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Einige Tipps zur Krankheitsvorbeugung aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dr. Rehan Zaidi

Gegen Erkältung ist ein Kraut gewachsen

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Wechseln die Jahreszeiten, kommt es zum bemerkenswerten Trend, dass die Leute krank werden. Und Mütter raten ihren Kindern, sich dick einzupacken, das Haus nicht direkt nach dem Duschen zu verlassen sowie Kopf und Nacken zu bedecken, nachdem sie geduscht haben. Auch wenn dieser Rat bei Mamas in aller Welt bekannt ist, kratzen sich Kinder wie Wissenschaftler angesichts der Relevanz dieses Tipps für Bakterien, Viren und Krankwerden fragend am Kopf.

Geschichte

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist das Bedecken von Kopf und Nacken als vorbeugende Maßnahme gegen Erkältung und Grippe nichts Neues. Bereits vor beinahe 2.000 Jahren schrieb Zhang Zhong-Jing ein bekanntes medizinisches Handbuch. Er nannte es „Diskussion über durch Kälte erzeugten Störungen und vermischten Krankheiten”. Es behandelt im Wesentlichen die Verwendung chinesischer Kräuter in der Behandlung der üblichen Erkältung. Laut Legende verlor Zhang den größten Teil seiner Familie an eine Fieberepidemie und widmete sein Leben der Bekämpfung solcher Krankheiten.

Unterschiede zur ­westlichen Medizin

Seither war die TCM sehr bekannt dank ihrer Fähigkeit bei der Behandlung von Erkältung, Grippe und ähnlichen Zuständen. Dieser Sieg liegt in der Natur ihres medizinischen Weltbildes. Während die westliche Medizin die Ausschaltung von Erregern und die Kontrolle der Symptome im Blickfeld hat, zielt die chinesische Medizin auf die Wiederherstellung des verlorenen Körpergleichgewichts ab.

Bei diesem Ansatz kommen überwiegend Kräuter und Lebensmittel zum Einsatz. Er beruht auf deren energetischer Wirkung auf den Körper und hat so eine umfassendere Perspektive als beispielsweise Antibiotika. Diese haben keine Wirkung auf die wichtigste Ursache für Erkältung und Grippe – die Viren.

Der Ausgleich des Energiehaushalts bezieht den inneren Zustand des Körpers in Relation zur äußeren Umwelt mit ein. Ist man ausgeglichen, dann reicht die Widerstandsfähigkeit aus, um das zu ertragen, was andere befällt. Wir sind zu jeder Zeit Bakterien und Viren ausgesetzt, aber Menschen werden am ehesten krank, wenn sie gestresst sind, schlecht essen, wenig schlafen, ihr spirituelles Wohlergehen vernachlässigen oder andere, grundlegende Gesundheitsdefizite haben, die sie aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Naturheilkunde betrachtet Krankheit als Problem des schlechten physischen Zustands und nicht als Frage von etwas, was den Körper angreift. Ist eine Person gesund, sollte sie nicht mehr als zwei Mal jährlich erkranken. Auch dies liegt wiederum im natürlichen Niedergang des Immunsystems begründet und nicht an der Bösartigkeit eines Virus. Es ist einfach der falsche Weg, sich über die aktuellsten, in der Luft herumfliegenden Bakterien zu sorgen oder ob man die Hand einer hustenden Person geschüttelt hat. Stattdessen sollten wir uns über unser Gleichgewicht Gedanken machen. Unsere Körper sind selbst in der Lage, den Rest zu erledigen.

Warum sind die ­Chinesen so erfolgreich?

Die Chinesen waren sehr effektiv bei der Prävention und Behandlung von Erkältungen und Grippen, denn sie haben gelernt, wie man Ungleichgewichte erkennen und den Körper dementsprechend einstellen kann. Dies lässt sich in der Sprache der westlichen Medizin als Stärkung des Immunsystems übersetzen.

Wei Chi ist beispielsweise der Name für die energetische Schutzschicht unter der Haut. Sie stellt die erste Verteidigungslinie des Körpers dar. Ist sie ausreichend stark, stellt sie einen Schutz gegen die Einwirkung von Dunst, Kälte, Hitze und anderen Krankheitserregern dar, welche in der chinesischen Medizin bekannt sind. Diese können in den Körper eindringen und Ungleichgewichte hervorrufen. Obwohl es viele Wege gibt, auf denen sie sich bewegen können, so dringen diese bei Jahreszeitenwechseln in der Regel per Durchzug (was die Chinesen als „Wind” bezeichnen) ein. Aus diesem Grund wissen Menschen wegen eines unerwartet kalten Durchzugs oft, dass sie bald eine Erkältung heimsucht; sogar bevor die Symptome sie überhaupt erreichen.

Im Weltbild der traditionellen chinesischen Medizin ist die Kälte, beispielsweise bei kaltem Wetter mit Hilfe des Windes in den Körper eingedrungen, als sie auf unbedeckte Teile der Haut traf. Im Allgemein sind Nacken und Kopf in diesem Fall die sensibelsten Glieder. Daher nannten Chinesen sie auch das Tor des Windes. Sollte bei solch einem Vordringen das Wei Chi nicht entsprechend funktionieren, kann es ein Eindringen der Pathogene in den Körper erlauben und zu den entsprechenden Folgen führen.

