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Für den islamischen Religionsunterricht fehlen Pädagogen. Von Johannes Nitschmann

Lehrer müssen selbst noch lernen

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Düsseldorf (KNA/iz). Bei der Einführung des islamischen Religionsunterrichts an nordrhein-westfälischen Schulen gibt es offenbar erhebliche Anlaufschwierigkeiten. Derzeit wird nur an 33 der landesweit 3.068 Grundschulen islamischer Bekenntnisunterricht in deutscher Sprache erteilt. Eine Sprecherin des NRW-Schulministeriums teilte am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit, dass dabei etwa 2.000 muslimische Schüler von 40 Lehrern unterrichtet werden – teils auch jahrgangsübergreifend. Im kommenden Schuljahr 2013/2014 soll mit dem Unterricht in der Sekundarstufe I begonnen werden. Allerdings klagen die Schulen und islamischen Dachverbände über massiven Lehrermangel.

Nordrhein-Westfalen zählt etwa 100.000 muslimische Grundschüler. Insgesamt bekennen sich landesweit 320.0000 Schüler zum Islam. In Ruhrgebietsstädten wie Duisburg und Gelsenkirchen gibt es laut statistischem Landesamt mehr muslimische als katholische oder evangelische Schüler. Nach Angaben muslimischer Verbände wären landesweit mindestens 1.500 islamische Religionslehrer notwendig, um den Unterricht in den Grundschulen und der Sekundarstufe I sicherstellen zu können. Gegenwärtig könne „nicht prognostiziert werden“, bis wann islamischer Religionsunterricht „flächendeckend“ erteilt werden könne, so die Sprecherin des Schulministeriums. Derzeit werde „Schritt für Schritt“ vorgegangen. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Schulen mit einer relativ großen muslimischen Schülerdichte versorgt sein werden.“

Laut Mimisterium wird gegenwärtig landesweit noch für 10.000 Schüler das Fach Islamkunde erteilt. Dafür seien 140 Lehrer eingesetzt. Von dem von der Landesregierung eingesetzten Beirat für den islamischen Religionsunterricht haben nach Regierungsangaben bisher 40 Lehrkräfte eine Unterrichtserlaubnis erhalten. Es werde erwartet, dass bis zum kommenden Schuljahr 40 bis 50 Lehrer die Lehrerlaubnis für die Sekundarstufe I bekämen. Als Religionslehrer seien derzeit vor allem Islamwissenschaftler mit einem deutschen Hochschulabschluss tätig, die pädagogisch und theologisch qualifiziert worden seien. Zudem gebe es Lehrkräfte mit einer Lehramtsbefähigung, die nach entsprechender Qualifikation zusätzlich islamischem Religionsunterricht erteilen. Die meisten Lehrkräfte für dieses Fach seien derzeit als „Seiteneinsteiger“ in einem unbefristeten Angestelltenverhältnis tätig.

Die Tendenz gehe jedoch dahin, „grundständig ausgebildete“ Lehrer für den islamischen Religionsunterricht einzusetzen, erklärte die Sprecherin. Diese Lehrer stünden in der Regel in einem Beamtenverhältnis. 2017 werden die ersten Absolventen der Uni Münster im Schuldienst erwartet.

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