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Eine Sache erfolgreich zu Ende bringen

Das Geheimnis des Ramadan liegt auch darin, ihn mit vollem Einsatz zu besiegeln

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Foto: Guillaume Paumier, CC-BY

(iz). So schnell sich der Fastenmonat nähert, so schnell ist er für manchen schon wieder vorbei. Es gibt eine Tendenz, sich auf das Danach zu freuen, nachzulassen und auf seinen Abschluss zu hoffen. Diese Neigung verstärkt sich noch einmal nach der Nacht zum 27. Ramadan. Was für viele von dem Monat bleibt, ist Warten. Das ist eine gefährliche Haltung und sie droht, alle erheblichen Anstrengungen nichtig zu machen. Denn es sind auch hier die letzten paar Meter, die den Erfolg oder Misserfolg ausmachen.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden gaben, sagte: „Die Handlungen sind entsprechend ihres Abschlusses.“ Das Siegel einer Handlung – die Art und Weise, in der sie vollendet wird – ist immer der wichtigste Teil. Wir können unser ganzes Leben einen besonderen Kurs verfolgen und in eine spezifische Richtung gehen, wenden wir uns aber schließlich ab, dann war die gesamte Mühe umsonst.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Jemand unter euch mag die Taten der Leute des Gartens vollbringen, bis nur geringer Abstand zwischen beiden liegt, und dann holt ihn sein Schicksal ein und er handelt wie die Leute des Feuers, in das er eintreten wird.“ Wir müssen bis zum letzten Moment weitermachen, nicht nachlassen und uns nicht abwenden, bis unsere Unternehmung vollendet ist. Das gilt für jeden Lebensbereich.

Sportler rennen, Studentinnen büffeln und die Leute Allahs widmen ihre Zeit vollkommen der Anbetung Allahs. Das gilt insbesondere für den Fastenmonat. Das Fasten und das Stehen (im Gebet) in diesem Monat fordert seinen Preis. Je weiter diese Spanne voranschreitet, desto schwieriger wird es. Es droht, dass wir einen Teil unseres Schwungs, unserer Energie und Frische verlieren, die seinen Beginn auszeichnete. Aber die Leute Allahs nutzen das nicht als Entschuldigung, um langsamer zu werden und weniger zu tun. Darin folgen sie dem Vorbild unseres edlen Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.

Unsere Meisterin ’Aischa sagte: „Der Gesandte Allahs pflegte sich in den letzten zehn Nächten des Ramadan noch härter anzustrengen als im Rest des Jahres.“ Er verdoppelte seine Bemühungen, betete mehr in der Nacht, rezitierte mehr Qur’an und verbrachte mehr Zeit in der Moschee.

Ibn ’Umar berichtete: „Der Prophet verbrachte die letzten zehn Tage des Ramadans in der Moschee, wo er im I’tikaf war.“ I’tikaf ist ein sehr empfehlenswerter Akt der Anbetung für Männer und Frauen. Er ist sehr populär, aber die Leute haben angefangen, manchmal lax mit einigen Elementen umzugehen, die eigentlich wesentlich dafür sind.

Der erste Bestandteil ist die Moschee. Hierhin zieht man sich zurück. Und diese Zone kann nur für einen wirklich triftigen Grund verlassen werden wie den Gang zur Toilette oder die Gebetswaschung. Nicht bloß, weil man gelangweilt ist oder einen Wechsel der Szenerie wünscht. Der zweite ist der Beginn. I’tikaf beginnt mit dem Abendgebet (arab. Maghrib) des Vorabends. Selbst, wenn man eine Minute danach eintrifft, ist dieser Tag nicht gültig. Und schließlich ist auch die Verwendung der Zeit wichtig. Viele Menschen im I’tikaf nutzen einen Großteil ihrer Zeit für das Gespräch mit anderen Leuten. Das ist aber nicht der Zweck. Im I’tikaf ist man mit seinem Herrn alleine. Und Er ist der Einzige, mit dem man sprechen soll – in Form des Gebetes oder der Anrufung. Ansonsten sollte man die Zeit mit Dhikr und dem Qur’an füllen.

