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„Es fällt mir leichter, Allah dankbar zu sein, wenn die Bedrängnis vorüber ist“

Bassma Haider über Perspektiven im Umgang mit schwierigen Lebenslagen

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Foto: Pixnio

(iz). Einige Teile des Lebens sind wirklich daneben. Das ist einfach so. Egal, wie sehr wir es ändern möchten. Es wird für die meisten niemals vollkommen sein und es ist durchzogen mit Schwierigkeiten, kleineren oder größeren Tragödien sowie Fehlern. Da wird meine Überraschung verständlich, als ich in meiner Vorlesung eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen traf, die ihre Vergangenheit nicht ändern würden, selbst wenn sie es könnten. Unser Professor fragte uns, ob jemand zurückreisen würde, um Fehler zu verhindern oder Schwierigkeiten zu beheben, wenn sie oder er dazu in der Lage wäre. Niemand hob dabei die Hand.

Als wir die Beweggründe dessen diskutierten, herrschte allgemeine Übereinkunft darüber, dass wir nicht unser heutiges Selbst wären, könnten wir unsere Vergangenheit beeinflussen. Meine Fehler haben mich dahin geführt, wo ich heute bin. Meine Schwierigkeiten gaben mir Stärke. Das Auf und Ab des Lebens machte mich weiser und widerstandsfähiger.

Es fällt mir leichter, Allah dankbar zu sein, wenn die Bedrängnis vorüber ist. Das heißt, wenn ich ihren Zweck leichter erkennen kann. Schwieriger ist es, Ihm inmitten einer problematischen Zeit zu vertrauen. Wie wäre es, diese Perspektive immer zu haben, auch wenn wir eine schwere Zeit durchmachen? Wie wäre es, könnten wir die Bedeutung der Erfahrung von Bedrängnissen und Fehlern immer erkennen, anstatt sie erst im Nachhinein zu begreifen? Warum erlauben wir uns nicht, durch eine steinige Periode unseres Lebens zu gehen, und behalten dabei im Hinterkopf, dass wir dankbar sein könnten, sie erfahren zu haben?

Ich weiß, das mag flauschig und unrealistisch klingen. Wie eingangs erwähnt, kann das Leben einen schon mal richtig nerven. Harte Erfahrungen können schmerzhaft sein und sich wie die schlimmsten Dinge auf der Welt anfühlen. Krankheit, Scheitern, Betrug, Verlust, Bedauern. Die Liste wäre sehr lang. Und alles verletzt. Aber gibt es vielleicht, nur vielleicht, eine Sonnenseite? Möglicherweise findet sich eine verborgene Weisheit darin – selbst in diesem Augenblick.

An diesem Punkt kommt das Vertrauen (arab. tawakkul) in Allah ins Spiel. Ich weiß, nicht immer fällt es leicht. Vieles davon liegt aber an meiner Kurzsichtigkeit. Sicher bin ich mir, dass auch viele andere damit zu kämpfen haben.

Ein Standpunkt ist eine mächtige Sache. Er hat die Macht, die Art und Weise vollkommen zu ändern, wie wir über jemanden oder etwas (beziehungsweise uns selbst) denken. Er kann uns dazu veranlassen, mutig eine harte Lage durchzustehen, oder uns täglich vor dem Aufwachen zu fürchten. Er kann auch dazu führen, dass wir Allah verehren oder Ihn leugnen. Und Er selbst sagt uns: „Ich bin in der Meinung Meines Sklaven über Mich.“ Dieser eine Satz zeigt uns, wie bedeutend ein richtiger Blickwinkel ist.

Wenn ich Allah als barmherzig, selbst während der Bedrängnis, begreife, dann erkenne ich die göttliche Gnade in meiner Situation. Wenn ich denke „warum ich?“ und eine pessimistische Einstellung habe, werde ich mich wahrscheinlich von Allah entfernen. Beschwernis kann entweder als Mittel zur Annäherung an Allah dienen oder uns weiter von Ihm entfernen. Am Ende ist es unsere Entscheidung, was geschieht.

Egal, durch welches tiefe Tal wir gehen müssen, inscha’Allah sind wir danach stärker als zuvor. Wir können es durch diese Prüfung schaffen. Und vielleicht gibt Allah uns die Bedrängnis aus Liebe, sodass wir Ihn anrufen und uns Ihm annähern. Er sagt in Seinem Edlen Buch: „Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“ (Al-Baqara, 155)

Und vom Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, wurde folgende ­Aussage überliefert: „Wie wunderbar sind die Angelegenheiten des Gläubigen, denn alle s­einer Angelegenheiten sind gut. Und das gilt für niemanden als die Gläubigen. Widerfährt ihm etwas Gutes, dann ist er dankbar dafür. Und das ist gut für ihn. Wenn ihm etwas Schlechtes geschieht, dann trägt er es mit Geduld. Und das ist gut für ihn.“ (Sahih
Muslim)

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