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Foto-Essay: IZ-Symposium in Weimar

Happening, Provokation oder Essenz?

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(iz). DIE IZ UND WEIMAR. Es ist nur im Notfall angemessen, die eigene Trommel zu rühren, aber in Sachen Weimar ist es passend. Unser kleines unabhängiges Medienprojekt kann im nächsten Juli auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken. Im Juni 1995 entschied sich eine Gruppe junger deutscher Muslime, im symbolreichen Weimar, ein muslimisches Printmedium ins Leben zu rufen. Weniger als eine Minute von hier entfernt produzierten wir die, zugegebenermaßen noch sehr kleine Zeitschrift. Aber bereits damals hatten wir die gleichen Grundfragen und wesentlichen Herausforderungen vor Augen, die uns auch heute noch beschäftigen.

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Seitdem ist Weimar und ihr kulturelles Erbe, für das es steht, einer unserer inhaltlichen und thematischen Ankerpunkte. Und das aus gutem Grund. Die unzähligen modernen Debatten machen deutlich, dass das Missverständnis nicht haltbar ist, der Islam und die Muslime seien per se „Fremde“ vis-a-vis einer als einheitlich wahrgenommenen kulturellen und geistigen Identität.

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DIE IZ ALS BRÜCKE. In diesem Kontext ist auch die „Brückenreihe“ der Islamischen Zeitung zu verstehen. Weimar war – und ist – der Ort und das Symbol, um Brücken zwischen den Europäern und dem Islam zu schlagen. Sich an diesem Ort mit offenem Auge und Herz befindend, wird die Erkenntnis greifbar, wonach es keinen wesensmäßigen Widerspruch zwischen der islamischen Lebensweise und Europa beziehungsweise diesem Land geben muss.

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Keine Frage, dass wir uns natürlich gerade auch mit dem Leben und dem Werk Goethes beschäftigen müssen, der sich um den Bau von Brücken bemühte.

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DIE STADTFÜHRUNGEN. Hier haben auch unsere Stadtführungen – tausende Muslime gingen mit uns durchs Goethehaus – eine Rolle zu spielen. Genau wie Goethe, den das Kunstwerk gerade in dem interessierte, was es beim Betrachter auslöst, waren die Reaktionen unserer Gäste auf den Weimargang nicht einheitlich. Für manche mag es sich dabei um eine gezielte Provokation und Herausforderung altbekannter Denkmuster vom Muslim als kulturfremden handeln. Andere mutmaßen darin ein anmaßendes Happening, ein Akt der Kunst, der aber mit dem Alltag von Muslimen nur peripher zu tun hat. Haben wir es nicht vielmehr mit einer greifbar gewordenen Verkörperung, quasi als Quintessenz der Frage, zu tun? Vielleicht sind es heute ja Muslime, die der Stadt und ihrem Geist das Museale entreißen. (Text|Fotos: sw, ah, tb)

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