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Eine Khutba von Hafiz Malik del Pozo über die Khawaridsch, die historischen Vorläufer der IS-Bewegung

Die Abweichungen vom Din

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(iz). Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich entweder auf einem richtigen oder einem falschen Weg befindet. Für den Muslim ist es notwendig, dass er herausfindet, was die Wahrheit und das Richtige ist. Und wenn er sie findet, muss er ihnen entsprechen. So, wie der Gesandte Allahs zu Harisa sagte: „Oh Harisa, da du nun Bescheid weißt, erfülle.“

Wir können nicht die Wahrheit und das Richtige erkennen, wenn wir sie nicht in den Gründen suchen – das heißt, ihren Quellen suchen. Und wie finden wir das Richtige? Man könnte die Sache als zwei Schneiden eines Schwertes beschreiben. Beide Seiten sind Extreme und die Wahrheit liegt in der Mitte. Eines dieser Extreme ist die Gruppe, die vom Siratu’l-Mustaqim abgewichen ist, weil sie die Anordnungen Allahs und seines Gesandten ihrem Verstand anpassen – das heißt, unterstellen – wollen.

Allah der Erhabene sagt: „Es ziemt sich nicht für die gläubigen Männer und gläubigen Frauen, dass, wenn Allah und sein Gesandter eine Sache anordnen, sie dann ihrer eigenen Meinung in der Sache folgen. Und wer Allah und seinem Gesandten ungehorsam ist, der ist ganz klar in der Irre.“

Die ersten, die in diese Art der Abweichung abirrten, sind die Khawaridsch. Sie tauchten in der Zeit Ali ibn Abi Talib auf, im Zusammenhang mit der Ernennung von Befehlshabern. Sie erklärten Imam Ali und einige der anderen Sahaba zu „Kuffar“ [arab. jene, welche die Wahrheit bedecken]. Sie sagten zu ihnen: „Warum ernennt ihr Leute als Verantwortliche über Menschen, wo doch das Urteil darüber Allah gehört?“ Und sie beriefen sich auf den Qur’anvers: „Das Urteil ist bei Allahs“ Wenn wir die Aussage in dem Vers betrachten, dann sehen wir, dass sie korrekt ist. Doch sie legen sie so aus, dass sie ihren Gedanken entspricht, und nicht dem, was im Buch Allahs damit gemeint ist. Und deswegen sagte Imam Ali: „Sie wollen das Falsche durch das wahre Wort.“

Warum dieser Rückblick in jene Zeit? Damit keiner sich über das, was in unserer Zeit um uns herum geschieht, wundert. Denn die Geschichte wiederholt sich. Wenn wir über die Abweichung und das Entgleiten vom Siratu'l-Mustaqim sprechen, glauben die Menschen, dass allein Unwissenheit und der Mangel an Quellentexten dazu führen. Doch wenn wir die Geschichte betrachten, sehen wir dass das Gegenteil der Fall ist. Diese Leute waren bekannt als solche, die das Buch Allahs am meisten rezitierten und am meisten damit vertraut waren, und sie wurden von den Sahaba als die „Rezitatoren“ bezeichnet. Und sie waren auch solche, die im Vergleich mit anderen sehr viel Ibada [Handlungen des Gottesdienstes] verrichteten.

In einer milderen Form erschienen sie bereits in der Zeit des Gesandten Allahs, als Ali mit Beute aus dem Jemen kam und diese vom Gesandten Allahs, gemäß dem, was Allah ihm als gut für den Din gezeigt hatte, verteilt wurde. Einer von diesen Leuten erhob sich und sagte: „Habe Furcht vor Allah, Oh Gesandter Allahs!“ Und das hört man heute oft. Jemand kommt daher und sagt, dass man Allah nicht fürchte und zitiert Verse, die mit der Sache nichts zu tun haben. Jener Mann sagte: „Sei gerecht, Oh Muhammed. Schäm dich. Wenn du nicht gerecht bist, dann ist das befremdlich und enttäuschend. Das ist eine Aufteilung, mit der Allah nicht zufrieden ist.“

Kann man zum Gesandten Allahs so etwas sagen, der der gerechteste und der barmherzigste aller Menschen war? Dieser Mann ging dann davon und Umar ibnu'l-Khattab – oder gemäß einer anderen Überlieferung Khalid ibnu'l-Walid – sagte: „Oh Gesandte Allahs, lass mich ihn mit dem Schwert niederstrecken.“ Doch der Gesandte Allahs erklärte: „Er gehört zu einer Gruppe, die wenn ihr eure Gebete mit ihren vergleicht, dünkt ihr eure gering, und ebenso euer Fasten. Sie rezitieren den Quran, doch er passiert nicht ihren Hals, und sie haben keinen Nutzen von ihm. Sie verlassen den Din, so wie ein Pfeil das Wild durchdringt.“ Diese Extremisten erklärten einige der Sahaba als Kafirun, indem sie Verse des Quran zitierten, die sie aber ihrem Gutdünken entsprechend auslegten.

Das andere Extrem übertreibt in ihrer Wertschätzung einiger Sahaba, und erheben sie auf den Rang von Propheten und die Stufe der Unfehlbarkeit im Din. Und auch diese Position wird mit Versen aus dem Quran erklärt, die, was ihren Sinn betrifft, mit der Sache nichts zu tun haben. Und so, wie sie in ihrer Liebe zu einigen Sahaba übertreiben, so erklären sie manche andere unter ihnen als Kafirun.

Die Mitte jedoch liegt darin, dass wir den Din so verstehen, wie ihn die Sahaba verstanden haben. Nämlich so, wie er ursprünglich zu seinem Beginn war, bevor sich Abweichungen bildeten. So handelnd gelangen wir zur Weite und Einfachheit dieses Din. Der Din ist in seiner Ursprünglichkeit weit und leicht umzusetzen. Doch im Laufe der Zeit wurde er durch Erfindungen von Menschen verengt.

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