Dringt beispielsweise Hitze durch jenen Wind in den Körper ein, dann bekommen viele eine „Sommergrippe”. Hierbei dominieren „heiße” Symptome wie Halzschmerzen, rötlich geschwollene Mandeln und gelber Schleim. Auf der anderen Seite führt ein von „Kälte” dominierter Angriff zu Symptomen wie einem kratzenden Hals, Niesen und klar-wässrigem Schleim.

Funktioniert Echinacin?

Bevor des zum Eindringen der Krankheitserreger kommt, können die Leute Maßnahmen ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit ihres Wei Chis (mit anderen Worten, ihres Immunsystems) zu erhöhen. In letzter Zeit wurden Kräuter ins Spiel gebracht; etwas, das die moderne Medizin erst seit Kurzem verstanden hat. Aber oft werden diese nicht angemessen angewandt.

Echinacin beispielsweise hat sich bei durchdachten Experimenten als Mittel zur Steigerung des Immunsystems und zur Verhinderung von Infektionen erwiesen. Jedoch wirkt diese Fähigkeit nicht, nachdem eine Erkältung bereits da ist. Und doch verkaufen Firmen massenhaft Echinacin an die Leute, die sich von ihrer Erkältung erholen möchten. Die Erklärungsmöglichkeiten im Rahmen der TCM helfen dabei, Licht auf den effektiveren Einsatz von Kräutern zu werfen.

Steigerung des ­Immunsystems

Laut der östlichen Medizin haben viele Kräuter besondere energetische Eigenschaften. Als solche sind besonders geeignet, vor dem Eintreffen einer Erkältung eingesetzt zu werden, aber danach ungeeignet. Im TCM-Weltbild hat der Erreger bereits die Schicht des Wei Chis durchdrungen. Eine Stärkung dieser Schicht bedeutet nur, dass das Pathogen länger im Körper bleibt. In diesem Fall ist die Anwendung von Echinacin und ähnlichen Kräutern tatsächlich schädlich.

Stattdessen fällt die passende Wahl von Kräutern in der TCM auf solche, welche die äußere Schicht öffnen. Auch diese stärken im Verständnis der westlichen Medizin das Immunsystem, aber nur in der spezifischen Phase des Beginns einer Erkältung. Unglücklicherweise sind ihre Fähigkeiten bei der Stärkung des Immunsystems schwierig zu messen. Eines der Mittel, welches mithelfen kann, das Äußere zu öffnen, ist Ingwer. Er ist eine erwärmende Substanz, die nicht nur im wörtlichen Sinne die Kälte vertreibt, indem sie die Hitze erhöht, sondern auch, weil sie ihr Entweichen durch die Wei Chi-Schicht nach Außen erlaubt.

Ein Zustand, der durch heißen Wind hervorgerufen wird, kann durch Pfefferminze verbessert werden. Sie ist das komplementäre, kühlende Kraut zum Ingwer. Beide können sicher und effektiv als Tees bei den entsprechenden Formen der Erkältung eingesetzt werden. Sie sollten bis zu sechs Mal täglich bei entsprechender Ruhe getrunken werden.

Das Problem

Ein Verständnis der energetischen Natur von Kräutern eröffnet Einsicht in ihre Anwendungen, die über den bloß physischen Bereich der westlichen Phy­siologie hinausgeht. Auch wenn einige von ihnen effektiv vor dem Einsetzen einer Erkältung eingesetzt werden können, um die Immunität zu steigern, wären sie fehl am Platze, sobald sie angefangen hat.

Zu wissen, welche botanische Subs­tanz am besten für die Situation ist, ist die Kunst der traditionellen chinesischen Medizin. Versucht man den Gebrauch von Kräutern im Rahmen des westlichen Medizinmodells zu verstehen und zu erklären, begrenzt man ihren größeren Nutzen, der sich aus ihnen ableiten lässt. Aus diesem Grund sollen nur quali­fizierte Kräuterärzte konsultiert werden, bevor irgendwelche Kräuter über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Sichere Kräuter

Es ist für jeden sicher, Kräuter zu benutzen, die üblicherweise in kleinen Mengen beim Kochen benutzt werden. Solche beim Kochen zu verwenden, ist ein ausgezeichneter Weg, ihre aktiven Substanzen zu benutzen und von ihren energetischen Eigenschaften zu profitieren. Zur gleichen Zeit verbessern sie den Geschmack sämtlicher Speisen. Manche Rezepte, die über die Generationen weitergegeben wurden, bereiten den Körper auf schroffe Wetterwechsel vor.

Zu ihnen gehört eine gesunde Mi­schung von Kräutern, die gemeinsam im Kochtopf zusammenarbeiten. Die hinzugefügten Kräuter eröffnen die äußere Schutzschicht, damit die Pathogene entweichen können, wirken schweißtreibend und reinigen den Körpern mild.

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