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Eine Frucht ­voller kleiner heller Juwelen

Granatäpfel: Aus dem antiken Persien ­stammend, haben sie das Zeug zum Superfood. Von Christine Amina Benlafquih

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Foto: Simon, Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

Ein ganzer, frisch gepflückter Granatapfel ist auf seine eigene, rustikale Weise schön. Einige haben eine blasse Farbe, andere warten mit einem tieferen, erdigen Rot auf. Aber sie alle erwecken das Gefühl des einfachen Lebens und saisonaler Ernährung. Teilt man eine Frucht, erfreuen sich die Sinne an ihrem Inneren: Hunderte saftige, juwelenartige Samen, die in den Spalten einer Membran liegen, die an eine Honigwabe erinnert. Selbst, wenn man nicht wüsste, dass sie essbar sind, sind die Samen so hell und ansprechend, dass man versucht wäre, es herauszufinden.

Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind Granatäpfel probierte. Ein Moment, der als Teil eines Urlaubs kam und wieder ging. Es sollte bis zu meinem Umzug nach Marokko dauern – ein Land, in dem die Saison dieser Frucht erwartet wird und die Samen in vollen Schüsseln serviert werden –, dass ich diese schätzen lernen sollte.

Gesegnet
Granatäpfel (arab. Rumman) sind ein antikes Obst, das Tausende Jahre lang von verschiedenen Kulturen und religiösen Traditionen geschätzt wurde. Aus dem Iran stammend breitete sich ihre Kultivierung über Indien, Afghanistan, den Nahen Osten und den Mittelmeerraum aus, bevor sie nach Europa kam.

Für Muslime erhielt diese Frucht eine zusätzliche Bedeutung durch drei Verse im Edlen Qur’an. In einem wird der Granatapfel als eine Frucht des Paradiesgartens beschrieben: „Darin sind Früchte, Palmen und Granatäpfel. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide denn leugnen?“ (Ar-Rahman, 68-69) Eine weitere Erwähnung dieses Obstes findet sich in den prophetischen Aussagen. Sie sprechen vom Segen, dem Nutzen für die Gesundheit und dem medizinischen Wert des Granatapfels und seiner Schale.

Superfood
Die Anwendung dieser Frucht oder ihrer Teile in der traditionellen Medizin datiert aus der Zeit vor dem Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Frucht, Haut, Rinde und Membranen wurden genutzt, um Leiden wie Halsschmerzen, Husten, Blaseninfektionen, Hautkrankheiten, Arthritis sowie Wurmbefall zu behandeln.

Erst in der Moderne hat die Naturwissenschaft bestimmt, in welchem Ausmaße Granatäpfel der Gesundheit nutzen. Das Obst ist eine reichhaltige Quelle für Kalium, Folsäure, Vitamine und Antioxidantien. Granatäpfel haben solch eine Dichte an Nährstoffen und einen so hohen Anteil an Antioxidantien, dass sie die Fähigkeit haben, Zell- und Molekularstrukturen zu beeinflussen. Damit hat dieses Obst das Potenzial, die Gesundheit insgesamt zu beeinflussen. Das handelt dem Granatapfel das Etikett eines „Superfoods“ ein. Weitere Forschungen legen nahe, dass Granatäpfel sich in der Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten wie Prostata- und Hautkrebs, Gelenkentzündung und Diabetes als nützlich erweisen könnten.

Gaumenfreude
Selbstredend braucht es keinen medizinischen Grund, um diese Frucht zu essen. Aber es ist doch gut, zu wissen, dass es auch der Gesundheit nutzt, während man sie genießt. Geerntet wird sie üblicherweise vom Frühherbst bis zum Winter. Die Samen im Inneren lassen sich als solche verzehren, Salaten und Desserts beigeben, zu Saft verarbeiten oder als Sirup einkochen.

Und die Samen?
Natürlich kann man sie Stück für Stück mit einem Zahnstocher oder einer Nadel herausholen. Aber mit nur einer Handvoll Samen können wir uns einfach nicht an dem Ausbruch des Safts und des Geschmacks erfreuen. Was also ist der Trick, einen Granatapfel zu entkernen?

1. Arbeiten Sie in der Küchenspüle oder draußen, wo Saftspritzer und -fle­cken nicht so störend sind. Sie brauchen eine große Schüssel und einen schweren Löffel.

2. Schneiden Sie die Frucht in Hälften (oder in Viertel). Nehmen sie ein Stück und wenden Sie es vorsichtig ein Stück weit nach außen, damit sich die Samen von der Schale abheben können.

3. Halten Sie diesen Abschnitt, die Samen nach unten zeigend, über die Schale und spreizen Sie ihre Finger dabei leicht. Schlagen sie die Schale, um die Samen zu lösen. Die meisten werden durch ihre Finger in die Schale fallen.

4. Sammeln Sie die verbliebenen störrischen Samen auf, die sich noch im Fleisch der Schale befinden. Entsorgen Sie die Schale sowie das Fruchtmark, das im Behälter sein könnte.

5. Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Rest.

6. Füllen Sie den Behälter mit Wasser, um die Samen zu waschen. Nehmen Sie ein kleines Sieb, um Abfall zu entfernen, der auf dem Wasser schwimmt.

7. Gießen Sie die Schale vorsichtig in ein Abtropfsieb und spülen Sie noch einmal. Danach können die Samen nach Wunsch verzehrt werden.

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