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Eine Zusammenfassung der ‘Aqida aus „Risala“ von Ibn Abi Zaid Al-Qairawani. Von Schaikh ‘Ali Laraki

Die Landschaft des Inneren

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(iz). Im folgenden Text fasst der Autor, ein zeitgenössischer muslimischer Gelehr­ter, die wesentlichen Aussagen zur ‘Aqida (der islamische Glaubenslehre] aus der Risala von Ibn Abi Zaid Al-Qairawani zusammen. Dieses Buch zählt zu den grundlegenden Standardwerke der malikitischen Rechtsschule und konzentriert kompakt den ‘Amal Ahl Al-Madina, die Lebensweise der Leute von Madina. Allah ist Ein Gott, es gibt keinen Gott außer Ihn. Noch ist jemand wie Er. Noch hat Er seinesgleichen. Er hat kein Kind und keinen Vater. Er hat keine Frau und keinen Partner. Allah hat keinen Anfang, und es gibt kein Ende Seiner Ewigkeit.

Diejenigen, die versuchen, Allah zu beschreiben, können dies nicht angemessen tun, noch können Denker Ihn mit ihren Gedanken begreifen. Wirkliche Denker leiten Lektionen aus Seinen Zeichen ab, aber versuchen nicht, über das Wesen Seiner Essenz zu reflektieren. „Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene.“ (Al-Baqara, 254)

Allah sitzt auf dem glorreichen Thron durch Seine Essenz. (Das “wie” dieser Beschreibung ist nicht bekannt, und man fragt nicht danach. Es ist aber definitiv ohne jede Art von Form oder Körperlichkeit zu verstehen. Anm. d. Red.)

Durch Sein Wissen ist Er überall.

Allah erschuf den Menschen und Er weiß, was das Selbst einflüstert und ­Allah ist dem Menschen näher als dessen eigene Halsschlagader.

Kein Blatt fällt ohne Sein Wissen. Es gibt keinen Samen im Dunklen der Erde, noch gibt es ein feuchtes oder ein trockenes, das sich nicht in einem deutlichen Buch befindet.

Allah sitzt auf Seinem Thron und hat die absolute Befehlsgewalt über Sein ­Königreich. Allah hat die schönsten Namen und die erhabensten Eigenschaften und Er hat diese Namen und Eigenschaften ­immer gehabt.

Er ist erhaben darüber, dass irgend eine Seiner Eigenschaft jemals erschaffen gewesen wäre, noch dass einer Seiner Namen in die zeitweise Existenz ­getreten wäre.

Allah sprach zu Musa mit Seiner Rede, die eine Eigenschaft Seiner Essenz ist und nichts Erschaffenes.

Allah manifestierte Sich selbst auf dem Berg und dieser löste sich durch die Auswirkung Seiner Majestät auf.

Der Qur’an ist die Rede Allahs, nicht etwas erschaffenes, das daher vergehen muss. Noch ist dieser die Eigenschaft von etwas erschaffenem, die daher an ihre Ende gelangen muss.

Das Schicksal

Teil der Glaubenslehre ist die Anerkennung des Schicksals, sowohl des Guten darin als auch des darin enthaltenen Schlechten; des Süßen wie des Bitteren. All dies wurde von Allah, unserem Herren, entschieden.

Die Art und Weise, in der Dinge ­entschieden werden, liegt vollkommen in Seiner Hand und die Art und Weise, wie sie geschehen, entspricht Seinem Ratschluss.

Allah kennt alle Dinge, bevor sie in die Existenz kommen und so stattfinden, wie Er es entschieden hat.

Es gibt nichts, was Seine Diener sagen oder tun könnten, das Er nicht entschieden hätte und von der Er keine Kenntnis hätte. „Kennt Er den denn nicht, den Er erschaffen hat? Und Er ist der Nachsichtige, der Allkundige.“ (Al-Mulk, 14)

Er leitet in die Irre, wen Er will und Seine Gerechtigkeit erniedrigt sie. Allah leitet recht, wen Er will und Seine Großzügigkeit gewährt ihnen Erfolg.

