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Eine richtige Absicht ist wichtig, um den Anforderungen des Ramadans gerecht zu werden. Von Sulaiman Wilms

Die Zeit ist relativ

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(iz). Es gehört zu den Herausforderungen für Menschen in den Medien, dem Strom des permanenten Nachrichtenzyklus zu folgen und ständig neuen „Content“ zu liefern. Jenseits der Reizüberflutung und dem schnellen Videoschnitt unseres Alltags gibt es aber manches, das sich diesem Drang kategorisch verweigert, das kategorisch nicht „aufgepeppt“ und dem Zeitgeist angepasst werden kann.

Erneut haben wir den Ramadan erreicht und wieder einmal wird deutlich, dass auch dieser Fastenmonat den gleichen rituellen Vorgaben folgen wird, wie sie seit Anbeginn der Zeiten wirksam sind. Das bedeutet auch, dass die leichte Flucht aus dieser existenziellen Erfahrung in den Lifestyle oder die Ablenkung durch das Spektakel nicht funktionieren werden.

Der Ramadan mag zwar vermeintlich immer gleich erscheinen, aber er ist doch immer auch ein anderer. Da wir in ihm an unsere Beschränkungen geführt werden und wir selbst auch nicht statisch, sondern immer schon im Fluss sind, haben wir – zumindest potenziell – die Möglichkeit, diese gesegnete Zeit als eine stetige Vertiefung und als immer wieder neue Erfahrung zu erleben. Gerade weil sich im Äußeren scheinbar nichts ändert, erhalten wir selbst das Potenzial, im Inneren zu etwas Neuem zu werden.

In unseren Breiten hat das Ramadanfasten mittlerweile die größte Tagesspanne erreicht und kann bis zu 19 Stunden dauern. Wie schon in den letzten Jahren macht man sich da Gedanken, wie diese lange Zeit des Verzichts erfüllt zu praktizieren sei. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es diverseste Ratschläge und Überlegungen für praktische Tipps und Erleichterungen gibt. Wie Dr. Mahmud Kellner in seinem Interview (siehe S. 10/17) deutlich macht, ist diese Herausforderung natürlich auch Bestandteil des Ramadan, mit der es – mit der richtigen Absicht – umzugehen gilt. Es gehört zu den Eigenschaften des Menschen, dass sein innerer Kern in solchen Augenblicken erscheint und so reifen kann.

Darüber hinaus lässt sich für den Fastenmonat auch keine lineare Logik aufstellen. Mitnichten kann aus der Länge der gemessenen Zeit eine lange oder gar „harte“ Erfahrung geschlossen werden. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Allah es uns leicht, und nicht schwer machen will.

Nun, wie beschenkt sind wir im Vergleich, wenn wir einen Monat lang während des Tages verzichten müssen, spirituell wachsen können und im Ausgleich dafür von Allah Barmherzigkeit, Vergebung unserer falschen Handlungen und Rettung vor dem Feuer erfahren dürfen.

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Sulaiman Wilms

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