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Einzeltäter und Muslime – ein Dilemma. Kommentar von Khalil Breuer

"Religiös verklärt"

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(iz). Das Dilemma ist offenkundig: Ein halbgebildeter, jugendlicher “Einzeltäter” mordet in Deutschland und beruft sich dabei auf “seine” islamische Lehre. Solche Personen sozialisieren sich und vergewissern sich ihrer wahnsinnigen Überzeugungen – wenn überhaupt – in einem dunklen Milieu oder in undurchsichtigen Chats im Internet. Sie meiden aus Notwendigkeit die muslimische Gemeinschaft, die sich seit Bestehen nicht etwa von Einzelpositionen oder skurrilen Mindermeinungen leiten lässt.

Das “Terrorproblem” ist dennoch – ob es einem gefällt oder nicht – auch weiterhin ein Problem der Muslime in Deutschland und es bedarf daher einer klaren Position; auch der betrüblichen Einsicht, dass kaum “christliche” oder “jüdische” Attentäter im Lande gibt. Kein Wunder also, dass die Muslime hier eine gewisse Erwartungshaltung trifft. Was ist also zu tun?

Zunächst muss man aufklären. Ja, es gibt in der Gruppe der Millionen Muslime im Lande auch eine kleine Gruppe muslimischer Verbrecher und Attentäter, die leider immer wieder mit der friedlichen Mehrheit assoziiert werden können. Man kann es aber nicht oft genug sagen: Es gibt muslimische Terroristen, aber keinen islamischen Terrorismus. Wir Muslime – so unterschiedlich wir sein mögen – haben diese negativen Kräfte bereits an den Rand unserer muslimischen Realität gedrückt.

Über Jahrhunderte hat die islamische Lehre dem Sektierertum keinen Raum zugestanden. Es ist diese anerkannte Lehre, die derart ausgebildete Muslime berechenbar macht. Wer sich gegen diese klare Lehre ausspricht oder hier eine andere ideologische Variante predigen will, hat in der Bundesrepublik – auch aus muslimischer Sicht – nichts zu suchen.

Die Lösung ist aber nicht eine esoterische Gegenbewegung zum klassischen Islam. Ein Islam ohne eine allgemein gültige und nachvollziehbare Lehre würde nur in eine weitere chaotische Zersplitterung in beliebige Meinungen und individuellen Kompositionen führen.

Das Problem für die Muslime entstand durch einen politischen Islam, der unter dem Druck der moralischen Empörung über Ungerechtigkeiten in der Welt eine Art “Ausnahmerecht” etablierte. Dieses Ausnahmerecht soll in besonderen Notlagen das Recht obsolet machen. In dieser trostlosen Welt wird die Flucht aus der Realität, sei es durch Selbstmord oder durch Wahnsinn, nur noch von einer sehr kleinen Minderheit als “religiös” verklärt.

Das ist die einzig gute Nachricht, an Tagen, wo man Tote zu beklagen hat.

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