Und so wird jeder durch Ihn zu dem geführt, von dem Er bereits Wissen hat und das Er bereits entschieden hat – ob sie zu den Glücklichen oder zu den Elenden gehören. Allah ist darüber erhaben, dass es etwas geben könnte, dass Er nicht in Seinem Königreich wünscht.

Noch könnte es irgend etwas geben, dass nicht von Ihm abhängig wäre. Und es kann keinen anderen Schöpfer geben als Allah.

Allah ist der Herr aller Menschen, der Herr ihrer Handlungen. Der Eine, der ihre Bewegungen und den Zeitpunkt ihres Todes bestimmt.

Prophetentum

Allah hat für die Menschen Gesandte bestimmt, um einen Beweis gegen sie zu etablieren. Er besiegelte die Botschaft, die Warnung und das Prophetentum mit Seinem Propheten Muhammad, möge ­Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Ihn machte Er zum letzten aller Gesandten. „Ein Bringer guter Nachrichten und ein Warnender, der zu Allah mit Seiner ­Erlaubnis aufruft und der ein erleuchtendes Licht ist.“

Allah offenbarte Ihm Sein Weises Buch. Dadurch hat Er Seinen aufrechten Din erläutert und so die Menschen auf den Geraden Weg ­geführt.

Glaube ans Jenseits

Die Letzte Stunde kommt – und es gibt keinen Zweifel darüber.

Es ist verpflichtend zu glauben, dass Allah all jene wieder beleben wird, die gestorben sind: „So wie Er sie zum ersten Mal in die Existenz brachte, wird er sie wieder hervorbringen.“

Es ist notwendig zu glauben, dass ­Allah, der Erhabene, die Belohnung der guten Handlungen seiner Diener ver­viel­fältig. Er verzeiht ihnen ihre schwer­wiegenden falschen Taten, wenn sich diese von ihnen abwenden (Tauba) und Er vergibt ihnen ihre geringeren falschen Taten wegen ihrer ­Vermeidung schwerwiegender falscher Taten.

Diejenigen, die sich nicht von ihren schwerwiegenden Fehlern abwenden, sind Allahs Willen unterworfen: „Er ­vergibt nicht, wenn Ihm etwas beigesellt wird, aber Er verzeiht, wem Er will, alles andere als das.“

Jene, die mit Seinem Feuer bestraft werden, wird Er dann daraus entfernen, wenn sie etwas vom Glauben in sich ­tragen. Dadurch wird Allah sie in den Garten eintreten lassen: „Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen.“ (Az-Zilzala, 7)

Jeder aus der Gemeinschaft des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der schwerwiegende falsche Taten begeht und für welchen der Gesandte Allahs Fürsprache einlegt, wird aus dem Feuer dank der prophetischen Bitte entlassen.

Allah hat den Garten erschaffen und hat ihn zur ewigen Heimstätte für ­Seine Freunde (Aulija) gemacht. Er wird sie mit dem Anblick Seines Edlen Gesichtes ehren. Dies ist der gleiche Garten, aus dem Er Adam, Seinen Propheten und Khalifen, herab sandte.

Er schuf das Feuer und bereitete es als andauernden Ort für jene vor, die nicht an Ihn glauben und die Seine Zeichen, Bücher und Gesandten leugnen. Er verhüllt sie davor, Ihn sehen zu können.

