der augenblicklichen Malaise des organisierten Islams beizukommen wäre.

Drei Bereiche, die sich anderswo als Probleme abzeichnen können, sind hier modellhaft positiv gestaltet. Zum einen hat die Gemeinde mit ihrer neuen Moschee ein Gebäude geschaffen, dass sich mittlerweile so ins Ortsbild einfügt, dass lokale Wegbeschreibungen nicht selten Sätze enthalten wie „an der Moschee links abbiegen“.

Eigentlich ein schönes Kompliment! Des weiteren wird diese sozial einge­bundene Gemeinde nicht durch eine einzige ethnische Gruppe dominiert, sondern vereint Muslime unterschiedlicher Herkunft. Schließlich – anders als in manch entwurzeltem Verein, in dem die lokale Bindung ein Fremdwort zu sein scheint – verstehen sich die Muslime Penzbergs als Teil der Kommune. Und haben ihre Identität vor Ort gefunden. Eine Leistung, die auf Bundesebene bisher noch nicht erbracht wurde.

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