Der andere, wichtige Akt der Anbetung – neben dem Fasten – in diesen letzten zehn Tagen ist das nächtliche Stehen im Gebet (Qijjam Al-Lail). Diese zehn Nächte fallen mit der besten Nacht des Jahres zusammen. Eine Nacht, deren Wert größer ist als der von tausend Monaten. Diese Lailat Al-Qadr entspricht somit einer ganzen Lebenszeit.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Sucht nach der Lailat Al-Qadr in den letzten zehn Nächten des Ramadan.“ Sie kann sich in einer dieser zehn Nächten ereignen; am wahrscheinlichsten in einer ungeraden und insbesondere in der 27. Jeder sollte dafür beten, dass er oder sie zu denjenigen gehört, die sie finden und von ihrem Nutzen profitieren.

Der Din ist ein enormer Segen von Allah. Und es findet sich darin Freude in den Anfängen und am Ende (des Ramadan). So wie er begann, endet der Monat mit der Sichtung des Mondes. Es gibt einige Regeln in Hinblick auf den Feiertag und wir tun gut daran, sie zu vergegenwärtigen.

Zuerst gibt es das ’Id-Gebet. Es ist eine bekräftigte Sunna. Nach dem Witr-Gebet, dem abschließenden, ungeraden Gebet nach dem Nachtgebet, ist es das am stärksten betonte Gebet unter den Sunnan. Obwohl es am besten an einem dafür festgelegten Ort unter freiem Himmel verrichtet wird, ist es doch möglich, es in einer Moschee zu tun. Jeder sollte an ihm teilnehmen – Männer und Frauen, Junge und Alte. Umm Atija überlieferte: „Der Gesandte Allahs ermutigte junge, unverheiratete Frauen, ältere Damen, solche, die sich in ihren Häusern zurückzogen, und sogar Menstruierende, zum Feiertagsgebet zu kommen.“

Vor dem Gebet vollzieht man eine Ganzkörperwaschung (arab. Ghusl), bricht sein morgendliches Fasten und trägt die beste Kleidung. Am besten ist ein frühes Eintreffen am Ort des Gebetes, um sich den Takbirat anzuschließen – dem lauten Dhikr vor dem Gebet. Sie sind eine der großen Scha’a’ir, der äußeren Manifestationen der Kraft und Vitalität des Islam.

Zweitens ist die Zakat Al-Fitr zu beachten. Ibn ’Umar überlieferte: „Der Gesandte Allahs machte es für jeden Muslim – Freien oder Dienern, männlich oder weiblich, jung oder alt – zur Pflicht, die Zakat Al-Fitr zu zahlen.“ Die besteht aus einem Sa’ (medinensisches Volumenmaß) von haltbaren Lebensmitteln pro Kopf (in Medina waren dies Gerste oder Datteln). Sie müssen gezahlt werden, bevor die Leute zum Feiertagsgebet hinausgehen. Bei der Abgabe handelt es sich nicht um irgendeinen bloß empfohlenen Vorgang, wie manche meinen, sondern um eine Pflicht. Sie gilt nicht nur für die Wohlhabenden, sondern für alle verantwortungsfähigen Muslime (arab. mukallaf) – ungeachtet von sozialem Rang, Alter, Geschlecht oder Besitz. Sie schließt auch jene mit ein, die arm sind oder üblicherweise Empfänger der Wohlstandsabgabe (arab. Zakat) sind. Die einzige Ausnahme stellen jene dar, die so mittellos sind, dass ihnen die grundlegenden Mittel für sich und ihre Familien am Feiertag fehlen. Bezahlt wird diese Feiertagsabgabe vom Kopf eines Haushaltes entsprechend der Menge derjenigen, für die er oder sie verantwortlich ist. Fällig wird sie in haltbaren Grundnahrungsmitteln des Landes, in dem man sich aufhält. Nach den bekannten Ansichten von Imam Malik und Imam Asch-Schafi’i ist ein Ersatz durch Geld unzulässig. Empfohlen ist, dass das gegebene Essen von der höchstmöglichen Qualität ist, obwohl es ausreichend ist, dass es auf gleicher Höhe zu dem ist, was die Gesellschaft durchschnittlich gewohnt ist. Gegeben werden muss sie vor dem ’Id-Gebet – auch ein oder zwei Tage vorher sind zulässig. Der Prophet sagte: „Wenn ihr sie vor dem Gebet abgebt, ist sie angenommen. Aber wenn ihr sie nach dem Gebet zahlt, ist sie das Gleiche wie jede andere Spende.“ Im Gegensatz zur eigentlichen Zakat ist es hier am besten, sie selbst und persönlich zu verteilen, wenn man jemanden kennt, der sie empfangen darf.

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Habib Bewley

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