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Faschismus in der „größten Demokratie der Welt“

Indien: Jesuit beklagt Stimmungsmache gegen Christen und Muslime

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Foto: Narendra Modi, Wikimedie Commons | Lizenz: CC BY-SA 2.0

München (KNA). Der indische Jesuit und Menschenrechtsaktivist Cedric Prakash hat die Regierung seines Heimatlandes scharf kritisiert. „Die Regierung um Premierminister Narendra Modi ist eine Bedrohung für alle Minderheiten im Land“, sagte der Ordensmann in einem Interview des in München erscheinenden missio magazin. Als besonders gefährlich beurteilt der Jesuit den Einfluss der hindu-nationalistischen Regierungspartei BJP auf die gesellschaftliche Vielfalt des Landes. „Es wird öffentlich Stimmung gegen Christen und Muslime gemacht.“

Prakash verwies auf das sogenannte Heimkehr-Programm. Damit würden zum Islam oder Christentum konvertierte Menschen gezwungen, wieder zum Hinduismus zurückzukehren. Religiöse Minderheiten, aber auch Angehörige der niederen Kasten und die indigene Bevölkerung würden wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Auch 70 Jahre nach der Unabhängigkeit Indiens gebe es Strukturen der Ausbeutung und Diskriminierung. „Heute leben wir in einem Neokolonialismus, in dem die Reichen und Mächtigen über den Rest herrschen.“

Eine der größten Errungenschaften der Unabhängigkeit sei Indiens Verfassung, hob der Jesuit hervor. Diese beruhe auf den Werten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. „Dass in Indien aber alle friedlich leben können, wird heute leider mehr und mehr zum Mythos.“

Am 15. August feiert Indien die vor 70 Jahren erlangte Unabhängigkeit von der britischen Besatzung. Prakash stammt aus Bombay und gründete 2001 in Gujarat ein Zentrum für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden. Seit 2016 arbeitet er in der libanesischen Hauptstadt Beirut für den Jesuitenflüchtlingsdienst.

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