Allah, der Erhabene, wird am Tage der Wiederauferstehung zusammen mit seinen Engeln kommen, die in Rängen angeordnet sind. Er wird die Menschen, gemeinsam mit der Aufzeichnung ihrer Taten, ihrer Strafen und ihrer Belohnun­gen, vor allen anderen befragen. Die Waage wird errichtet werden, um die Taten der Menschen zu bewerten, „dann wird der, dessen Waage schwer ist (…)“. (Al-Qari’a, 6)

Den Menschen werden Seiten gegeben, auf denen ihre Handlungen verzeichnet sind: „Was nun den anbelangt, dem sein Buch in seine Rechte gegeben wird, der wird einer leichten Rechenschaft unterzogen sein und wird fröhlich zu ­seinen Angehörigen zurückkehren. Was aber den anbelangt, dem sein Buch hinter seinem Rücken gegeben wird, der wird sich bald Vernichtung herbeiwünschen und wird im Höllenfeuer brennen; er war ­gewiss glücklich unter seinen Angehörigen.“ (Al-Insiqaq, 7-13)

Die Brücke (Sirat) ist wahr und die Menschen werden sie entsprechend ihrer Handlungen überschreiten. Jene, die sie überqueren und Sicherheit vor dem Feuer erlangen, tun dies in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Andererseits werden die Handlungen anderer Menschen diese in das Feuer stürzen.

Teil des Glaubens ist das Becken (Haud) des Gesandten Allahs, möge ­Allah ihn segnen und ihm Frieden ­geben, zu dem wird seine Gemeinde kommen, um daraus zu trinken. Danach wird sie niemals wieder Durst verspüren. Aber all jene, die Veränderungen oder Erneuerungen in den Din einführen, werden von ihm vertrieben werden.

Was ist der Iman?

Glaube (Iman) ist, was mit der Zunge bestätigt wird, an was aufrichtig im Herzen geglaubt wird und was mit den Gliedern des Körpers getan wird. Der Glaube nimmt zu, wenn die Handlungen zunehmen und verringert sich mit ihrem Schwinden. Und so geschieht es durch die Handlungen, oder deren Mangel, dass es zu einer Zu- oder Abnahme des Glaubens kommen kann.

Die Glaubensbezeugung ist ohne Handlung nicht vollkommen. Weder die Aussage, noch die Handlung sind voll­kommen ohne Absicht. Und weder die Aussage, noch die Absicht sind vollkommen, solange sie nicht in Über­einstimmung zur prophetischen Sunna stehen.

Kein Muslim wird durch seine falsche Handlungen zu einem Ungläubigen ­(Kafir; das heißt, jemand, der bewusst die Wahrheit bedeckt).

Die Märtyrer (Schuhada) sind lebendig und erhalten ihre Belohnung in der Gegenwart ihres Herren. Die Seelen der Glückseligen verbleiben in einem segensreichen Zustand, bis zu dem Tag, an dem sie wieder erweckt werden. Die Geister der Elenden werden bis zum Tage des Jüngsten Gerichts ­gequält. Die Gläubigen werden in den Gräbern geprüft und befragt: „Allah stärkt die Gläubigen mit dem fest gegründeten Wort, in diesem Leben wie im künftigen.“ (Al-Ibrahim, 27)

Die Menschen haben Engel (Hafadha), die Buch über ihre Handlungen führen. Nichts, was die Menschen tun, entkommt dem Wissen ihres Herren.

Der Engel des Todes ergreift die Seelen der Menschen mit der Erlaubnis seines Herren.

Die besten Generation

Die beste Generation war jene, die den Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gesehen hatte und an ihn glaubte. Danach kommen ihre Nachfolger und dann deren Nachfolger. Die besten Prophetengefährten (Sahaba) sind die rechtgeleiteten Khalifen: Zuerst Abu Bakr, dann ‘Umar, dann ‘Uthman und dann ‘Ali, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein.

Niemand sollte über die Prophetengefährten sprechen, es sei denn auf die beste Art und Weise. Über ihre Meinungsunterschiede sollte Schweigen gewahrt werden.

Es ist verpflichtend, den rechtschaffenden Prophetengefährten zu folgen, auf ihren Fußspuren gehen und um Vergebung für sie zu beten.

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