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Ein Rückblick auf die US-Bildungspolitik. Von Dzsihad Hadelli

„Ungläubige sind unsere Feinde"

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(iz). Im Jahr 1979 besetzte die ehemalige Sowjetunion Afghanistan. Ein Dorn im Auge der USA. So finanzierte der US-Geheimdienst CIA mit hunderten Millionen US-Dollar den afghanischen Widerstand und rekrutierte weltweit Mujahideen für den Jihad. Diese Geschichte dürfte keinem mehr ein Geheimnis sein. Dagegen weniger bekannt ist die US-Amerikanische «jihad Literatur», die zur selben Zeit ins Leben gerufen wurde. Literatur, die heute weiterhin verwendet wird.

Dana Burde, Professorin an der Universität New York, ist sich sicher, wenn sie sagt, dass die US-Bildungshilfe der 1980er und 90er Jahre für Afghanistan das primäre Ziel hatte “Gewalt zu schaffen”. Zehn Jahre lang bereiste sie das Land um den afghanischen Bildungsweg zu studieren. In ihrem Buch “Schools for Conflict or for Peace in Afghanistan” werden die Ergebnisse beschrieben. Sie kommt zur Erkenntnis, dass „Bildungsförderung nicht immer den positiven Effekt erziele, den man erhofft“.

Dabei steht besonders ein Lehrbuch im Mittelpunkt. “Das Alphabet der Jihad Belesenheit” – ein in 41 Lektionen aufgeteiltes Buch um das Lesen und Schreiben zu erlernen. In der überwiegenden Anzahl der Lektionen, werde „Gewalt im Namen der Religion“ verherrlicht, so Burde. „Mein Onkel hat eine Pistole“, heisst es im Beispielsatz zum Buchstaben “T” (Pistole zu pashtunisch “Topak”). „Er macht jihad mit der Pistole“. In einem Anderem Satz: „Unsere Religion ist der Islam. Muhammad (saw.) unser Führer. Alle Russen und Ungläubige sind unsere Feinde.“

Die Bücher finanzierte die US-Regierung, publiziert wurden sie an Universität Nebraska in Omaha. Der pakistanische Geheimdienst ISI und die CIA unterstützten Mujahideen-Gruppen dabei, einige Inhalte der Bücher zu verfassen. Die USAID, eine US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit, verteilte sie dann in pakistanischen Flüchtlingslagern.

Das US-Program endete zwar mit dem Sturz der kommunistischen Regierung Afghanistans, die Bücher hingegen verbreiteten sich weiter. Sie wurden zu dutzenden kopiert und erneuert. So spricht Burde davon, wie sie im vergangenen Jahr mehrere Kopien auf paschtunisch fand. In der pakistanischen Stadt Peschawar fand sie außerdem eine Neuauflage aus dem Jahr 2011. In den von Taliban kontrollierten Gebieten werden die Bücher u.a. in Schulen verwendet.

Wie fatal es für die US-Regierung gewesen sein muss solche Lehrbücher zu verbreiten, sollte spätestens wenige Jahre später zur Geltung gekommen sein. „Kabul ist die Hauptstadt unseres geliebten Landes“, heisst es zum Buchstaben “K”. „Niemand kann in unser Land einmarschieren. Nur muslimische Afghanen können über dieses Land regieren“ lehrt das Buch. Die gleichen Lehrbücher in denen der Kampf gegen Ungläubige und Invasoren verherrlicht wird, verwende man heutzutage um die NATO-Truppen zu bekämpfen, so Burde.

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